VfB Stuttgart: Das sind die Gewinner und Verlierer des Trainingslagers
Grassau. Das Trainingslager des VfB Stuttgart in Grassau ist vorbei. Fünf Tage lang haben sich die Schwaben unweit des Chiemsees auf die Saison 2026/27 vorbereitet. In insgesamt sechs Trainingseinheiten konnten sich einige Profis in den Vordergrund spielen, andere zeigten eher schwache Leistungen. Wir blicken auf die Gewinner und Verlierer des Trainingslagers.
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Gewinner Chris Führich: Wird das die Saison des Flügelflitzers?
Die Formkurve von Chris Führich zeigt steil nach oben. In der Schlussphase der abgelaufenen Bundesliga-Saison spielte sich der Angreifer mit starken Leistungen fast noch in den WM-Kader. In der Vorbereitung knüpfte Führich genau da an, wo er aufgehört hat: Der 28-Jährige ist der auffälligste Profi auf dem Platz – sowohl in den Testspielen als auch im Trainingslager. Der Angreifer fordert oft den Ball, geht ins Eins-gegen-Eins-Duell, traut sich viel zu und sucht viele Abschlüsse.
„Er ist in einer sehr guten körperlichen Verfassung und setzt das fort, was er letztes Jahr schon gezeigt hat. Er ist sehr agil, sehr torhungrig und ehrgeizig, das ist ein gutes Zeichen“, sagte Sebastian Hoeneß im Trainingslager. Mit Maximilian Mittelstädt bildet Chris Führich schon jetzt wieder die fulminante linke Seite, weshalb auch der VfB-Coach sagt: „Die geölte Maschine läuft wieder.“ Wenn Führich so weitermacht, könnte er der Unterschiedsspieler der Saison werden.
Gewinner Grischa Prömel: Seine Erfahrung tut dem VfB sehr gut
Grischa Prömel wird dem VfB Stuttgart sofort weiterhelfen – das ist die Erkenntnis aus dem Trainingslager. Auf der Doppelsechs gab es sein Profil im Kader der Schwaben bislang noch nicht: torgefährlich, überall zu finden, zweikampfstark und erfahren. „Grischa ist kommunikativ und redet auf dem Platz viel“, sagte Deniz Undav in Grassau über den Neuzugang. „Er ist ein alter Hase und genau das, was wir brauchen.“
Das sieht auch Trainer Sebastian Hoeneß so: „Grischa ist ein Modellathlet und ein laufstarker Spieler, der richtig gut kicken kann.“ Der gestandene Bundesliga-Profi sei zudem „ein richtig positiver Mensch“ und habe eine starke Präsenz auf dem Platz. „Er ist in der Lage, uns als Gruppe viel Energie zu geben. Er wird uns absolut bereichern.“ Ohne Zweifel ist Grischa Prömel daher einer der großen Gewinner des Trainingslagers.
Gewinner Fabian Bredlow: An dem Keeper führt kein Weg vorbei
Fabian Bredlow dürfte als Nummer eins in die Saison gehen. Nach der Verletzung von Dennis Seimen wurde viel über die Frage diskutiert, ob der VfB auf dem Transfermarkt nochmal einen neuen Keeper verpflichten soll. Doch der 31-Jährige machte den VfB-Bossen in Grassau durch seine Leistungen und seine Präsenz klar: Es braucht keinen neuen Keeper.
Auch Deniz Undav meinte: „Ich sag zu ihm seit drei Jahren, dass wir den besten zweiten Torwart der Liga haben. Jetzt kann er sich beweisen. Ich mache mir da keine Sorgen, Fabi ist ein Weltklasse-Typ.“ Und Trainer Hoeneß ergänzte: „Wir haben mit Fabi einen, auf den wir uns verlassen können. Aktuell bin ich eher bei dem Gedanken, dass wir mit den Jungs, die wir haben, in die Saison gehen.“ Klingt danach, als sei Fabian Bredlow ebenfalls ein großer Gewinner des Trainingslagers.
VfB Stuttgart: Die Verlierer des Trainingslagers in Grassau
Zur Einordnung gehört geschrieben: Einen klassischen Verlierer des Trainingslagers gibt es nicht. Die Einheiten in Grassau waren intensiv, alle Profis haben voll mitgezogen. Allerdings sind unserer Redaktion zwei Profis aufgefallen – und das nicht im positiven Sinne.
Verlierer Lazar Jovanovic: Gute Testspiele, aber ...
In den Testspielen war Lazar Jovanovic oft einer der besten Stuttgarter Spieler. Ob gegen Offenbach oder Paris: Der 19-Jährige sorgte für viel Wirbel und erzielte auch Tore. Mit guten und ansprechenden Leistungen konnte der Angreifer auf sich aufmerksam machen – doch die Einblicke aus dem Trainingslager decken sich nicht mit den Leistungen der Testspiele.
Denn: Jovanovic präsentiert sich in den Trainingseinheiten zu ballverliebt, verpasst oft den Moment des richtigen Abspiels und verliert einige Bälle. Oft fällt daher im Training ein forderndes „Lucky!“ (der Spitzname von Jovanovic, d. Red.) von Trainer Hoeneß oder einem Mitspieler, immer wieder kassiert der Youngster einen kleinen Einlauf. Auch im Rückwärtsgang hat Jovanovic offensichtliche Schwächen. So wird das nichts mit regelmäßigen Einsatzzeiten in einem Pflichtspiel, vieles spricht für eine Leihe oder einen Verkauf.
Verlierer Badredine Bouanani: Fehlendes Selbstvertrauen
Badredine Bouanani wurde im vergangenen Sommer auf den letzten Drücker für rund 20 Millionen Euro verpflichtet. Bisher hat der junge Algerier den Durchbruch beim VfB Stuttgart noch nicht geschafft – und es sieht auch nicht so aus, als würde es der Angreifer nach dieser Vorbereitung schaffen. Und das ist mehr als schade. Im Trainingslager ließ Bouanani immer wieder aufblitzen, welch großes Potenzial in ihm steckt. Allerdings: Er zeigt es viel zu selten, ihm fehlt die Konstanz.
Obwohl sich der Algerier in (fast) jeden Zweikampf haut, agiert er oft glücklos. Fehlender Einsatz kann Bouanani nicht vorgeworfen werden. Aber: Die meisten seiner Abschlüsse (Ball hinlegen, nach innen ziehen, mit dem linken Fuß abschließen) werden geblockt, weil seine Angriffsaktionen zu berechenbar sind. Dazu kommt die Körpersprache, die nicht gerade von einem gesunden Selbstvertrauen zeugt. Findet Badredine Bouanani dieses wieder, könnte es steil nach oben gehen – sonst nicht.




