Kernen

Kernen: Wie viel Wasser braucht ein Kaktus? Tipps und Tricks von Matthias Uhlig

Matthias Uhlig
Matthias Uhlig bei der Kakteen-Bewässerung: In der Gärtnerei leben die Pflanzen unter optimalen Bedingungen. © ZVW/Benjamin Büttner

Kakteen sind sein Spezialgebiet, die Nische, in der Matthias Uhlig zu Hause ist. Ob lange Kakteen, kleine, runde oder „lebende Steine“: Die Kakteen-Gärtnerei Uhlig bietet ein buntes Sammelsurium aus über 50 verschiedenen Arten. Neben der Pflege und dem Verkauf der stacheligen Pflanzen schrieb Uhlig bereits vier Sachbücher und hat Auftritte in der SWR-Sendung „Kaffee oder Tee“, in der er den Zuschauern Wissenswertes aus der Kakteen-Welt nahebringt.

Vor 60 Jahren gründete der Vater des Gärtnermeisters den Familienbetrieb nach seiner Flucht aus der DDR. „Kakteen waren schon als Kind sein Hobby“, sagt Matthias Uhlig, und so seien sie auch zu seinem Hobby geworden. „Die Gärtnerei war als Kind mein Spielplatz.“

Ein dorniger zugegebenermaßen, doch auch nach seiner Ausbildung und dem Studium ist Uhlig wieder an den Schauplatz seiner Kindheit zurückgekehrt, um die Gärtnerei zu übernehmen. „Zwischendurch dachte ich schon, dass ich vielleicht in die Wissenschaft gehen will“, doch letzten Endes sei es für ihn die Arbeit in der Gärtnerei geworden, denn sein Enthusiasmus gilt der Welt der Kakteen.

Seinen Kunden kann der gelernte Gärtnermeister ein umfangreiches Fachwissen bieten – auch durch sein zusätzliches naturwissenschaftliches Studium.

Tipps und Tricks zur Kakteen-Pflege

„Entgegen den Vorurteilen brauchen Kakteen sehr wohl Nährstoffe und Mineralien“, sagt Matthias Uhlig. „Sukkulente Pflanzen haben an ihren Heimatstandorten viel mehr Nährstoffe zur Verfügung, als im Allgemeinen bekannt ist“, heißt es auch auf der Homepage der Gärtnerei. Dort versucht Matthias Uhlig, seinen Kunden hilfreiche Tipps mit an die Hand zu geben. Das bedeutet: Kakteen müssen regelmäßig gegossen werden. Wichtig sind der Abstand und die Zugabe von Kakteen-Dünger.

Das Phänomen, dass Kakteen von innen braun werden und sterben, erklärt Matthias Uhlig durch den Befall von Pilzen und Bakterien. Viele Kakteen bekämen hierzulande zu wenig Nährstoffe, und geschwächte Systeme seien anfälliger für Krankheiten: „Das ist ja beim Menschen auch der Fall.“ Aber wie wird der Kaktus nun richtig gepflegt? „Die meisten Kakteen dürfen zwischen März und September einmal im Monat gedüngt werden“, sagt der Experte. In diesem Zeitraum befänden sich die Kakteen im Wachstum. Das bedeutet für den Besitzer: gießen und düngen. „Alle sieben Sonnentage darf gegossen werden.“ Im Frühjahr alle 14 Tage, im Sommer einmal in der Woche.

Einen geeigneten Kakteen-Dünger für das monatliche Düngen verkaufe der Fachhandel, in der Anwendung sei der Anweisung auf der Flasche zu folgen. Auch die richtige Erde sei essenziell, damit die Pflanzen gedeihen können.

Die unterschiedlichen Arten stellen den Gärtnermeister vor Herausforderungen

Was den Standort betrifft, so empfiehlt der Experte „mindestens zwei Sonnenstunden am Tag“, am besten sei jedoch ein Standort, der so sonnig wie möglich ist. Es gebe lediglich ein paar Ausnahmen, bei denen die Pflege etwas anders verlaufe.

