Alfdorf

Der DRK-Ortsverein Alfdorf und Michael Linde hoffen, dass die Corona-Krise nicht mehr zu lange anhält

DRK Alfdorf-Welzheim
Das Team um den stellvertretenden Bereitschaftsleiter des Ortsvereins DRK Alfdorf, Michael Linde (rechts), kämpft sich durch die Corona-Krise. Es gibt positive und negative Erfahrungen. © Benjamin Büttner

Der Ortsverein Alfdorf des Deutschen Roten Kreuzes hat sich während der anstrengenden Zeit in der Corona-Pandemie gut durchgekämpft. So wurden zum Beispiel Übungsabende digitalisiert, denn klar ist, dass nur ein guter Rettungshelfer ein guter Helfer ist, wenn er in der Übung bleibt.

Der stellvertretende Bereitschaftsleiter des DRK Alfdorf, Michael Linde aus Welzheim, sagt: „Das Positive aus der Krise ist, dass die Mitglieder, die bisher keine Zeit hatten, zu den Übungsabenden zu kommen, von zu Hause aus alles anschauen und sich weiterbilden können.“ Probleme gibt es dennoch, denn der Nachwuchs konnte nicht persönlich eingeladen werden, die ehrenamtliche Arbeit des DRK Alfdorf kennenzulernen.

Kooperation zwischen Alfdorf, Welzheim und Kaisersbach

Insgesamt gibt es 34 Helfer für den Bereitschaftsdienst. Im Alfdorfer Jugendrotkreuz sind 40 Mitglieder dabei, aufgeteilt in zwei Gruppen: das Mini-Rot-Kreuz (sechs bis zwölf Jahre) und das Jugend-Rot-Kreuz (zwölf bis 16 Jahre). In Alfdorf gibt es vier Fahrzeuge. Der Alfdorfer Ortsverein unterstützt im Bereitschaftsdienst den Ortsverein des DRK Welzheim/Kaisersbach, „da diese Gruppe nicht so viele Mitglieder hat, um eigenständig einen Bereitschaftsdienst aufrechtzuerhalten“, so Michael Linde. Gespannt ist Michael Linde, mit wie vielen Mitgliedern der DRK-Ortsverein Alfdorf aus der Corona-Krise herauskommt: „Wenn man sich nicht treffen darf, besteht immer das Risiko, dass man abspringt oder aus seiner Komfortzone nicht mehr herauskommt. Bei Jugendlichen fehlen die persönliche Ansprache und das persönliche Treffen, um Lust auf die Arbeit beim DRK zu wecken. Und über ein Jahr lang Stillstand ist hier nicht gut, so dass wir nicht wissen, was danach noch an Mitgliedern vorhanden ist.“

Daher wird die Mitgliedergewinnung sehr wichtig sein in den nächsten Monaten: „Motivation und Teamgeist sind die beiden Faktoren, Vorkenntnisse sind nicht nötig“, erklärt Michael Linde. Jedes neue Mitglied erhält zunächst einen Erste-Hilfe-Kurs, und anschließend geht es weiter mit der Einsatzkräfteausbildung. „Hier wird ein Sanitäterlehrgang gemacht, dann geht es weiter mit dem Thema Einsatztaktik, und vieles mehr, aber jeder nur so viel, wie er möchte“, so Linde. Auch die Finanzsituation ist in der Corona-Zeit nicht gut beim DRK Alfdorf. „Es sollte nicht mehr zu lange mit der Krise gehen, da wir seit Monaten schon auf finanzielle Rücklagen zurückgreifen müssen“, sagt Michael Linde. Wie sehr Alfdorf und Welzheim kooperieren, zeigt auch die Tatsache, dass in Welzheim ein Notarzt stationiert ist.

