Kernen

Corona-Verdacht: Kernen schließt vier Kita-Gruppen

Kinderhaus alte Schule
In Kernen müssen vier Kindergartengruppen vorerst geschlossen bleiben. Das Kinderhaus Alte Schule in Stetten, das unser Foto zeigt, ist ebenso betroffen wie die Sonnhalde in Rommelshausen. Sieben Erzieherinnen aus den beiden Einrichtungen hatten sich zum Wochenbeginn krankgemeldet und werden jetzt auf Corona getestet. © Benjamin Büttner

Nach Beinstein hat es jetzt auch die Gemeinde Kernen erwischt: Vier Kita-Gruppen sind am Montag vorsorglich geschlossen worden, weil sich gleich sieben Erzieherinnen zum Wochenbeginn mit Erkältungssymptomen krankgemeldet haben. Sie werden nun auf das neuartige Coronavirus getestet. Sowohl der Kindergarten Sonnhalde in Rommelshausen als auch das Kinderhaus Alte Schule in Stetten sind betroffen, wie die Gemeinde am Montagmittag mitgeteilt hat.

„Erneute und enorme Belastung“

Für die Kernener Eltern, manche hat die Botschaft schon am Sonntagabend erreicht, andere erst am Montagmorgen, ist die erneute Schließung keine einfache Situation – zumal nicht mit Bestimmtheit gesagt werden kann, wann die Testergebnisse der Erzieherinnen eintreffen und die Gruppen wieder öffnen können. Im sozialen Netzwerk Facebook wandte sich Bürgermeister Benedikt Paulowitsch am Montag an die Betroffenen: „Uns ist klar, dass dies eine erneute und enorme Belastung für die betroffenen Eltern darstellt, da die meisten ihren Jahresurlaub oder Überstundenabbau bereits für die Kinderbetreuung ausgeschöpft haben.“ Für den Gesundheitsschutz von Kindern, Eltern, Erzieherinnen und der weiteren Bevölkerung sei die vorsorgliche Schließung der Gruppen jedoch der konsequenteste Weg, so Paulowitsch. Die Eltern früher zu informieren sei von Seiten der Gemeinde nicht möglich gewesen. Er bitte „eindringlich um Verständnis“, schreibt der Bürgermeister.

Kinderhaus Sonnenhalde
Der Kindergarten Sonnhalde in Rommelshausen. © Benjamin Büttner

Die Maßnahmen hat die Gemeinde Kernen mit dem Gesundheitsamt des Rems-Murr-Kreises abgestimmt. Die Behörde empfiehlt einer Pressemitteilung aus dem Rathaus zufolge, „dass die Gruppenkinder und deren Eltern vorsorglich zu Hause bleiben sollen“. Sollten die Kinder Symptome zeigen, sei Kontakt mit dem Kinderarzt aufzunehmen. Es handle sich dabei aber nicht um eine angeordnete Quarantäne, wie Bürgermeister Benedikt Paulowitsch betont, „sondern um eine reine Vorsichtsmaßnahme“.

Sollte sich der Corona-Verdacht bei den Kita-Mitarbeiterinnen bestätigen, kommt es nach Angaben aus dem Rathaus in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt zum nächsten Schritt: Alle Kinder der betroffenen Gruppen werden getestet. Die Eltern sollen laut Benedikt Paulowitsch von der Gemeinde „schnellstmöglich“ über das weitere Vorgehen informiert werden.

Andere Gruppen nicht betroffen

Die anderen Gruppen in den beiden Kindergärten bleiben nach derzeitigem Stand der Dinge geöffnet. „Nachdem hier durch die strikte Gruppentrennung und unterschiedliche Gartennutzung keine Kontakte zu den betroffenen Personen auftraten, hat das Gesundheitsamt für deren weiteren Betrieb grünes Licht gegeben“, heißt es in der Pressemitteilung der Gemeinde.

Vielleicht entpuppen sich die Corona-Verdachtsfälle auch als harmlose Erkältungen, dann dürfte der Regelbetrieb in der Alten Schule und in der Sonnhalde schon bald wieder aufgenommen werden. „Wir hoffen nun für die betroffenen Personen, dass die Tests negativ ausfallen und wünschen zugleich gute Besserung“, schreibt Paulowitsch bei Facebook.