Dazu zählen beispielsweise Lithopse oder auch „lebende Steine“ genannt. Die kleinen bunten Gewächse aus der Gattung der Sukkulenten dürfen nur von Mai bis Oktober gegossen werden. Wichtig sei, sie von Januar bis April gar nicht zu gießen, so Matthias Uhlig.

Dass die verschiedenen Arten so spezielle und unterschiedliche Anforderungen haben, ist das, was den Gärtnermeister am meisten begeistert: „Die Nische macht mir Spaß. Es ist eine große Herausforderung, auch die schwierigen Arten zu kultivieren.“ Zwar sei nach 60 Jahren Kakteen-Wissen vieles einfach, aber es gebe immer noch diejenigen Arten, die auch für den Experten knifflig sind. 99 Prozent der Arten hätten aber eine Gemeinsamkeit: Sie können im Urlaub getrost stehen gelassen werden.

Dass der Kaktus auch mal mit weniger Wasser auskommt, macht ihn zu einer geeigneten Pflanze für die eigenen vier Wände. „Es gibt Kakteen, die nachgewiesen sieben Jahre lang kein Wasser bekommen und überlebt haben“, erzählt Matthias Uhlig. Das seien zwar auch sehr große Exemplare gewesen, aber bedeute dennoch, dass auch kleinere Kakteen gerne mal „zwei bis fünf Wochen“ alleine gelassen werden können.

Die Form sei das Geheimnis der dornigen Gewächse: Diese ermöglicht die Speicherung von Wasser. „Über eine Kugel entweicht weniger Wasser, weil die Kugel die geringste Oberfläche hat“, erklärt Matthias Uhlig. Dadurch wird der Kaktus zum Überlebenskünstler.

Auch das Wurzelsystem der Pflanze trage dazu bei: In sehr trockenen Gegenden bildet eine einzige Pflanze laut dem Experten Wurzeln von bis zu 100 Quadratmetern aus. Diese liegen nahe an der Oberfläche.

Sein Wissen gibt Matthias Uhlig gerne weiter. Der Gärtnermeister lebt für seine Leidenschaft, auch wenn er weiß, dass „man damit nicht reich wird“. Er müsse viel arbeiten, um aus dem Kakteen-Geschäft ein gutes Auskommen zu generieren. „Alle sieben Jahre gibt es mal ein Hoch.“

In der Corona-Pandemie sorgte der Online-Shop für gutes Einkommen

Während der Corona-Pandemie lief es für Kakteen Uhlig sogar gut. Als „besser als in anderen Branchen“ bezeichnet Uhlig die Corona-Zeit, seine Umsätze seien stabil. Vor allem der Online-Shop des Betriebs habe dabei geholfen.

In die ganze Welt versenden Matthias Uhlig und sein Team Kakteen und Erde. Nach Mexiko, in die USA, Japan und sogar nach Australien reisten die Pakete mittlerweile. Lediglich die Auswirkungen der steigenden Lebensmittelpreise bekomme er zu spüren. „Haben die Leute vorher 20 oder 30 Euro für Kakteen ausgegeben, so sind das nun nur noch zehn.“

Mit dem Kakteen-Geschäft befindet sich Matthias Uhlig in einer Nische, in der die Menschen begonnen haben, ihre Ausgaben zu reduzieren. Dennoch sei die Lage aktuell „nicht verheerend“.

Kakteen sind sein Spezialgebiet, die Nische, in der Matthias Uhlig zu Hause ist. Ob lange Kakteen, kleine, runde oder „lebende Steine“: Die Kakteen-Gärtnerei Uhlig bietet ein buntes Sammelsurium aus über 50 verschiedenen Arten. Neben der Pflege und dem Verkauf der stacheligen Pflanzen schrieb Uhlig bereits vier Sachbücher und hat Auftritte in der SWR-Sendung „Kaffee oder Tee“, in der er den Zuschauern Wissenswertes aus der Kakteen-Welt nahebringt.

Vor 60 Jahren gründete der Vater des

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