VfB Stuttgart

Warnschuss für die VfB-Profis: Wie Trainer Matarazzo die Sinne der Spieler schärft

Pellegrino Matarazzo
Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo gestikuliert. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild © Tom Weller

Pellegrino Matarazzo schaut dieser Tage ganz genau hin. Auf welchen seiner Spieler er zählen kann. Oder - wie man es bei dem einen oder anderen vielleicht eher formulieren müsste - verlassen kann. „Man braucht elf auf dem Platz, die marschieren“, sagte der Trainer des VfB Stuttgart am Donnerstag (13.01.) mit Blick auf die bevorstehenden Aufgaben im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga.

Ein gewaltiger Warnschuss

Beim 0:0 bei der SpVgg Greuther Fürth am vergangenen Wochenende seien eben „nicht alle marschiert“, betonte er. Bei manchen liegen die Gründe dafür auf der Hand, bei anderen stimmen sie bedenklich. Deshalb schärfte Matarazzo vor dem schwierigen Heimspiel gegen RB Leipzig am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) nochmal die Sinne. Und das mit deutlichen Worten in Richtung seiner Spieler.

Ein Grund für den schwachen Rückrundenstart bei den Franken war für den Coach, „dass wir drei unterschiedliche Kategorien von Spielern auf dem Platz hatten. Die einen haben verstanden, um was es geht, und auch ihre Leistung abgerufen. Dann gibt es die Gruppe von Spielern, die verstanden haben, um was geht, aber aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind, es abzurufen.“ Als Beispiele nannte er Sasa Kalajdzic, der sein Comeback nach langer Verletzungspause gegeben hatte, und Chris Führich, der nach seiner im November erlittenen Corona-Infektion nach wie vor noch nicht wieder bei 100 Prozent ist.

Es gebe aber auch „die Kategorie von Spielern, wo man es einfach nicht akzeptieren kann in der Phase, in der wir aktuell sind“, so Matarazzo. Ein gewaltiger Warnschuss. Der in der Aufarbeitung des Fürth-Spiels offenbar aber auch schon erste Wirkung gezeigt hat. Er glaube, dass das nun in der Mannschaft angekommen sei, sagte Matarazzo, und spüre „auch bei den Spielern, die zuletzt nicht an Bord waren, eine andere Haltung zum Training und unserer Situation.“

Die Offensive ist personell schwer gebeutelt

Fest steht: Die Profis des VfB, die im Vollbesitz ihrer Kräfte sind, sollten schleunigst dafür sorgen, dass die Wende zum Positiven gelingt. Seit drei Liga-Partien sind die Schwaben sieg- und torlos. Vor dem 19. Spieltag liegen sie auf Tabellenplatz 15 - punktgleich mit dem 16. aus Augsburg. Der dritte Abstieg in sechs Jahren droht. Und die Offensive ist personell wie körperlich schwer gebeutelt.

Flügelspieler Silas Katompa Mvumpa wird auch gegen Leipzig noch fehlen. Der Kongolese hat die nach seiner Corona-Infektion angeordnete Quarantäne zwar verlassen. Er brauche aber noch „etwas mehr Zeit, bis er zu Kräften kommt“, sagte Matarazzo. Auch Stürmer Wahid Faghir ist raus aus der Isolation, aber noch keine Option für den Kader. Angreifer Omar Marmoush steht wegen seiner Teilnahme mit Ägypten am Afrika-Cup in Kamerun ohnehin nicht zur Verfügung.

Auch gegen RB, gegen das der VfB nach sieben Bundesliga-Duellen bei der traurigen Bilanz von sechs Niederlagen und einem Unentschieden steht, dürfte also wieder Vieles auf Kalajdzic und Führich ankommen. Und darauf, die «Räume, in denen man extrem mutig aufdrehen und Tempowechsel erzeugen kann, frühzeitiger zu erkennen», wie Matarazzo anmahnte. Die letzten 25 Minuten in Fürth und die Chancen, die man da gegen den Tabellenletzten kreiert habe, würden ihm Hoffnung machen.

Verteidiger Konstantinos Mavropanos sowie die Talente Mateo Klimowicz und Naouirou Ahamada, die infolge positiver Corona-Tests zuletzt gefehlt hatten, könnten gegen Leipzig wieder dabei sein. Genau wie die Mittelfeldspieler Daniel Didavi nach dem Kontakt zu einer positiv getesteten Person und Atakan Karazor nach Mittelfußproblemen. In welcher Verfassung und vor allem mit welcher Haltung sich der VfB nun präsentiert, dürfte nach Matarazzos Mahnung spannend werden.

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