Kernen

Impfgegner in Kernen-Stetten: Über 50 Personen protestieren gegen Impfpflicht

Demonstration Impfpflicht
Laut Landratsamt war in Stetten für den Freitag eine Demonstration mit 50 Leuten angekündigt. © ZVW/Alexandra Palmizi

Gegen die einrichtungsbezogene Impfpflicht in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen hat in Kernen-Stetten am Freitag von 13.30 Uhr an eine Demonstration auf dem Platz an der Sparkasse stattgefunden. Die Veranstaltung wurde von Personen angekündigt, die angaben, Mitarbeiter der Diakonie zu sein. Angemeldet waren laut Landratsamt 50 Personen. Das Motto lautete: „Für eine Welt, in der niemand ausgegrenzt wird“. Die Demonstration verlief ohne Ausschreitungen, zu Beginn wurden Sicherheitshinweise über das Mikrofon mitgeteilt. Die Polizei war mit einem Aufgebot von sechs Beamten vor Ort.

Zur Nächstenliebe wird aufgerufen, Corona-Regeln als „lächerlich“ betitelt

Mit dem Lied „Die Gedanken sind frei“ wurde die Veranstaltung eingeleitet. Gleich darauf folgte die Ankündigung des ersten Redners: Tim stellt sich als Krankenpflegeschüler vor und behauptet, dass er schon „früh spürte, dass in diesem Staat etwas gewaltig schief läuft“. Er plädiert auf Nächstenliebe und zweifelt daran, dass diese in der Corona-Pandemie durch die Regelungen so gelebt werden könne, wie es die christlichen Werte vermitteln. Damit meine er vor allem den eingeschränkten Kontakt zu Patienten. „Wir haben Menschen in die Verzweiflung rennen lassen“, sagt er, „ich war Mittäter und ich entschuldige mich dafür“. Es folgt Applaus.

Hass dürfe in der Debatte jedoch nicht aufkommen, erklärt er weiter, es müsse verstanden werden, dass „die anderen fehlgeleitet“ sind. Später fährt ein Radfahrer vorbei: „Impfen lassen, Impfen lassen“, ruft er von seinem Fahrrad aus. Hörbares Gelächter bricht aus. „Der schafft es eh nicht weit“, sagt eine Frau, die in der Menge steht.

„Pink Floyd“-Lied wird zum Anti-Impf-Song umgedichtet

„We don’t need no vaccination, we don’t need disease control“ – „Wir brauchen keine Impfung, wir brauchen keine Krankheitskontrolle“ tönt es aus den Lautsprechern, als abgeänderte Version des bekannten Liedes „Another Brick in the Wall“ der Band Pink Floyd. Die Botschaft ist klar und auch der nächste Redner ist der Meinung: „Die Impfung bringt die Leute ins Grab“.

Die Diakonie distanziert sich von Demonstrationen gegen die Impfpflicht

„Wir unterstützen das nicht“, sagt Anna Huerkamp, stellvertretende Pressesprecherin der Diakonie Stetten. Intern versuche die Diakonie mit denjenigen, die sich nicht impfen lassen wollen, ins Gespräch zu kommen. Beratungsangebote, persönliche Gespräche und Rundmails sollen über die Impfung aufklären. Es wird damit gerechnet, dass etwa zehn Prozent der Mitarbeiter aktuell nicht geimpft sind. „Dieser kleine Kern signalisiert Kritik“, sagt Anna Huerkamp.

Durch diese Situation entstehe personalpolitisch Druck: Jeder fehlende Mitarbeiter sei ein Problem, denn gebraucht würden alle. Bereits vor Corona sei die Personalsituation schwierig gewesen.

Kündigungen würde es aber erst einmal nicht geben. „Der Träger ist an das Gesetz gebunden und handelt auch gesetzeskonform“, erklärt die stellvertretende Pressesprecherin. Das bedeutet, dass die ungeimpften Personen erst einmal dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Das entscheide dann, wie weiter verfahren wird.

Gegen die einrichtungsbezogene Impfpflicht in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen hat in Kernen-Stetten am Freitag von 13.30 Uhr an eine Demonstration auf dem Platz an der Sparkasse stattgefunden. Die Veranstaltung wurde von Personen angekündigt, die angaben, Mitarbeiter der Diakonie zu sein. Angemeldet waren laut Landratsamt 50 Personen. Das Motto lautete: „Für eine Welt, in der niemand ausgegrenzt wird“. Die Demonstration verlief ohne Ausschreitungen, zu Beginn wurden

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