Kaisersbach

Wie die Feuerwehr Kaisersbach bei Unwettern den Überblick behält

Feuerwehr Übung Kaisersbach
Das neue Führungshaus hat sich bei einer Übung der Kaisersbacher Wehr bewährt. © Feuerwehr Kaisersbach

Was gilt es zu tun, wenn ein schweres Unwetter für Chaos auf den Straßen sorgt? Ist die Kaisersbacher Wehr dafür auch gerüstet? Acht Feuerwehrkameraden, darunter vier Führungskräfte der Kaisersbacher Wehr, haben bei einer Übung ihr Konzept für einen Führungshausbetrieb im neuen Feuerwehrhaus getestet.

Nach einer Einweisung in das Hygienekonzept, das während der Übung zu beachten ist, wurde das durch die Feuerwehrführung erstellte Konzept vorgestellt und die Übungsteilnehmer in ihre Funktionen eingeteilt. Jeder Teilnehmer erhielt eine Checkliste, auf der die jeweiligen Aufgaben und Abläufe der zu besetzenden Funktion beschrieben sind.

Simuliert wurde ein schwerer Orkan wie einst Lothar oder Kyrill

Nach der Einweisung wurde den Feuerwehrleuten die Unwetterlage vorgestellt. Angenommen wurde ein schweres Unwetter, vergleichbar mit den Orkanen Lothar oder Kyrill.

Pünktlich um 19 Uhr wurde die vorbereitete Lage durch vier nur für die Einspielung der Übung eingeweihte Feuerwehrkameraden simuliert.

Es begann mit einem im Welzheimer Wald gewohnten Einsatzstichwort „Ein Baum liegt auf der Fahrbahn beim Mönchhof“.

Die nach aktuellen Standards ausgestattete Funkzentrale im neuen Feuerwehrhaus war zu Beginn der Übung mit zwei Funkern und einer Führungskraft besetzt. Schnell wurden mehrere Einsätze übermittelt, und die ersten Fahrzeuge wurden simuliert entsendet. Einsatzinfos wurden über die Lautsprecheranlage im Feuerwehrhaus durchgesagt.

In 90 Minuten 35 Einsatzlagen simuliert

Bald wurde der Führungskraft in der Funkzentrale klar, dass sie die Besetzung des Feuerwehrhauses erhöhen muss. Sie ließ simuliert weitere Einsatzkräfte alarmieren. Nach einer realen Verzögerung nahmen die restlichen Übungsteilnehmer an der Übung teil. Vier Feuerwehrkameraden besetzten einen separaten Führungsraum, darunter zwei weitere Führungskräfte. Der stellvertretende Kommandant Jochen Schmeißer übernahm nach einer kurzen Übergabe durch die Führungskraft aus der Funkzentrale die Leitung des Feuerwehrführungshauses.

Insgesamt wurden während der 90-minütigen Übung 35 verschiedene Einsatzlagen eingespielt, davon rund 30 eingehende Telefonate sowie Personen, die das Feuerwehrhaus wegen verschiedensten Anliegen aufsuchten, die durch die Übungshelfer simuliert wurden.

Nach den ersten 30 Minuten der Übung wurde ein Stromausfall simuliert. Um den Weiterbetrieb zu gewährleisten, musste der Stromerzeuger des Feuerwehrhauses gestartet werden.

Im letzten Drittel der Übung entschied sich der Führungshausleiter Jochen Schmeißer aufgrund der ausgeprägten Lage dazu, eine Kontaktperson der Gemeindeverwaltung ins Feuerwehrhaus zu beordern. Hauptamtsleiter Sebastian Bauer, der die Übung zunächst beobachtete, zögerte nicht lange und nahm dann an der Übung als Kontaktperson der Gemeindeverwaltung Kaisersbach teil.

Bei der Nachbesprechung zeigten sich Kommandant Markus Rader sowie sein Stellvertreter Markus Kugler äußerst zufrieden. Gelobt wurden die ruhige und sachliche Arbeitsweise des gesamten Teams sowie die dauerhafte Bereitstellung eines besetzten Löschfahrzeugs, das für einen eventuell dringenden Einsatz (zum Beispiel ein Brand oder Unfall) dauerhaft im Feuerwehrhaus in Bereitschaft gehalten wurde.

Das Konzept erwies sich als umsetzbar, von technischer Seite muss nichts weiter ergänzt werden.

Im alten Feuerwehrhaus wäre das Konzept nicht umsetzbar gewesen

Die Einführung des Konzepts steht natürlich in Verbindung mit dem Umzug der Feuerwehr in den Neubau im Oktober 2019. Das neue Feuerwehrhaus in Kaisersbach bietet aus Sicht der Wehr die besten Voraussetzungen für einen solchen zeitgemäßen Führungshausbetrieb.

Für ein solches Vorgehen wäre im alten Feuerwehrhaus, allein schon aufgrund der fehlenden Räumlichkeiten, keine Möglichkeit gewesen.

Optimale Hilfe bei Stürmen, Starkregen oder anderen Notlagen

Zweck der Einführung eines Führungshauses ist es, bei öffentlichen Notständen (also etwa Unwetterlagen wie Stürme und Orkane, Schneebruch, Starkregen oder auch Lagen mit einer unbekannten Zahl an Betroffenen) die notwendige und optimale Hilfe leisten zu können. Der Schwerpunkt liegt hier bei der Annahme, Priorisierung und Zuteilung der Einsätze, die von der Integrierten Rettungs- und Feuerwehrleitstelle aus Waiblingen an das Kaisersbacher Feuerwehrhaus per Funk oder Fax übermittelt werden.

Speziell muss noch die Gesamtlage bei solchen Schadensereignissen überwacht sowie die Infrastruktur erhalten werden. Es ist darauf zu achten, dass auch alle Kaisersbacher Teilorte tatsächlich jederzeit befahrbar sind.

Wenn zum Beispiel während solch einer Schadenslage ein Notarzt, die Polizei oder auch die Feuerwehr selbst einen Einsatz in Kaisersbach (oder in einem Teilort) erhält, muss eine Zufahrt jederzeit gewährleistet sein.