VfB Stuttgart

Wie der VfB in der Corona-Krise ums wirtschaftliche Überleben kämpft

Geschäftsstelle VfB Stuttgart, VfB, Symbolbild
Symbolbild. © Danny Galm

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise treffen auch den VfB Stuttgart hart. Der Verein kämpft ums wirtschaftliche Überleben. Viele Vereinsmitarbeiter sind mindestens bis Ende des Jahres in Kurzarbeit, die E-Sports-Abteilung wird eingestampft und bei der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat der Bundesliga-Aufsteiger einen millionenschweren Hilfskredit beantragt.

Dies „war eine unserer getroffenen Maßnahmen zur Wahrung des wirtschaftlichen Fortbestands des VfB in einer Zeit, in der niemand vorhersagen konnte, wann und wie es im Fußball weitergehen würde“, erklärte Finanzvorstand Stefan Heim gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Offenbar soll es sich um eine Summe von zehn bis 15 Millionen Euro handeln. Bislang ist der Kredit nicht ausgezahlt worden. Seit rund drei Monaten warten die Stuttgarter auf den Bescheid aus Berlin. Laut dem Bericht der StZ könnte in den nächsten Tagen über den VfB-Antrag beraten werden.

Doch an welche Bedingungen ist der Kredit geknüpft? Was muss der Verein tun, um die staatlichen Corona-Hilfen zu bekommen? Fragen und Antworten zum Kreditantrag des VfB:

Was ist die KfW?

Die KfW, kurz für Kreditanstalt für Wiederaufbau, ist eine deutsche Förderbank. Sie wurde 1948 mit dem Ziel gegründet, den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft nach dem 2. Weltkrieg zu finanzieren. Heute ist die KfW hauptsächlich für die Förderung von Mittelstand und Firmengründern zuständig, sie gewährt Kredite für mittelständische Unternehmen und den Wohnungsbau.

Wieso stellt der VfB einen Antrag bei der KfW?

Die KfW stellt für Unternehmen, die durch die Corona-Krise in finanzielle Schräglage geraten sind, Kredite bereit. Das Ziel: Schnelle und unkomplizierte Hilfe für (hauptsächlich) mittelständische Unternehmen in Form von zinsgünstigen Krediten. Auch der VfB hat nach den vergangenen Corona-Monaten Probleme, zahlungsfähig zu bleiben. Daher beantragt er den Kredit, um weiterhin Gehälter von Spielern und Angestellten etc. zu zahlen.

Wie läuft die Antragstellung für den VfB ab?

Die Antragstellung erfolgt über die jeweilige Hausbank. Die Bank prüft den Antrag und leitet diesen an die KfW weiter. Die Kreditanstalt prüft den Antrag intern nochmal, bevor sie ihn freigibt. Da vorab aber die Bank intensiv die Kreditbedingungen prüft, stützt sich die KfW bei der eigenen Prüfung auf die Ergebnisse der Bank. Beispielsweise werden nur noch grundlegende Voraussetzungen – wie die Kreditwürdigkeit, die Sicherheiten oder die Risikoabsicherung des Kredits - gecheckt. Eine Kreditprüfung wie im Fall des VfB dauere circa eine Woche bis zehn Tage, erklärte ein KfW-Pressesprecher auf Nachfrage unserer Redaktion.

An welche besonderen Bedingungen muss sich der VfB halten?

Eigentlich an keine. Für den VfB gelten normale Kreditbedingungen wie bei einem normalen Kredit auch. Sprich: festgelegte Laufzeiten, Tilgungsraten oder Zinsbindung. Auch bei der Bank, die vor der Antragstellung des Kredits alle nötigen betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen checkt, läuft das normale Prüfverfahren. Aber darüber hinaus muss der Verein keine besonderen Regeln einhalten.

Haben auch noch andere Clubs einen Antrag auf Corona-Hilfen gestellt?

Mit dem Antrag auf staatliche Corona-Hilfen steht der VfB Stuttgart nicht allein da: Der FC Schalke 04 hatte kürzlich beim Land Nordrhein-Westfalen um eine Bürgschaft gebeten. Auch Werder Bremen bestätigte, Kredite bei der staatlichen KfW-Bank beantragen zu wollen. Und selbst beim BVB soll es laut einem Spiegel-Bericht ähnliche Pläne gegeben haben. 

Gibt es Kritik?

Das Vorgehen der Proficlubs in der Corona-Krise ist legitim, aber durchaus diskussionswürdig. So kritisierte zum Beispiel Jens Ammann vom Bund der Steuerzahler im Business Insider: „Es ist ein Problem, wenn gescheiterte Geschäftsmodelle im Fußball durch Steuergelder künstlich erhalten werden. Es kann nicht sein, dass Profigehälter in Millionenhöhe am Ende womöglich mit Steuergeldern bezahlt werden.“ Linken-Chef Bernd Riexinger sagte der Stuttgarter Zeitung: „Es gibt andere, die das Geld dringender brauchen.“