Seit März 2020 ist in Welzheim ein Notarzt stationiert

„Die Patienten profitieren davon, dass nun ein komplettes Team bestehend aus Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug zügig am Notfallort eintrifft“, sagt René Demisch von der DRK-Rettungswache in Welzheim. Mehr als 35 000 Einsatzkilometer hat das neue Notarzteinsatzfahrzeug in einem Jahr zurückgelegt, „und das nur in Kurzstrecke“, sagt Rettungswachenleiter René Demisch. Täglich rückt das Team an Bord des Notarzteinsatzfahrzeugs in Welzheim aus, um gemeinsam mit der Besatzung des Rettungswagens Menschen zu helfen. Etwa eine Minute nach der Alarmierung öffnen sich die Tore, und Rettungswagen und Notarzt mit jeweils zwei Rettern an Bord verlassen die Wache. 24 Stunden am Tag ist die Wache besetzt, und in weniger als acht Minuten sind unter anderem Gemeinden wie Alfdorf und Kaisersbach zu erreichen.

Notfallrettung im Nordosten optimiert

Unter anderem die Welzheimer Wache wurde erweitert, weil der Bereichsausschuss im Rettungsdienstbereich Rems-Murr nach einem Gutachten entschieden hatte, den Rettungsdienst im Landkreis massiv auszubauen. Der Versorgungsbereich im Nordosten des Landkreises wurde aufgeteilt. Die bisherige Notarztwache in Althütte wurde Ende 2019 nach Murrhardt verlegt und die Rettungswache Welzheim in 2020 um einen Notarztstandort erweitert, denn in Murrhardt und Welzheim passieren die meisten Notfälle. „Nach knapp eineinhalb Jahren können wir festhalten: Mit den umgesetzten Maßnahmen haben wir die Notfallrettung im Nordosten optimiert“, sagt DRK-Rettungsdienstleiter Marco Flittner. „Die Kostenträger, die gesetzlichen und privaten Krankenkassen, Landkreis und Leistungserbringer wie das DRK, haben die richtigen Schlüsse aus dem Gutachten gezogen.“ Vor allem im ländlichen Raum hatten lange Anfahrtswege in der Vergangenheit immer wieder zu längeren Eintreffzeiten geführt, vor allem bei Notarzteinsätzen. Neben Welzheim, Alfdorf, Kaisersbach und Rudersberg sind nun auch Walkersbach, Haubersbronn, Plüderhausen und Urbach deutlich schneller zu erreichen.

Welzheim erhielt ein neues Notarzteinsatzfahrzeug auf Basis eines Audi Q5, ausgestattet mit modernster Medizin- und Fahrzeugtechnik. „Wir haben die Chance genutzt und ein neues Fahrzeugkonzept entwickelt“, so René Demisch. Die notfallmedizinische Grundausstattung sowie die medizinisch-technische Ausstattung wurden so im Fahrzeug angeordnet und untergebracht, dass je nach Notfall alle Geräte und Materialien mit wenigen Handgriffen zu erreichen sind und keine Zeit verloren geht.

Ein komplettes Team, Notarzt und Rettungswagen, trifft nun zeitnah ein und versorgt die Patienten zügig und höchst effizient. Wenn es notwendig ist, begleitet der Notarzt an Bord des Rettungswagens, der dann zu einer „rollenden Intensivstation“ wird, den Patienten ins Krankenhaus. Das Notarzteinsatzfahrzeug bringt den Notarzt anschließend wieder zurück zur Rettungswache – oder direkt zum nächsten Einsatz. Wenn Menschen dringend einen Notarzt benötigen, weil sonst mit schwersten medizinischen Schäden zu rechnen ist, rückt dieser zusätzlich mit aus, sagt René Demisch. Vom Herzinfarkt bis zum schweren Unfall reicht das Spektrum. Bei rund 15 von 100 Einsätzen ist dies der Fall. Der neue Standort Welzheim verkürzt die Eintreffzeit am Notfallort.

Der Ortsverein Alfdorf des Deutschen Roten Kreuzes hat sich während der anstrengenden Zeit in der Corona-Pandemie gut durchgekämpft. So wurden zum Beispiel Übungsabende digitalisiert, denn klar ist, dass nur ein guter Rettungshelfer ein guter Helfer ist, wenn er in der Übung bleibt.

Der stellvertretende Bereitschaftsleiter des DRK Alfdorf, Michael Linde aus Welzheim, sagt: „Das Positive aus der Krise ist, dass die Mitglieder, die bisher keine Zeit hatten, zu den Übungsabenden zu

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