Kernen

Zwei Notstromaggregate sichern die Versorgung der Feuerwehrhäuser in Kernen

Notstromaggregat
Die beiden Notstromaggregate: Ein einzelnes Modell wiegt mehr als 600 Kilogramm. © Florian Michalke

Als Folge des Krieges in der Ukraine wurde in den vergangenen Wochen und Monaten häufig über ein Thema diskutiert: das Risiko eines Blackouts, ein Stromausfall, der Städte und Gemeinden womöglich längerfristig in Schach halten könnte. „Wir sollten die Risiken mit weniger Panik und mehr Pragmatismus analysieren und diskutieren“, äußert sich Kernens Bürgermeister Paulowitsch dazu nun in den sozialen Medien.

Das Risiko eines Totalausfalls sei nach wie vor „äußerst gering“. Dennoch sorgt die Gemeinde Kernen nun vor und hat die ersten beiden Notstromaggregate für die Feuerwehrgerätehäuser in Rommelshausen und Stetten bereitgestellt. Die beiden Geräte sollen die Einsatzfähigkeit der Wehr im Krisenfall sicherstellen, teilt die Gemeinde mit.

Stromnetz schon vor Krieg mit neuen Herausforderungen konfrontiert

Das Stromnetz könne jedoch nicht nur durch den Krieg in der Ukraine auf die Probe gestellt werden. Cyberattacken und die dezentrale Stromerzeugung von erneuerbaren Energien stellten auch schon vor dem russischen Angriffskrieg ein Risiko dar, so Bürgermeister Paulowitsch. Aus diesem Grund ist Vorsorge ein wichtiges Stichwort geworden, „Haben ist besser als Brauchen“. Bereits im vergangenen Dezember hatte der Gemeinderat daher die „Notfallplanung und Versorgungskonzeption bei länger andauernden und großflächigen Stromausfällen“ beschlossen. 320.000 Euro wurden dafür laut Beschluss im Jahr 2022 vorgesehen, weitere 150.000 stehen demnach im nächsten Jahr bereit.

In den Feuerwehrgerätehäusern sind jetzt die ersten Aggregate angekommen – mehr als 600 Kilogramm wiege allein eines davon. „Wir haben hier nun zwei dieser Aggregate beschafft“, sagt Bürgermeister Paulowitsch und hält die Kamera in seinem Video, das im Internet zu finden ist, auf einen schwarz-blauen Kasten. Hinter einem offenen Türchen befindet sich die Steuerungstechnik, verschiedene Anschlüsse, außerdem ein Dieselmotor, der mit Diesel befüllt werden muss, um das Aggregat am Laufen zu halten.

Dieselvorräte bei Stromausfall schon parat

Doch woher wird der Kraftstoff beschafft, wenn auch Tankstellen vom Stromausfall betroffen sind? Die würden dann nämlich nicht mehr funktionieren, „weil die Pumpen dort strombetrieben sind“, erklärt Bürgermeister Paulowitsch. Die Gemeinde habe deswegen vorgesorgt mit einem Zugang zu Dieselvorräten, die „man im Falle eines Stromausfalls abpumpen kann“.

Das ist also die Technik, die im Notfall dafür sorgen wird, dass die Feuerwehr die Bevölkerung informieren und ihrer Arbeit nachgehen kann. „Den Feuerwehrgerätehäusern kommt im Krisenfall eine zentrale Rolle zu, wir werden dort einen Krisenstab einrichten.“ Auch ein Satellitentelefon, das ebenfalls schon beschafft wurde, werde dort angeschlossen.

Nicht nur Technik ist wichtig, Bürger sollten Vorräte im Haus haben

Die Gemeinde aber wurde nicht nur aktiv, sie richtet das Wort auch an die Einwohner von Stetten und Rommelshausen, selbst auch einen Teil für die eigene Sicherheit beizutragen. Darunter fällt beispielsweise die Anschaffung von Basisvorräten, aber auch Taschenlampen und Ersatzbatterien seien sinnvoll, so Paulowitsch. Mit diesen Empfehlungen wolle die Gemeinde keinesfalls Panik schüren. Auch bei Szenarien wie Extremwetterereignissen oder Unfällen in der Infrastruktur sei eine sichergestellte Versorgung wichtig.

Die Aggregate in den Feuerwehrhäusern sind nicht die einzigen, die die Gemeinde bereitstellen wird. In dem Beschluss vom letzten Jahr wurde auch über die Versorgung mit Trinkwasser, des Bürgerhauses, der Sporthalle an der Rumold-Realschule und der Karl-Mauch-Halle entschieden. Letztere sind für das nächste Jahr eingeplant.

Als Folge des Krieges in der Ukraine wurde in den vergangenen Wochen und Monaten häufig über ein Thema diskutiert: das Risiko eines Blackouts, ein Stromausfall, der Städte und Gemeinden womöglich längerfristig in Schach halten könnte. „Wir sollten die Risiken mit weniger Panik und mehr Pragmatismus analysieren und diskutieren“, äußert sich Kernens Bürgermeister Paulowitsch dazu nun in den sozialen Medien.

Das Risiko eines Totalausfalls sei nach wie vor „äußerst gering“. Dennoch sorgt

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