VfB Stuttgart

Wilder Schlagabtausch in Stuttgart: Der VfB muss sich Borussia Dortmund mit 3:2 geschlagen geben

Fußball VfB Stuttgart vs. BVB Dortmund
Alle gegen Erling Haaland: Der VfB Stuttgart um Atakan Karazor und Sasa Kalajdzic lieferten Borussia Dortmund lange einen offenen Schlagabtausch. © Pressefoto Baumann

In einer wilden und unterhaltsamen Bundesliga-Partie musste sich der VfB Stuttgart der Borussia aus Dortmund knapp mit 3:2 geschlagen geben. Beide Teams schenkten sich nichts und bespielten sich mit offenem Visier, es ging teilweise hin und her. Die Stuttgarter stemmten sich in der Schlussphase mit allen Kräften gegen die Niederlage, konnten aber nicht nochmal zurückkommen. "Mit etwas mehr Glück hätten wir einen Punkt holen können", so VfB-Coach Pellegrino Matarazzo. Sasa Kalajdzic sorgte für die 1:0-Pausenführung, ehe der BVB durch Bellingham, Reus und Knauff das Spiel drehen konnten. Daniel Didavi hatte zum zwischenzeitlichen 2:2 getroffen.

BVB mit viel Druck, Kalajdzic trifft aus dem Nichts zur Führung

Sonnenschein, 20 Grad, gepflegter Rasen – die äußeren Bedingungen waren perfekt für das Duell des Tabellenneunten aus Stuttgart mit dem Dortmunder Star-Ensemble rund um Erling Haaland. VfB-Coach Pellegrino Matarazzo musste seine Elf im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Werder Bremen auf einer Position verändern: Anstatt des kurzfristig ausfallenden Kapitäns Gonzalo Castro rückte Atakan Karazor in die Startaufstellung. Dementsprechend ließ Trainer Edin Terzic die volle Kapelle in der Mercedes-Benz Arena auflaufen. Die Gäste übernahmen zu Beginn klar die Spielkontrolle und hatten in der 10. Spielminute durch Gio Reyna auch den ersten Torschuss.

In der 14. Spielminute musste Gregor Kobel einen Schuss aus rund 20 Metern über den Querbalken lenken, bei der anschließenden Ecke köpfte Bellingham über das Tor. Mitten in der Dortmunder Drangphase fiel aus dem Nichts das 1:0 für den VfB. Dass das Duo Sasa Kalajdzic und Borna Sosa Torgefahr ausstrahlt, hatte sich wohl noch nicht nach Dortmund durchgesprochen.  Der Kroate konnte auf der linken Seite völlig unbedrängt in den Strafraum flanken, wo der Österreicher am langen Pfosten lauerte. Der schlaksige Stürmer köpfte den Ball punktgenau per Bogenlampe ins lange Eck, Schlussmann Marvin Hitz war chancenlos.

Wütend stürmte der BVB in der Folge auf die Stuttgarter Abwehr zu, sowohl Marco Reus als auch Jude Bellingham hatten dicke Chancen auf den Ausgleich – der Druck der Dortmunder wurde immer größer. Es mangelte den Gästen aber an Präzision im Abschluss, zu oft agierten die BVB-Profis überhastet. Da auch die Schwaben ihre wenige Konterchancen zu unsauber ausspielten, ging es mit einer glücklichen Pausenführung für den VfB in die Halbzeit.

Dortmund dreht das Spiel in fünf Minuten

In Halbzeit zwei musste Terzic verletzungsbedingt wechseln, Emre Can ersetzte Mats Hummels in der Innenverteidigung. Schon nach zwei Minuten schafften die Dortmunder, was sie in weiten Teilen der ersten Hälfte verpasst hatten: den verdienten Ausgleich. Dahoud spielte aus dem Zentrum einen Steilpass auf Gio Reyna, der den Ball im Strafraum auf Jude Bellingham ablegte. Der Engländer schoss aus rund 14 Metern aufs kurze Eck, Gregor Kobel konnte nicht mehr entscheidend klären (47.). Nur fünf Minuten später schlug die Borussia erneut zu: Erling Haaland ließ einen Pass im Strafraum klug durch die Beine, Marco Reus schob den Ball aus halblinker Position überlegt ins lange Eck – Partie gedreht (52.).

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Die drohende Niederlage im Blick stellte Trainer Pellegrino Matarazzo nach rund einer Stunde um: Er brachte Daniel Didavi und Pascal Stenzel, die Stuttgarter agierten nun mit Viererkette. Nur fünf Minuten hätte der Ausgleich fallen müssen: Der eben eingewechselte Didavi brachte eine Hereingabe scharf an den Fünfmeterraum, Tanguy Coulibaly setzte den Ball völlig frei am leeren Tor vorbei – das hätte das 2:2 sein müssen (66.).

Wilde Schlussphase sorgte für den Dortmunder Sieg

Im Anschluss entwickelte sich eine turbulente Schluss-Viertelstunde. Rund zehn Minuten nach dem Fast-Ausgleich war es dann soweit, diesmal sorgte Daniel Didavi selbst für das 2:2. Nach einem katastrophalen Rückpass von Mateu Morey trieb Sasa Kalajdzic den Ball in die Dortmunder Hälfte, Tanguy Coulibalys Pass landete bei dem Stuttgarter Mittelfeldmann, der den Ball aus rund acht Metern ins lange Eck schoss (78.).

Nur knapp eine Minute später ging der BVB erneut in Führung: Nach einem schlampigen Einwurf von Borna Sosa landete der Ball beim Youngstar Ansgar Knauff, der den Ball aus rund zwölf Metern ins lange Eck schlenzte. Sowohl Atakan Karazor als auch Wataru Endo gingen zu zögerlich in den Zweikampf (80.). Es war der Schlusspunkt eines wilden Schlagabtauschs, der weitere 45 Minuten verdient hätte.

VfB Stuttgart - Borussia Dortmund 2:3 (1:0)

Stuttgart: Kobel - Mavropanos (61. Stenzel), Anton, Kempf (86. Churlinov) - Sosa, Förster (68. Thommy), Karazor, Endo, Coulibaly (86. Klement) - Klimowicz (61. Didavi) - Kalajdzic

Dortmund: Hitz - Guerreiro, Hummels (46. Can), Akanji, Morey (84. Piszczek)- Dahoud, Delaney - Reus (67. Knauff), Bellingham (79. Brandt), Reyna (79. Hazard) - Haaland

Tore: 1:0 Kalajdzic (17.), 1:1 Bellingham (47.), 1:2 Reus (52.). 2:2 Didavi (78.), 2:3 Knauff (80.)

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)

Zuschauer: -

Gelbe Karten: Sosa (21.), Förster (28.), Kempf (49.), Anton (82.) - Hummels (31.)