Kernen

Aus den Weinbergen nach Hause: So gelangt das Trinkwasser nach Rommelshausen

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Wasserspeicher
Carl Böhme, Mitarbeiter des Kernener Bauhofs, erklärt den Schülern, dass die Leitungen früher aus Holz bestanden haben. © ZVW/Benjamin Büttner
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Wasserspeicher
Eine der großen Wasserkammern, die Rommelshausen versorgen. © ZVW/Benjamin Büttner

Die Weinberge in Rommelshausen sind nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel unter Wanderern und Weinliebhabern, sondern spielen eine ebenso bedeutende Rolle für die Trinkwasser-Versorgung in der Gemeinde. Unter den Hügeln verborgen, befindet sich der Hochbehälter Harthau, der in zwei Wasserkammern ganze vier Millionen Liter sauberes Trinkwasser speichert.

„Von hier oben fließt das Wasser direkt zu euch nach Hause“, erklärt Carl Böhme, Mitarbeiter des Kernener Bauhofs, der Klasse 3c der Haldenschule. Zusammen mit seinem Sohn Fabio bietet er ein Programm für Schulklassen an.

Dabei geht es Carl Böhme vor allem um eines: Er möchte sein Wissen weitergeben. Als ehemaliger Mitarbeiter der Remstalwerke kennt er den Hochbehälter Harthau wie seine Westentasche. Ein bewusster Umgang mit dem Element liegt dem Bauhof-Mitarbeiter besonders am Herzen.

Wofür wird Wasser genutzt?

Auf der Wiese hinter dem kleinen Backsteinhaus, das hinunter in den Speicher führt, blickt Carl Böhme in neugierige Gesichter. Die Kinder haben das Thema Wasser in den vergangenen Wochen im Unterricht behandelt. „Wer weiß denn, wie viel Wasser ein Mensch am Tag verbraucht?“, fragt Carl Böhme. „4000 Liter “, antwortet ein eifriger Schüler. Nicht ganz, Carl Böhme zufolge sind es 126 Liter.

Damit meint er nicht nur den offensichtlichen Verbrauch beim Duschen oder Zähneputzen, Wasser werde auch dort genutzt, wo es weniger offensichtlich ist, zum Beispiel bei der Produktion von Kleidung. Daher Böhmes Tipp, um Wasser zu schonen: der Einkauf in Secondhandläden. Auch die Herstellung eines Din-A4-Blattes komme auf stolze zwölf Liter. Bevor das Wasser aber überhaupt verwendet werden kann, tritt es einen langen Weg an. „Woher kommt denn das Wasser, das wir hier als Trinkwasser nutzen?“, fragt der Experte die Schüler. „Aus der Donau“, antworten einige Kinder.

Genauer: aus dem Donau Ried. Von dort aus befördere die Landeswasserversorgung das Wasser in einen Behälter nach Schönbühl, erklärt Carl Böhme. Ohne zu pumpen und nur aufgrund des Höhenunterschiedes fließe es aus diesem Behälter in die Kammern des Höhenbehälters Harthau – und dann direkt in das Ortsnetz von Rommelshausen. „Wie ein Baum“ sei das Netz aus Wasserleitungen in der Gemeinde aufgebaut. „Derzeit fließen 21 Liter pro Sekunde Richtung Rommelshausen.“

Die beiden Kammern unter den Weinbergen fassen jeweils eine Million und drei Millionen Liter. Eine davon dürfen die Schüler der drei 3c besichtigen. Nur ein paar Treppenstufen weiter unten, gar nicht weit unter der Erdoberfläche, erstreckt sich der Wassertank auf etwa 20 mal 20 Metern, erklärt Fabio Böhme. Drei Meter hoch steht das Wasser, das ruhig vor den Schülern liegt und nur von ein paar Strahlern beleuchtet wird.

Fabio Böhme reicht den Kindern ein Thermometer – jetzt sind sie an der Reihe und dürfen die Wassertemperatur messen. 16,3 Grad hat es am Rande des Beckens. „In der Mitte werden es etwa acht Grad sein.“ Bald tritt das Wasser von hier durch die Rohre seinen Weg Richtung Rommelshausen an.

Die Rohre im Hochbehälter Harthau führen aber nicht nur durch die Wasserkammer: Im Rohrkeller, der sich direkt daneben befindet, kommen ebenfalls viele Leitungen zusammen. Aus einer davon dürfen die Schüler eine Wasserprobe entnehmen.

Schüler überprüfen die Wasserqualität

Genau wie es die Profis machen: An einem Rohr ist ein Hahn befestigt, den Carl Böhme nun öffnet. Kaltes, klares Wasser fließt heraus. Die Kinder dürfen ihr Glas darunterhalten und es volllaufen lassen. „Einmal im Jahr werden die Kammern gereinigt, danach müssen Proben des Wassers entnommen werden“, erklärt Carl Böhme. Die Kinder riechen an der Flüssigkeit. „Riecht nach gar nichts.“ Und genau so soll es sein: „Wasser riecht nicht, es schmeckt neutral und ist durchsichtig“, sagt der Bauhof-Mitarbeiter. Das Fazit der Schüler: Das Trinkwasser hat eine gute Qualität.

Doch nicht nur die Qualität des Wassers, sondern auch die der Leitungen, die nach Rommelshausen führen, müssen regelmäßig überprüft werden, sagt Carl Böhme. Früher sei Holz das Baumaterial der Wasserleitungen gewesen. Doch die Holzvariante habe einen entscheidenden Nachteil gehabt: Das Holz habe einen Teil des Wassers absorbiert, wodurch ein Wasserverlust entstanden sei. „Wasserverlust bedeutet, dass am anderen Ende weniger Wasser ankommt, als losgeschickt wurde.“ Mittlerweile bestünden Wasserleitungen daher aus Kunststoff. Doch auch dieses Material hat seine Tücken. Während es sich im Winter bei Kälte zusammenzieht, dehnt es sich im Sommer wieder aus. Dadurch entstehe Reibung, durch die das Rohr über kurz oder lang kaputtgehe – ein Rohrbruch entsteht und Wasser geht verloren. Damit das nicht passiert, würden die Leitungen regelmäßig von Mitarbeitern der Remstalwerke geprüft.

Die Weinberge in Rommelshausen sind nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel unter Wanderern und Weinliebhabern, sondern spielen eine ebenso bedeutende Rolle für die Trinkwasser-Versorgung in der Gemeinde. Unter den Hügeln verborgen, befindet sich der Hochbehälter Harthau, der in zwei Wasserkammern ganze vier Millionen Liter sauberes Trinkwasser speichert.

„Von hier oben fließt das Wasser direkt zu euch nach Hause“, erklärt Carl Böhme, Mitarbeiter des Kernener Bauhofs, der Klasse 3c der

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