VfB Stuttgart

Was ändert sich nach der Ausgliederung?

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Wolfgang Dietrich bleibt auch weiterhin der ehrenamtliche Präsident des eingetragenen Vereins (e.V.). © Danny Galm

Stuttgart.
Mit 84,2 Prozent stimmten die Mitglieder des VfB Stuttgart auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung für die Ausgliederungspläne der Vereinsführung. Doch wie geht es nun weiter? Wir beantworten die wichtigsten Fragen:

Wie sieht die neue Vereinsstruktur aus?

(Foto: VfB Stuttgart)


Wer sitzt im Aufsichtsrat der AG?

Der Aufsichtsrat der AG besteht aus neun Mitgliedern. Davon sind zwei Personen Präsidiumsmitglieder des e.V. (Präsident + Vize-Präsident). Der Präsident des e.V. schlägt der Hauptversammlung der AG sieben weitere Personen zur Wahl vor. Darunter einen Vertreter des Ankerinvestors (Wilfried Porth, Daimler AG) und einen Vertreter des Hauptsponsors (Franz Reiner, Mercedes-Benz Bank).


Wer wird Vorstand der AG?

Der Vorstand der AG wird aus dem bereits bestehenden Trio um Sportvorstand Jan Schindelmeiser, Marketingvorstand Jochen Röttgermann und Finanzvortand Stefan Heim bestehen.


Was passiert jetzt nach der Ausgliederung?

Zunächst einmal wird Wolfgang Dietrich Präsident des VfB Stuttgart 1893 e.V. bleiben. Der bisherige Ehrenrat übernimmt bis zur nächsten Mitgliederversammlung im Herbst kommissarisch die Rolle des Vereinsbeirats.

Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung wird der gesamte Vereinsbeirat neu gewählt. Der neue Vereinsbeirat soll den bisherigen Ehren- und Aufsichtsrat ersetzen. Dieser soll künftig den Präsidenten des e.V. zur Wahl vorschlagen.

Nach der Ausgliederung wird zeitnah die Hauptversammlung der AG zusammentreten. Der Aufsichtsrat der AG bestellt dann die drei Vorstände (Schindelmeiser, Röttgermann, Heim).

Bei einer zweiten Hauptversammlung mit einem Daimler-Vertreter (Stimmgewicht 11,75 %) wird dann der Aufsichtsrat der AG bestellt, der dann seinen Vorsitzenden und aus seiner Mitte den Präsidialausschuss wählt. Dann folgt die Umsetzung der Kapitalerhöhung und dann die Auszahlung des Geldes von Daimler an die AG.


Wo werden die 41,5 Millionen Euro investiert?

Der VfB Stuttgart wird nun in den nächsten Wochen die Verträge mit der Daimler AG unterzeichnen und so 41,5 Millionen Euro erhalten. Im Gegenzug bekommt der Autobauer 11,75 Prozent der Anteile an der neuen AG.

In der Konsequenz hat Sportvorstand Jan Schindelmeiser nun auch einen deutlich größeren Handlungsspielraum, was Neuzugänge im Sommer angeht. Auch die geplanten Bauarbeiten, welche die Infrastruktur rund um das Clubzentrum und das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) verbessern sollen, werden nun zeitnah beginnen.


Sollen weitere Investoren Anteile erwerben?

Für die maximal 24,9 Prozent der zu verkaufenden Anteile will der Verein insgesamt 100 Millionen Euro einnehmen. Als mögliche weitere Investoren gelten die Unternehmen Kärcher und Würth. Im Idealfall sollen fünf Unternehmen Beteiligungen erwerben.

Das Geld soll den Club schnell wieder an die Topclubs der Liga führen und dazu beitragen, dass durch den sportlichen Erfolg auch andere Einnahmenquellen wie TV-Geld und Sponsoring größer werden.


Wer entscheidet über den Verkauf weiterer Anteile?

Im Falle eine Ausgliederung werden sogenannte vinkulierte Namensaktien veräußert werden. Das heißt, dass diese nur mit der Zustimmung der Hauptversammlung weiterverkauft werden können.

Hierzu müsste ein Aktionär zunächst einen Interessenten finden und dann die Hauptversammlung um die Zustimmung zum Verkauf an diesen Interessenten bitten.

Dort kann der Verein mit mindestens 75,1 % der Anteile faktisch alleine entscheiden, ob er einem Verkauf zustimmen möchte.