VfB Stuttgart

Wildes VfB-Remis gegen Eintracht Frankfurt: Mehr als nur ein Unentschieden

Fußball Bundesliga Eintracht Frankfurt vs. VfB Stuttgart
Und drin ist der Ball: Omar Marmoush trifft in seinem ersten Spiel für den VfB. © Hansjürgen Britsch

Manchmal spiegelt das Ergebnis eines Spiel nicht einmal im Entferntesten wider, was sich tatsächlich auf dem Rasen abgespielt hat. So geschehen am Sonntag (12.09.) zwischen dem VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt. Das Endresultat (1:1) lässt auf den ersten Blick ein handelsübliches Bundesliga-Duell vermuten. Dabei war der intensive Kick zwischen den Schwaben und den Hessen so viel mehr als nur ein schnödes Unentschieden. 

Kostic und der „Ausgrechnet-Moment“

Da war zum einen der berühmt-berüchtigte „Ausgerechnet-Moment“, als der Ex-Stuttgarter Filip Kostic die Eintracht in der 79. Minute in Führung brachte und alles zunächst nach einer großen Versöhnungs-Party vor 25.000 Fans im Deutsche-Bank-Park aussah. Schließlich hatte der Serbe unlängst versucht, seinen Wechsel zu Lazio Rom zu erstreiken. Doch dann war da auch noch der quirlige Ägypter Omar Marmoush, der den Stuttgartern in seinem ersten Spiel im Trikot mit dem roten Brustring ein spätes Remis sicherte. Und das auch noch in Unterzahl. VfB-Verteidiger Waldemar Anton hatte zuvor in der 82. Minute wegen einer Notbremse zurecht eine Rote Karte gesehen. 

Und als wären das nicht schon genug Geschichten für 94 Minuten Bundesliga-Fußball, lieferte Rafael Borré in der vierten Minute der Nachspielzeit noch einen scheppernden Schlussakkord. Der Kolumbianer in Diensten der SGE traf nach Vorarbeit von Kostic nur den Querbalken. Erst nach Ansicht diverser Zeitlupe wurde klar, dass VfB-Keeper Florian Müller den Ball noch mit den Fingerspitzen an die Latte gelenkt hatte. Ein wahres Spektakel in der Schlussphase und dabei hatte es lange Zeit vielmehr nach einem zähen Kampfspiel ohne Sieger ausgesehen.

Viele Fehler im Spielaufbau: Untypisches VfB-Spiel

Nach acht Gegentoren aus den ersten drei Partien hatte der VfB-Fokus nämlich zunächst auf der Torverhinderung gelegen. Worunter das Offensivspiel merklich litt. Ganz untypisch für das sonst so saubere Stuttgarter Passspiel hakte es aufgrund der vielen Ungenauigkeiten vor allem im Spiel mit dem Ball. Gemixt mit individuellen Fehlern in der Defensive entwickelte sich vor 25.000 Zuschauern eine wenig ansehnliche Partie. Aber auch die Eintracht kam vor heimischen Publikum nur schwer in die Gänge. Heraus kam ein wenig spektakuläres 0:0 zur Halbzeitpause. 

Präzision und Struktur waren auch zu Beginn der zweiten 45 Minuten auf beiden Seiten nur rudimentär vorhanden. Mit zunehmender Spieldauer wurde es dann auf dem Platz (und auch vor den Toren) immer hektischer. Das gesamte Spiel kulminierte schlussendlich in der teils vogelwilden Schlussphase. „Dieser Punkt ist extrem wichtig. Wir nehmen viel Rückenwind mit“, pustete Stuttgarts Cheftrainer Pellegrino Matarazzo nach dem Schlusspfiff kräftig durch. Schließlich können die Stuttgarter mit dem einen Zähler deutlich besser leben als die Hausherren, die nach vier Saisonspielen weiter auf ihren ersten Sieg warten. 

SG Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart 1:1 (0:0)

Frankfurt: Trapp - Durm (80. Da Costa), Ndicka, Hinteregger, Lenz - Sow, Hrustic (59. Jakic), Hauge (80. Paciencia), Kamada, Lindström (59. Kostic) - Lammers (70. Borre)

Stuttgart: Müller - Kempf (80. al Ghaddioui), Anton, Mavropanos - Sosa (70. Ito), Endo, Karazor, Massimo (62. Coulibaly) - Klement (70. Mangala), Klimowicz (62. Beyaz) - Marmoush

Tore: 1:0 Kostic (79.), 1:1 Marmoush (88.)

Schiedsrichter: Matthias Jöllenbeck (Freiburg)

Zuschauer: 25.000

Gelbe Karten: Lenz / Marmoush, Anton, Coulibaly, Mangala

Rote Karte: Anton (82. Notbremse)