Kernen

Fachwerktag in Kernen: Stettener Geschichte in rund 400 Jahre alten Hölzern

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Fachwerktag Kernen
Am Fachwerktag gibt es auch einen Infostand zum Zimmerei-Handwerk. © Privat
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Fachwerktag
Das Haus in der Langen Straße. © Andreas Stiene
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Fachwerktag
Anhand der Hölzer der Wasserburg und des Fachwerkhauses lässt sich ein Teil Stettener Geschichte nachvollziehen. © Privat

An der Kläranlage Krättenbach findet am 3. September der Fachwerktag des Heimatvereins Kernen statt. Der Tag wurde im Jahr 2005 zum ersten Mal in der Glockenkelter veranstaltet, der Abriss eines alten Fachwerkgebäudes, das nachweislich aus dem Jahr 1597 stammte, wurde damals zum Anlass gewählt. Alte Hölzer aus dem Giebel des Hauses konnten erhalten werden - der Heimatverein möchte diese nun aufstellen und bei der Gelegenheit über die Ausbildung Zimmerer/Zimmerin informieren.

Zimmerleute rekonstruieren die Wände des Giebels

„Eine handwerkliche Ausbildung hat nicht mehr denselben Stellenwert wie früher“, sagt Andreas Stiene, der Mitglied des Heimatvereins ist und den Fachwerktag ehrenamtlich organisiert. Auf dem Gelände der Kläranlage Krättenbach werden ausgebildete Zimmergesellen und ein Zimmermeister gemeinsam die alten Hölzer des Giebels aus dem Stettener Fachwerkhaus aufbauen und dabei für Fragen zur Berufsausbildung zur Verfügung stehen. Bei dieser besonderen Aufgabe sticht vor allem eines hervor: Die Hölzer, die von den Fachleuten aufgebaut werden, sind mittlerweile knapp 425 Jahre alt.

Anhand der Hölzer können die Fachleute laut einer Mitteilung der Gemeinde anschaulich zeigen, wie Fachwerkhäuser früher zusammengebaut wurden und sich zusammengefügt haben. Bis ins Jahr 2004 habe in Stetten in der Langen Straße 7 „ein stattliches Fachwerkgebäude einer Hofanlage mit Scheune und eigenem Brunnen“ gestanden.

Andreas Stiene weiß, dass die Hölzer im Winter des Jahres 1596 geschlagen und dann ein Jahr später verwendet worden sein müssen: „Holz muss verarbeitet werden, wenn es noch etwas feucht ist.“ Stiene hat das Zimmerei-Handwerk selbst erlernt und untersuchte die Hölzer nach dem Abbruch des Hauses. „Das Material war gut verarbeitet und qualitativ hochwertig aus Eiche“, erinnert er sich. Am Fachwerktag werde er seine Erkenntnisse über die Hölzer, die archäologisch untersucht wurden, weitergeben.

„An den Hölzern von 1596 können Sie viele Befunde sehen, die sonst unbemerkt geblieben wären“, teilt auch die Gemeinde mit. „Die unterschiedlichen Spuren können Rückschlüsse auf die Verarbeitung oder Herkunft des Holzes geben.“

Beispielsweise werden Floßlöcher an den Balken gezeigt, anhand derer Personen vom Fach erkennen könnten, dass die Hölzer ursprünglich mit einem Floß verschifft wurden. „Ein Teil der Hölzer kam aus einer anderen Region und ist mit dem Floß über den Neckar hierher verschifft worden“, sagt Andreas Stiene.

Neben den Hölzern des Giebels wird es am Fachwerktag noch eine weitere Attraktion geben: „Die großen, eichenen Schwellhölzer der mittelalterlichen Wasserburg in Stetten von etwa 1230 werden an diesem Tag ebenfalls gezeigt, aber auch weiterverarbeitet werden.“

Hölzer der Wasserburg können als Erinnerung erworben werden

Die archäologische Begutachtung der Hölzer der Wasserburg ist Andreas Stiene zufolge schon längst geschehen. „Der Heimatverein hat ein bis zwei im Museum“, sagt er, nun werden sie zersägt und sind für alle Besucher gegen eine Spende erwerblich. So habe jeder die Möglichkeit, einen Teil der Stettener Geschichte mit nach Hause zu nehmen. Die Wasserburg ist laut dem Experten das „älteste Zeugnis von Stetten“. 250 Jahre haben hier die Herren von Stetten regiert.

Wer Lust auf etwas Stettener Historie und den Einblick in ein interessantes Handwerk hat, ist vom Heimatverein Kernen herzlich zum Besuch in der Kläranlage Krättenbach eingeladen. Diese befindet sich in der Nähe vom Gewerbegebiet Auf der Höhe und ist ausgeschildert. Der TV Stetten wird mit einem Wagen vom Burgstüble vor Ort für Verpflegung sorgen. Parkmöglichkeiten gibt es dem Heimatverein zufolge reichlich.

An der Kläranlage Krättenbach findet am 3. September der Fachwerktag des Heimatvereins Kernen statt. Der Tag wurde im Jahr 2005 zum ersten Mal in der Glockenkelter veranstaltet, der Abriss eines alten Fachwerkgebäudes, das nachweislich aus dem Jahr 1597 stammte, wurde damals zum Anlass gewählt. Alte Hölzer aus dem Giebel des Hauses konnten erhalten werden - der Heimatverein möchte diese nun aufstellen und bei der Gelegenheit über die Ausbildung Zimmerer/Zimmerin

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