Kaisersbach/Alfdorf 40 Prozent können im Sandland keinen Notruf absetzen

100 Antworten der Bürgerinnen und Bürger verdeutlichen die Probleme mit dem Telefonanschluss, Mobilfunknetz und Internet im Sandland. Foto: ZVW/Jörg Hinderberger

Alfdorf/Kaisersbach.
Wer seit ein paar Tagen immer wieder ins Sandland in die Gehöfte und Teilorte fährt, der merkt, dass sich etwas getan hat. In manchen Gebieten zwischen Alfdorf und Kaisersbach hat der Bürger mit einem Telekom-Netz leichten Mobilfunkempfang. Auch auf dem Weg in den Birkhof ist kurz nach dem Ortsschild ein Netz vorhanden, ehe es mittendrin wieder komplett verschwindet.

„Wir merken, dass sich etwas verändert hat. Irgendetwas hat die Telekom umgestellt, ohne etwas zu bauen. Es ist positiv, dass die Telekom nun Präsenz zeigt und sich um die Probleme kümmert. Aber wir haben noch längst nicht überall ein funktionierendes Mobilfunknetz. Auch die privaten Telefone machen oft noch Probleme, und vom Internet müssen wir nicht reden. Hier ändert sich erst mit dem Breitbandausbau etwas“, erklären Marco Lindauer und Daniel Fezer unisono.

Die Deutsche Telekom AG zeigt Präsenz und bietet Hilfe an

Lindauer und Fezer haben sich darum gekümmert, dass möglichst viele betroffene Bürgerinnen und Bürger sich dazu äußern, welche Probleme jeder einzelne Haushalt mit dem Telefon, Mobilfunknetz und Internet hat. Insgesamt gab es 100 zurückgegebene Antwortbögen. Folgendes Ergebnis:

  • Ich habe eine gute Telefonversorgung = 19 Prozent
  • Meine Telefonversorgung habe ich über das Internet abgedeckt und dies funktioniert gut = 19 Prozent
  • Meine Telefonversorgung habe ich über das Internet abgedeckt und dies funktioniert nicht gut = 35 Prozent
  • Meine Telefonversorgung habe ich über den analogen Anschluss der Telekom. Dieser Anschluss funktioniert gut = 15 Prozent
  • Meine Telefonversorgung habe ich über den analogen Anschluss der Telekom. Dieser Anschluss funktioniert nicht gut = 11 Prozent
  • Ich kann im Notfall keinen gesicherten Notruf absetzen = 40 Prozent
  • Ich habe von dem ISDN-Anschluss der Telekom auf analog umgestellt und es funktioniert gut = 5 Prozent
  • Ich habe von dem ISDN-Anschluss der Telekom auf analog umgestellt und es funktioniert nicht gut = 8 Prozent.

Aufgrund des gestiegenen Medieninteresses und vor allem der Tatsache, dass immer noch 40 Prozent der Bürger im Sandland keine gesicherten Notrufe absetzen können, muss die Deutsche Telekom AG gemeinsam mit den Verwaltungen aus Kaisersbach und Alfdorf handeln. Ein erster Schritt ist ein Runder Tisch, der am Dienstag, 18. Februar, stattfindet. Hierzu treffen sich Vertreter der Deutschen Telekom AG, Landrat Dr. Richard Sigel, Kaisersbachs Bürgermeisterin Katja Müller, Vertreter der Bürgerinitiative, Pfarrer Eberhard Bauer (Hellershof) und Gemeinderäte aus Alfdorf und Kaisersbach. Gemeinsam soll ein Weg besprochen werden, mit dem Ziel, das Sandland mit Telefon, Mobilfunknetz und Internet schnellstmöglich auszustatten.

„Das Ziel muss sein, die gemeinsamen Interessen von Kaisersbach und Alfdorf mit der Telekom anzupacken und Lösungen zu schaffen. Man muss aber die Probleme separat behandeln. Kurzfristig kann die Lösung für das Telefon und Handy nur eine LTE-Antenne sein, damit zumindest im Notfall jeder Hilfe rufen kann. Mittelfristig ist der Breitbandausbau in Kaisersbach und sicher auch in Alfdorf unumgänglich, damit ortsansässige Firmen dableiben und neues Gewerbe kommt“, äußert sich Bernd Basler, stellvertretender Bürgermeister in Kaisersbach.

Telefonie über das Internet ist das größte Problem beim Thema Notruf

Bei genauer Betrachtung der 100 Antwortbögen ist zu sehen, dass die Kombination aus Telefonieren über das Internet und keine gesicherten Notrufe zusammenhängt. 25 Prozent der Bürger, die über das Internet telefonieren, können keine gesicherten Notrufe abgeben. „Wir wünschen uns, dass nun am Runden Tisch Entscheidungen getroffen werden. Uns ist egal, wer in der Vergangenheit welche Fehler oder Versäumnisse gemacht beziehungsweise begangen hat“, sagt Marco Lindauer. Unter anderem möchte sich die Firma Eisemann Reisen im Birkhof vergrößern. „Ohne funktionierendes Internet und Telefon werden wir nicht bauen“, sagt Daniel Fezer von Eisemann Reisen.

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