Alfdorf

Kein Zug, wenig Busse: Lohnt sich das 9-Euro-Ticket auf dem Land?

Bushaltestelle Haltestelle Schild Symbol Symbolbild symbolfoto
Symbolfoto. © ZVW/Gabriel Habermann

„Für neun Euro fahren Sie einen Monat lang im Juni, Juli oder August im Nahverkehr durch ganz Deutschland“, mit diesen Worten wirbt die Deutsche Bahn für das Fahren mit den Zügen. Aber was machen Menschen, die zum Beispiel in Cronhütte bei Kaisersbach oder in Höldis bei Alfdorf wohnen? Hier hält kein Zug. Und auch eine gute und schnelle Busverbindung zu einem Zug ist schwierig. Das Neun-Euro-Ticket ist laut den Bürgermeistern aus Alfdorf und Kaisersbach, Ronald Krötz und Michael Clauss, eine tolle Sache, aber für den ländlichen Raum nicht so einfach umsetzbar.

Hier würde man sich viel lieber ein noch besseres Busliniennetz wünschen.

Michael Clauss, Bürgermeister in Kaisersbach, erklärt: „Für die Akzeptanz des ÖPNV ist in erster Linie ein gutes Angebot an Verbindungen ausschlaggebend. Und daran hapert es im ländlichen Bereich oftmals. Speziell in Kaisersbach gibt es einige große Lücken bei den Busverbindungen. Das Neun-Euro-Ticket ist somit überwiegend in städtischen Strukturen mit guten Linienverbindungen von Bahn, S- und U-Bahn sowie Bus sinnvoll. Im ländlichen Raum gilt es, zuerst das Angebot an (Bus-) Linien aufzuwerten.“

Ohne Pkw ist es kaum möglich, das Neun-Euro-Ticket zu nutzen

Und sein Amtskollege aus Alfdorf, Ronald Krötz, meint: „Für die Kommunen, die direkt an einer Eisenbahnlinie liegen, ist das Neun-Euro-Ticket super. Für uns hier uff em Wald ist es eine Herausforderung, ohne Pkw zu leben, vor allem in den Alfdorfer Teilorten. Das Neun-Euro-Ticket rechnet sich, wenn man den Bus nutzen kann bis zum Bahnhof. Aber schön wäre, wenn das Netz mit Buslinien hier weiter ausgebaut wird. Aber bei neun Euro kann man sich überlegen, ab und zu auf das Auto zu verzichten und eine Zugreise zu planen, zumindest aus den großen Teilorten in Alfdorf.“

Soll Welzheim mit dem Zug an den Nahverkehr angeschlossen werden?

Würde es in Welzheim eine Haltestelle für den Nahverkehr mit Zügen geben, dann sähe vieles einfacher aus für die Bürger im Welzheimer Wald. Seit mehr als 110 Jahren gibt es eine Eisenbahn im Wieslauftal, seit fast 109 Jahren fährt der Zug - mit Pausen dazwischen - nach Welzheim. Seit zehn Jahren dampft oder dieselt die Welzheimer Waldbahn als Museumsbahn den Berg hinauf. Ob Welzheim irgendwann einmal wieder zusätzlich über die Eisenbahn an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen wird, ist offen. Das Land Baden-Württemberg ist jedenfalls bemüht, solche Bahnstrecken wieder zu aktivieren, und die Stadt Welzheim würde sich vermutlich nicht dagegen verschließen. Und Alfdorf und Kaisersbach würden dann auch profitieren, doch das Neun-Euro-Ticket wird es in dieser Form dann nicht mehr geben, bis hier eine Entscheidung fällt.

„Für neun Euro fahren Sie einen Monat lang im Juni, Juli oder August im Nahverkehr durch ganz Deutschland“, mit diesen Worten wirbt die Deutsche Bahn für das Fahren mit den Zügen. Aber was machen Menschen, die zum Beispiel in Cronhütte bei Kaisersbach oder in Höldis bei Alfdorf wohnen? Hier hält kein Zug. Und auch eine gute und schnelle Busverbindung zu einem Zug ist schwierig. Das Neun-Euro-Ticket ist laut den Bürgermeistern aus Alfdorf und Kaisersbach, Ronald Krötz und Michael Clauss, eine

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper