VfB Stuttgart

Zukunft des VfB Stuttgart: Wie Sven Mislintat den Kader für die neue Saison plant

Sven Mislintat
VfB-Sportdirektor Sven Mislintat. © Danny Galm

Sven Mislintat wirkt am Telefon gelassen, im Hintergrund zwitschern die Vögel. Dass es beim VfB Stuttgart diesen Sommer den einen oder anderen prominenten Transfer geben wird, pfeifen die Spatzen schon länger von den Dächern. Sasa Kalajdzic, Borna Sosa und Orel Mangala gelten seit Wochen als Kandidaten für einen Wechsel. Es ist wahrscheinlich, dass mindestens einer der drei Spieler den schwäbischen Fußball-Bundesligisten verlassen wird. Wahrscheinlicher sind zwei Abgänge. Vor allem die Causa Kalajdzic sorgt für Gesprächsstoff. Ernst gemacht hat laut Mislintat im Buhlen um den Österreicher aber noch keiner der Interessenten. Der Sportdirektor selbst sucht einen Abwehrspieler.

„Wir hoffen nach wie vor, dass er bleibt“

Verkaufen oder verlängern lautet Mislintats Devise beim umworbenen Nationalstürmer Kalajdzic. „Wir hoffen nach wie vor, dass er bleibt“, sagte der 49-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Es gibt zudem die Aussage von Sasa, dass er uns – auch mit Blick auf die Unterstützung, die er von uns erhalten hat – nicht ablösefrei verlassen wird. Heißt: Wenn diesen Sommer kein Wechsel zustande kommt, haben wir berechtigte Hoffnung, dass er auch noch mal verlängert.“

Kalajdzic' Vertrag beim VfB läuft noch bis zum 30. Juni 2023. Neben dem FC Bayern München sollen auch Borussia Dortmund und weitere Topclubs aus dem Ausland an einer Verpflichtung des 24-Jährigen interessiert sein. Der Stürmer erzielte in seinen bisherigen drei Jahren in Stuttgart 24 Pflichtspiel-Tore, wurde aber auch mehrfach von schweren Verletzungen zurückgeworfen. 

Er selbst hatte seine Zukunft Anfang der Woche offen gelassen. „Es wird keinen Schnellschuss geben“, hatte Kalajdzic im Trainingslager der österreichischen Nationalelf in Bad Tatzmannsdorf gesagt. „Es ist nichts ausgeschlossen, ich bin für alles offen.“ Eine Trennung wirkt aber wahrscheinlicher als ein Verbleib beim VfB.

Auch Sosa und Mangala könnten gehen

Neben Kalajdzic werden auch Außenverteidiger Borna Sosa (Vertrag bis 2025) und Mittelfeldspieler Orel Mangala (Vertrag bis 2024) seit Wochen als Wechselkandidaten gehandelt. Der Kroate Sosa, so wird spekuliert, soll inzwischen auch in Dortmund auf der Liste stehen.

Dass die von der Corona-Krise finanziell schwer getroffenen Schwaben frisches Geld durch Spielertransfers gut gebrauchen können, ist kein Geheimnis. 

„Fakt ist: Wir müssen nicht alle drei verkaufen“, betonte Mislintat aber. „Und es ist auch noch für keinen der drei ein konkretes Angebot von einem Verein bei uns eingegangen. Wir sind dementsprechend entspannt. Und wir haben bei allen dreien konkrete Preisvorstellungen.“

Bei Kalajdzic soll die gewünschte Ablösesumme der Stuttgarter rund 30 Millionen Euro betragen. Bei Sosa stehen 25, beim belgischen Nationalspieler Mangala 20 Millionen Euro im Raum.

Auf dieses Gerüst setzt Mislintat

Das Gerüst, auf das Mislintat und der VfB unabhängig von diesem Trio auch in der neuen Saison setzen wollen, steht derweil: Unter anderen gehören Torhüter Florian Müller, die Verteidiger Waldemar Anton, Konstantinos Mavropanos und Hiroki Ito, die Mittelfeldspieler Wataru Endo, Atakan Karazor, Enzo Millot und Naouirou Ahamada sowie die Offensiven Silas Katompa Mvumpa, Tiago Tomás und Chris Führich dazu.

Eine Rückkehr des zuletzt ausgeliehenen Omar Marmoush, dessen Vertrag beim VfL Wolfsburg zum 30. Juni 2023 endet, ist unwahrscheinlich. Aktuell sieht sich Mislintat nach einem vielseitig einsetzbaren Defensivmann um. Hektisch wird der Westfale aber auch dabei nicht.