Kaisersbach

Kann sich Kaisersbach ein neues Feuerwehrfahrzeug leisten?

Feuerwehr
Symbolfoto. © ZVW/Gaby Schneider

Kann sich die Gemeinde Kaisersbach trotz eines hohen Minus in der Kasse in den nächsten Jahren ein neues Feuerwehrauto leisten? Nötig ist es, denn das bisherige Fahrzeug ist 31 Jahre alt. Die Alternative wäre ein gebrauchtes Löschfahrzeug, denn eine gut besetzte Freiwillige Feuerwehr weiterhin im „Eigentum“ der Gemeinde zu haben, möchten Bürgermeisterin Katja Müller und der Gemeinderat nicht aufgeben.

„Wir sind stolz auf unsere Feuerwehr und wir wissen, dass sie dieses Auto benötigt“, so Katja Müller.

Gemeinderätin Birgitta Braun-Calka erklärte in der Gemeinderatssitzung: „Der Bedarfsplan unserer Feuerwehr zeigt, dass wie hier jedes Jahr sehr hohe Kosten haben, was es in unserer momentanen Lage nicht erleichtert, Entscheidungen zu treffen. Der Dank gilt unserer Feuerwehr-Truppe für ihre Leistung. Es steht aber im Bedarfsplan, dass in vielen Teilorten Löschwasser fehlt. Wäre es daher nicht wichtiger, zunächst Möglichkeiten für Löschwasser zu schaffen, bevor man ein neues Fahrzeug kauft? Wir haben hier seit Jahren kein Konzept in unserer Gemeinde. Ich will das Fahrzeug nicht infrage stellen, aber uns fehlt das Geld.“

Weiter machte Birgitta Braun-Calka der Verwaltung den Vorwurf, über Jahre „getrödelt“ zu haben: „Der Rat hätte sich die Situation rund um die Feuerwehr anders vorgestellt. Für mich haben Breitband und Wasserversorgung mehr Priorität. Seit fünf Jahren wurde hier aber nichts gemacht. Ich hoffe, wir kommen mit einem blauen Auge davon. Leider haben wir keine Baugebiete, über die Einnahmen kommen. Jetzt sind die Kassen leer, und es muss alles auf den Prüfstand. Den Zuschuss des Feuerwehrautos möchte ich nicht gefährden, aber neun Ortsteilen fehlt Löschwasser.“

Mehrheit des Gemeinderats entscheidet sich für neues Fahrzeug

Gemeinderat Bernd Basler hat eine andere Meinung und sagte: „Wir benötigen das neue Fahrzeug für die Feuerwehr. Und wir müssen beides tun, sowohl Löschwasser und das Auto sind wichtig. Klar haben wir das Geld nicht, doch wir haben erst vor kurzem einen Werkraum für die Grundschule für 100 000 Euro genehmigt, daher muss nun auch die Feuerwehr das Löschfahrzeug bekommen.“ Gemeinderat Hans-Dieter Schwenger formulierte die Situation rund um die Feuerwehr in einem Bild: „Das Feuerwehrauto ist wichtig. Wenn man die Feuerwehr in Kaisersbach halten möchte, muss man sie auch ausstatten. Frau Müller hatte Angst vor dem Baugebiet, was uns jetzt finanziell auf die Füße fällt. Wir müssen das Auto kaufen, und dann werden es leider Menschen zahlen, die heute noch nichts bezahlen. Vielleicht wird Kaisersbach sich in einigen Jahren so eine Feuerwehr nicht mehr leisten können.“

Gemeinderat Adem Akin, der selbst bei der Feuerwehr aktiv war, meinte: „Ich habe immer kritisiert, dass die Jugendarbeit in der Feuerwehr vernachlässigt wurde, doch dies hat sich nun verändert. Wir haben eine super Mannschaft mit vielen Jugendlichen. Ich war selbst einige Jahre in der Feuerwehr. Man kann kein Gerätehaus besitzen ohne ein Fahrzeug. Es muss ein Auto kommen, ohne geht es für die Feuerwehr nicht. Wenn wir es im Haushaltsplan einstellen, muss es finanziert werden können. Positiv ist, es muss ja nicht gleich bezahlt werden.“

Gemeinderat Jürgen Österle erklärte: „Es ist finanziell schwierig. Wer weiß, was mit Corona noch kommt. Keiner weiß, ob wir mögliche Bauplätze verkaufen können. Aber die Wasserversorgung, das Straßennetz und die Feuerwehr müssen funktionieren, und ich kann daher nur zustimmen, da wir es ja nicht sofort zahlen müssen.“

Gemeinderat Martin Hofmann beendete die Ausführungen des Rates und sagte: „Es müsste so viel in ein altes oder gebrauchtes Auto investiert werden, was sich am Ende des Tages nicht lohnt. Ich bin für die Einstellung des Autos in unseren Haushalt. Wir wissen zwar nicht, wie es wirtschaftlich in der Zukunft aussieht, aber in ein altes oder gebrauchtes Auto zu investieren macht überhaupt keinen Sinn.“ Kämmerer Michael Clauss möchte auch lieber ein neues Fahrzeug: „Im August wird der Zuschussbescheid erwartet. Im Frühjahr 2022 folgen dann erst die mögliche Vergabe und eine erste Anzahlung. Das Fahrzeug wäre dann frühestens 2024 vor Ort, ehe die Schlussrate fällig ist. Verteilt auf 22,5 Jahre ist ein neues Auto billiger als die Kosten für ein gebrauchtes Fahrzeug.“

Bürgermeisterin Katja Müller meinte noch, bevor der Rat sich mehrheitlich für den Kauf eines neuen Feuerwehrautos entschied: „Die Wasserversorgung muss kostendeckend gemacht werden, und die Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe. Das neue Fahrzeug ist trotz unserer angespannten finanziellen Situation wirtschaftlich möglich.“

Am Ende bat der Gemeinderat noch die Feuerwehrmänner, die in voller Besetzung anwesend waren, sich Gedanken zu machen, wo man bei den jährlichen Kosten für die Feuerwehr sparen könnte, damit das neue Fahrzeug auch darstellbar sei.

Kann sich die Gemeinde Kaisersbach trotz eines hohen Minus in der Kasse in den nächsten Jahren ein neues Feuerwehrauto leisten? Nötig ist es, denn das bisherige Fahrzeug ist 31 Jahre alt. Die Alternative wäre ein gebrauchtes Löschfahrzeug, denn eine gut besetzte Freiwillige Feuerwehr weiterhin im „Eigentum“ der Gemeinde zu haben, möchten Bürgermeisterin Katja Müller und der Gemeinderat nicht aufgeben.

„Wir sind stolz auf unsere Feuerwehr und wir wissen, dass sie dieses Auto benötigt“,

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