VfB Stuttgart

VfB will ins EL-Achtelfinale: Das sagt VfB-Trainer Hoeneß zur Ausgangslage

VfB-Trainer Sebastian Hoeneß will in Rom Zählbares mitnehmen.
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß will in Rom Zählbares mitnehmen. © Alexander Keppler

Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat in der Europa League am kommenden Donnerstag (21 Uhr/RTL) ein großes Spiel vor der Brust. Es geht auswärts gegen die AS Rom, und gleichzeitig um so viel mehr. Es geht um Punkte im direkten Duell zweier Tabellennachbarn, um einen großen Schritt in Richtung direkter Qualifikation für das Achtelfinale. Wir schildern die Ausgangssituation und berichten, wie Sebastian Hoeneß die Chancen der Schwaben sieht.

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Nicht nur ein Blick auf die Tabelle der Europa League lässt die Vermutung naheliegen, dass viel auf dem Spiel steht: Platz zehn der Europa-League-Tabelle empfängt die punktgleich gelegenen Stuttgarter auf Platz neun. Der VfB und die AS Rom stehen knapp außerhalb der Top acht – den begehrten Plätzen, die zur direkten Teilnahme am Achtelfinale berechtigen würden. Die Teams der Plätze neun bis 24 müssten in die Play-offs.

Darum wäre das direkte Achtelfinal-Ticket so wichtig für den VfB

Es gibt aber viele Gründe, warum der VfB gut beraten wäre, die Play-offs mit Hin- und Rückspiel zu überspringen und direkt unter den besten acht ins Achtelfinale zu kommen. Zum einen die offensichtliche Antwort: Es wäre ein Stolperstein weniger auf dem europäischen Weg, der noch so weit wie möglich weitergegangen werden soll. In den Play-offs wartet für gewöhnlich keine Laufkundschaft, die Gefahr eines vergleichsweise frühen Ausscheidens wäre gegeben.

Zum anderen, weil das direkte Ticket fürs Achtelfinale bedeuten würde: zwei Spiele weniger – davon eine strapaziöse Auswärtsfahrt. In zwei Wochen könnte der VfB ausruhen, keine englische Woche, während andere in ganz Europa ackern müssten. Ein Vorteil für Liga und den späteren europäischen Weg. Stuttgart steht derzeit mitten in der zweiten von vier sicheren englischen Wochen zum Jahresauftakt. Nach dem DFB-Pokal-Viertelfinale am Mittwoch, 4. Februar in Kiel ist auf jeden Fall einmal unter der Woche frei. An den letzten beiden Donnerstagen im Februar stehen dann die Play-offs an. Vermeidet der VfB diese, würden drei zusätzliche freie Wochen voller Erholung winken, ehe am 12. März die Achtelfinals steigen.

Druck oder Chance? Das sagt Trainer Hoeneß

Das ist auch in der Mannschaft Thema, wie Kapitän Atakan Karazor nach dem Unentschieden gegen Union Berlin am Sonntag sagte: „Das ist auf jeden Fall in unseren Köpfen und würde uns guttun – es ist uns allen auch sehr, sehr wichtig. Wir wissen aber auch, was für ein Gegner auf uns wartet.“

Der VfB geht mit seinem Anspruch also offen um. Da stellt sich die Frage, ob in der aktuellen Situation Druck auf der Mannschaft herrscht, oder das Gefühl, eine Chance zu haben überwiegt. Letzteres hebt Sebastian Hoeneß hervor: „Es ist erstmal nicht so verkehrt, dass wir über solche Themen sprechen – am sechsten Spieltag keine schlechte Ausgangslage.“ Die Konstellation sei nicht in der Hand des VfB. „Wir können nur kontrollieren, wie viele Punkte wir selbst holen – wir werden versuchen, diese benötigte Punktzahl zu holen.“ Auch wenn es am Ende nicht reichen sollte, wäre das für Hoeneß kein Beinbruch: „Wenn die Play-offs kommen, ist es das, was wir wollten: Wir wollen im März, April und Mai besondere Spiele spielen, dafür müssen wir im Januar und Februar entsprechend punkten.“

VfB im Rennen ums Achtelfinale: Das ist die Ausgangslage

Die begehrten Plätze sieben und acht haben derzeit jeweils 13 Punkte, Stuttgart und Rom dahinter zwölf Zähler. Wie verschiedene Hochrechnungen – und auch die von Hoeneß – vorhersagen, werden 16 Punkte für den direkten Achtelfinaleinzug sehr wahrscheinlich, 17 hingegen sicher reichen. Bitter für den VfB: In der Vorsaison genügten den Glasgow Rangers lediglich 14 Punkte für den achten Platz. In der aktuellen Situation fehlen der Hoeneß-Elf noch vier bis fünf Punkte fürs Achtelfinale.

Heißt: Bei zwei Siegen in Rom und im letzten Ligaphasenspiel daheim gegen Young Boys Bern nächste Woche wäre die Hoeneß-Elf sicher durch. Verliert sie in Rom (oder gar gegen Bern), können die Play-offs gebucht werden – natürlich kein Nachsitzen, aber dennoch zusätzliche Strapazen. Mit einem Unentschieden gegen Rom und einem Sieg gegen Bern (oder umgekehrt) sähe es sehr gut aus – besonders, weil der VfB bei Punktgleichheit das aktuell drittbeste Torverhältnis aller Mannschaften aufweisen kann.

Mit der AS Rom wartet ein starker Gegner auf den VfB

Das Problem am Ziel eines einzelnen Punktes in Rom: Die AS hat in der laufenden Saison noch kein einziges Mal Remis gespielt. Und ein Sieg wird erst recht nicht leicht. Der Viertplatzierte der Serie A hat viel Qualität in seinen Reihen – unter anderem Paulo Dybala und Neuzugang Donyell Malen (einst BVB). Trainer ist Gian Piero Gasperini, an den sich Hoeneß noch erinnert: In der vergangenen Champions-League-Saison war Gasperini mit Atalanta Bergamo in Stuttgart zu Gast und spielte den VfB beim 2:0 her – gelinde gesagt. „Es ist auch heute wieder Gasperini-Fußball sichtbar“, sagt Hoeneß zum Fußball, den der 67-Jährige in Rom spielen lässt. Der VfB hat allerdings auch gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist. Es wartet ein Spiel auf Augenhöhe.

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