Kernen

Erste Hilfe am Hund: DRK Kernen zeigt, wie dem Tier in Not geholfen werden kann

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Erste Hilfe Kurs für Hunde
Bereits mit einem Ohrenverband versorgt, lässt sich der Kurs-Hund brav einen weiteren an der Pfote anlegen. © ZVW/ALEXANDRA PALMIZI
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Erste Hilfe Kurs für Hunde
Die Kursteilnehmer lernen von Ilona Steichele. © ZVW/ALEXANDRA PALMIZI

Sie erschnüffeln Spuren, begleiten Blinde oder suchen und retten vermisste Personen: Hunde sind nicht nur fester Bestandteil vieler Familien, sondern unterstützen den Menschen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen. In manchen Situationen aber sind sie es, die selbst Hilfe benötigen. Von Überhitzung, Unterkühlung über Wunden bis hin zur Bewusstlosigkeit: Ilona Steichele ist Ausbilderin für Mensch und Hund beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Kernen und zeigt Hundebesitzern im Kurs „Erste Hilfe am Hund“, wie sie ihren Liebling im Ernstfall schnell versorgen können.

In dem jüngsten Kurs waren zehn Teilnehmende dabei, einige davon, weil sie selbst in einer Situation waren, in der sie gerne vorbereitet gewesen wären, andere, weil sie Ersthundehalter sind, so Ilona Steichele. Das Rote Kreuz habe das Angebot ins Leben gerufen, als die Rettungshundestaffel vor 20 Jahren aufgebaut wurde. „Hundebesitzer benötigen den Kurs für die Prüfung“, sagt die Ausbilderin. Dreimal im Jahr besteht nun die Möglichkeit, den Kurs in Kernen zu belegen, auch wenn der Hund nicht Teil der Staffel ist.

Dass es sich bei dem Angebot nicht um einen ärztlichen Rat, sondern ausschließlich die Ersthilfe handelt, stellt Ilona Steichele direkt klar: „Ich gehe nicht auf einzelne Krankheiten ein.“ Der Kurs für die Vierbeiner sei vielmehr dafür gedacht, kleinere Wunden zu versorgen oder aber die Zeit bis zum Tierarzt durch schnelle Unterstützung überbrücken zu können – eigentlich genauso wie beim Menschen.

Erste Hilfe am Hund ist in vielerlei Hinsicht ähnlich zu der am Menschen

Dass die Erstversorgung von Mensch und Hund einige Parallelen aufweist, ist für die Ausbilderin von Nutzen: „Es hilft viel, wenn das Wissen aus dem Erste-Hilfe-Kurs für Menschen noch vorhanden ist.“ Doch keine Panik, wenn die Erinnerung an eine Reanimation oder die stabile Seitenlage verblasst sein sollte. Ilona Steichele erklärt und übt im Kurs alle wichtigen Handgriffe. Für die stabile Seitenlage müsse der Hund auf die Seite gelegt werden – welche, sei prinzipiell egal. Danach wird der Kopf leicht überdehnt und in den Nacken gelegt. Zunge raus – dann kann sich der pelzige Freund auch nicht mehr verschlucken. Die Ausbilderin übt solche Szenarien mit den Teilnehmern an Kuscheltieren und Plastikpuppen, doch auch der Besuch eines lebendigen Tieres darf in den DRK-Einheiten nicht fehlen.

Um unter realen Bedingungen zu üben, schaut ein echter Hund im Kurs vorbei

Zwar muss der Kurs-Hund nicht für eine Herz-Druck-Massage herhalten, doch kleinere Verbände an den Pfoten oder am Ohr lassen sich besser üben, wenn die Situation so realitätsnah wie möglich gestaltet wird, schließlich halte der Hund nicht immer still. Auch das Ertasten vom Puls kann Ilona Steichele den Kursteilnehmern so am besten zeigen. Ein Hund könne schließlich nicht blass werden, wenn der Kreislauf versage, weiß die Kursleiterin.

Allerdings gebe es auch Signale, welche die vierbeinigen Freunde senden, bevor es überhaupt zu einer Veränderung vom Puls kommt: zurückziehen, die Verweigerung von Futter oder stumpfes Fell. Lernen, diese Anzeichen richtig zu deuten, gehört für Ilona Steichele genauso zum Erste-Hilfe-Kurs wie die Umsetzung von Verbandstechniken.

Neben der Erstversorgung im Fall der Bewusstlosigkeit ist das Behandeln der kleineren Wunden ein wichtiger Bestandteil des Kurses. Als Verbandsmaterial könne dasselbe wie beim Menschen verwendet werden. Im Idealfall befindet es sich bereits im Verbandskasten im Auto oder in der Medizinbox zu Hause.

Zusätzlich, weil Hunde dazu neigen, die Wunden abzuschlecken, sei eine flexible Binde von Vorteil. Diese verhindert, dass sich der Verband durch die Aktivität des Tieres wieder löst. Je nach Stärke der Blutung müsse dann entschieden werden, ob ein Tierarztbesuch sinnvoll ist.

Sie erschnüffeln Spuren, begleiten Blinde oder suchen und retten vermisste Personen: Hunde sind nicht nur fester Bestandteil vieler Familien, sondern unterstützen den Menschen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen. In manchen Situationen aber sind sie es, die selbst Hilfe benötigen. Von Überhitzung, Unterkühlung über Wunden bis hin zur Bewusstlosigkeit: Ilona Steichele ist Ausbilderin für Mensch und Hund beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Kernen und zeigt Hundebesitzern im Kurs „Erste

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