VfB Stuttgart

Warum die Olympia-Teilnahme von Torhüter Florian Müller für den VfB kein Problem darstellt

Florian Müller
Torwart Florian Müller (re.) hat gut Lachen bei der Arbeit mit dem neuen Torwarttrainer Steffen Krebs (li.). © Danny Galm

Florian Müller soll beim VfB Stuttgart in die großen Fußstapfen von Gregor Kobel treten. Der Schweizer Keeper hat das Schwabenland in Richtung Dortmund verlassen und soll nun vom 23 Jahre alten Saarländer ersetzt werden. Eine schwierige Aufgabe. Auch weil Müller weite Teiler der Sommer-Vorbereitung verpassen wird. Für Sportdirektor Sven Mislintat und Florian Müller stellt das allerdings kein Problem dar.

Trainingslager ohne den neuen Schlussmann

Müller steht im Aufgebot von Nationaltrainer Stefan Kuntz für das olympische Fußball-Turnier in Japan (22. Juli bis 07. August). „Das ist eine Möglichkeit, die man nur einmal im Leben bekommt“, sagt Florian Müller, der nun ein paar Tage mit seinen neuen Teamkollegen trainieren kann und ab dem 12. Juli bei der DFB-Auswahl weilen wird. Das Trainingslager in Kitzbühel (17. bis 24. Juli) sowie zahlreiche Trainingseinheiten werden also ohne den Neuzugang stattfinden. 

Dass er nur wenig Zeit haben wird, sich mit den Abläufen und seinen Mitspielern vertraut zu machen, sieht Müller als wenig problematisch an: „Letztes Jahr kam ich erst vier Tage vom dem Saisonstart nach Freiburg. Dieses Jahr habe ich da deutlich mehr Zeit, weshalb ich mir keinen Stress mache.“

Auch Sportdirektor Sven Mislintat sieht in der Olympia-Teilnahme seines neuen Schützlings kein Problem: „Wir empfinden das als Ehre. Und für uns was klar, dass wir der deutschen Nationalmannschaft helfen wollen und unserem Torwart diese Möglichkeit eröffnen.“

Müller und die Mainzer Torwartschule

Die Chance, den nächsten Schritt in seiner noch jungen Karriere zu gehen, will Florian Müller beim Traditionsverein aus Bad Cannstatt in jedem Fall nutzen. Müller betrachtet den Transfer als „guten, logischen Schritt, um in die nächste Stufe zu gehen.“ Bei seinem Ausbildungsverein Mainz 05 sei es schwierig gewesen, „den Status ‚Jugend-Spieler‘ wegzubekommen. Es tut gut, dass der jetzt weg ist und ich in Stuttgart mit dem Status ‚Neuzugang‘ komme.“

Beim VfB soll gemeinsam mit dem neuen Torwarttrainer Steffen Krebs intensiv gearbeitet werden. Müller gilt bereits als kompletter Torhüter. In der Mainzer Torwartschule von Stephan Kuhnert (Müller: „Kuhni leistet dort einzigartige Arbeit“) bekam der gebürtige Saarländer die Grundlagen des modernen Torwartspiels beigebracht. Während seiner Leihe zum SC Freiburg in der vergangenen Saison entwickelte der 1,92 Meter Hüne vor allem seine technischen Fertigkeiten weiter. Nun geht es um den Feinschliff, um die Detailarbeit an Stärken und Schwächen.

Warum der VfB gut zu Müllers Spielstil passt

„Als die Option VfB Stuttgart aufkam, habe ich mich sehr gefreut. Das passt auch sehr gut zu meinem Spielstil“, sagt Müller, der sich vor allen Dingen als mitspielender Torwart definiert: „Ich will Fußball spielen, viel kurz hinten rausspielen.“ Genau jene Spielweise, die Cheftrainer Pellegrino Matarazzo in Stuttgart auf den Platz bringen lässt. Weshalb Kaderplaner Mislintat auch sagt: „Es war relativ schnell klar, dass das ein super Match ist. Sowohl für Flo als auch für uns.“

Wie sich Müllers Olympia-Teilnahme auf das Zusammenspiel der Abwehrkette mit dem ihrem neuen Schlussmann auswirken wird, werden die Fans schon in wenigen Wochen beobachten können. Die neue Bundesliga-Saison startet für den VfB am 14. August mit einem Heimspiel gegen Aufsteiger Fürth. Dann wird Müller höchstwahrscheinlich zum ersten Mal in einem Pflichtspiel für die Stuttgarter zwischen den Pfosten stehen. Womöglich ja als frischgebackener Olympia-Sieger.