Kernen

WM-Public-Viewing in Kernen: Hier können Fans das Deutschland-Spiel gucken

Fairplay
Das Fairplay ist eine Sportgaststätte: Wirt Ralf Kobald wird für die Deutschland-Spiele zusätzlich öffnen. © ZVW/Gaby Schneider

Im „Khalifa International Stadium“ in Ar-Rayyan, westlich der katarischen Hauptstadt Doha, trifft die deutsche Nationalmannschaft am Mittwoch (23.11.) um 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf Japan. Bei sonnigen 27 Grad begegnen sich die beiden Teams – Regen und neun Grad hingegen soll es in Kernen geben (Stand: Dienstagnachmittag). Wer dem kalten Wetter zum Trotz auf etwas Public-Viewing-Atmosphäre nicht verzichten will, kann sich die erste Partie der Nationalelf im Schützenhaus ansehen. Wirt Chris Reichele hat im Außenbereich der Gaststätte rund 150 beheizte Plätze, auf denen die Partie vor einem großen Fernsehgerät verfolgt werden kann. Auch im Fairplay zeigt Inhaber Ralf Kobald das Spiel. Für die deutschen Spiele öffnet er seine Gaststätte sogar zu eigentlichen Schließzeiten.

Eigentlich wollte er eine Halle mieten, doch nun wird im Garten geschaut

Eine große Leinwand, Bestuhlung, eine lange Theke und große Soundboxen wollten der Fairplay-Wirt und sein Team in der Halle neben der Sportgaststätte der Sportvereinigung Rommelshausen aufbauen. Doch daraus wurde nichts: Die Halle wird derzeit für den Sportunterricht von Schulklassen verwendet. Ganz ohne Risiko wäre die Anmietung sowieso nicht gelaufen – rund 200 Euro hätte Ralf Kobald am Tag zahlen müssen. Ob sich die Investition durch die Übertragung der Spiele rentiert hätte, weiß er nicht, denn er kann nicht einschätzen, wie viele Fans sich die Spiele überhaupt ansehen werden. Eines steht aber fest: Übertragen wird trotzdem, aber im Garten. Lediglich das Spiel gegen Japan findet noch im Innenraum der Gaststätte statt.

Mit dieser Lösung geht der Wirt einen sicheren Weg: „Je nach Bedarf kann ich drei bis fünf Fernseher aufstellen.“ Damit sei er flexibel. Für Ralf Kobald ist die Jahreszeit ein Hauptgrund für die Planungsunsicherheit: „Das ist, als würde man an Ostern Silvester feiern.“ Die Weltmeisterschaft gehöre für ihn in den Sommer – im Winter kollidierten die Spiele mit anderen vorweihnachtlichen Terminen. „Die Menschen gehen Geschenke kaufen und auf Weihnachtsfeiern.“ Letztere betreffen den Fairplay-Wirt ganz direkt, denn seine Gaststätte ist Austragungsort zahlreicher Weihnachtsfeiern von Firmen und Vereinen. Damit diese weiterhin stattfinden können, werden die oft parallel laufenden Fußballspiele im Garten gezeigt. Heizpilze sollen die Fans wärmen, beim Imbiss gibt es Speisen und Getränke. Auch der Glühwein darf bei der Winter-WM nicht fehlen.

Zwar überträgt Ralf Kobald die Spiele, doch eines sieht er nicht ein: „Ich werde kein Magenta TV kaufen.“ Werde ein Spiel des deutschen Teams nur dort übertragen, zieht auch das Fairplay einen Schlussstrich. Er sehe nicht ein, ständig neue Abonnements zum Fußballschauen abzuschließen, so der Wirt.

Auch das Schützenhaus öffnet extra für das Deutschland-Spiel

Ganz ähnlich handhabt es Chris Reichele, Wirt im Schützenhaus Kernen. In der Gaststätte wird es einen überdachten und beheizten Außenbereich für alle Fußballfans geben – innen kann ohne Fußball gespeist werden. Ab 13 Uhr empfangen der Wirt und sein Team die Gäste – ob Fußballfans oder nicht. Er habe Verständnis für alle, die sich dazu entschlossen haben, die Spiele der Weltmeisterschaft in diesem Jahr nicht zu schauen, und auch für diejenigen, die sich die Spiele ansehen wollen: „Wir wollen nicht für unsere Gäste entscheiden.“

Auch wenn er die in den vergangenen Wochen rund um das Turnier diskutierten Menschenrechtsverletzungen nicht gutheiße, bringe es seiner Ansicht nach nichts, „ein Turnier, das eh stattfindet“, zu boykottieren. Dazu hatten sich im Vorfeld viele Kneipen und Restaurants entschlossen, darunter beispielsweise die Urbacher Kneipe „Zom Täle“. Für Chris Reichele ist das gesellige Fußballschauen ein Stück Lebensqualität – ein großer Umsatz werde mit der Übertragung der Spiele allerdings nicht gemacht, so der Wirt.

Schließlich muss das Schützenhaus an den Spieltagen, an denen es eigentlich geschlossen wäre, zusätzliches Personal und die Bewirtung stemmen. Die wird allerdings nicht im üblichen Umfang angeboten werden: „Schnitzel, Kartoffelsalat, wir werden vier bis sechs kleinere Speisen anbieten.“ So kann sich der ein oder andere Fan oder Nicht-Fan zwischendurch stärken.

Sowohl das Fairplay als auch das Schützenhaus bieten damit eine abgespeckte Version des sonst sommerlichen Public Viewing an. Wie das Angebot angenommen wird, bleibt abzuwarten. „Keiner wird sich für das Spiel am Mittwoch freinehmen“, mutmaßt Fairplay-Wirt Ralf Kobald.

Im „Khalifa International Stadium“ in Ar-Rayyan, westlich der katarischen Hauptstadt Doha, trifft die deutsche Nationalmannschaft am Mittwoch (23.11.) um 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf Japan. Bei sonnigen 27 Grad begegnen sich die beiden Teams – Regen und neun Grad hingegen soll es in Kernen geben (Stand: Dienstagnachmittag). Wer dem kalten Wetter zum Trotz auf etwas Public-Viewing-Atmosphäre nicht verzichten will, kann sich die erste Partie der Nationalelf im Schützenhaus ansehen. Wirt

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