Leutenbach

Tunnel: Keine Lösung in Sicht

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Immer wieder muss der Leutenbacher Tunnel bei Unfällen gesperrt werden. Viel zu oft schon hat die Leutenbacher Feuerwehr beobachtet, wie Autofahrer unerlaubt vor dem Tunnel gewendet haben und entgegen der Fahrtrichtung als Geisterfahrer unterwegs waren. © Leonie Kuhn

Leutenbach. Mehrmals haben Einsatzkräfte beobachtet, wie Autofahrer bei einer Tunnelsperrung gewendet haben, um sich entgegen der Fahrtrichtung aus dem Schlamassel zu winden. Bürgermeister Kiesl hat deshalb ans Regierungspräsidium geschrieben. Die Antwort ist nun da, aber wenig befriedigend, weshalb Leutenbach nun auf eine Reaktion von Polizei und der Verkehrsbehörde im Landratsamt hofft.

„Leider ist es mir nicht möglich, eine schnelle Lösung für dieses durch ein gefährliches und regelwidriges Fehlverhalten einzelner Autofahrer verursachte Problem parat zu haben“, schreibt Regierungspräsident Wolfgang Reimer in seinem Antwortbrief an Bürgermeister Jürgen Kiesl. Ihm sei bewusst, so Reimer, dass das Problem schon vor Jahren angesprochen wurde, als der Leutenbacher Tunnel für den Verkehr freigegeben worden sei. Seiner Ansicht nach sei es keine besondere Gegebenheit, sondern eine Sache, die man an vielen anderen Orten beobachte: sei es auf anderen Bundesstraßen oder sei es sogar auf Autobahnen. Die Rede ist von der Tatsache, dass schon mehrfach Autofahrer vor dem Leutenbacher Tunnel mitten auf der Bundesstraße 14 gewendet haben und als Geisterfahrer etwa auf dem Standstreifen zurück zur Anschlussstelle Nellmersbach gefahren sind, als der Tunnel nach einem Unfall für den Verkehr gesperrt war. Oder Autofahrer sind rückwärts auf dem Standstreifen bis zur Anschlussstelle Nellmersbach gefahren.

Regierungspräsidium ist nicht mit Lösungsvorschlag einverstanden

Eine wirklich sehr gefährliche Sache, urteilte der Kommandant der Leutenbacher Feuerwehr, Jochen Weller, das Unterfangen. Denn die Autofahrer sind in dem Moment als Geisterfahrer unterwegs. Besonders gefährlich ist es, wenn durch die enge Gasse von stehenden Autos Rettungsfahrzeuge fahren. So schilderte auch Bürgermeister Kiesl die Situation in seinem Schreiben im vergangenen August an das Regierungspräsidium. „Ich will mir nicht ausmalen, welche schweren Verletzungen bei einem Frontalzusammenstoß die Folgen wären.“ Damals war der Vorschlag der Gemeinde, eine Schranke mit Alarmlichtern vor der Auffahrt zur Bundesstraße 14 anzubringen, die Autofahrer zum einen warnt und gleichzeitig daran hindert, auf die gesperrte Bundesstraße aufzufahren. Doch genau diesen Vorschlag lehnt das Regierungspräsidium in seinem Antwortschreiben nun ab mit der Begründung, dass eine Sperrung mit Schranken die Anfahrt von Rettungskräften erschweren würde.

Gemeinde hofft auf Versprechen von Regierungspräsident Reimer

Für Kommandant Jochen Weller eine enttäuschende Begründung. Denn eine Schranke mit daraus folgender Umleitung hätte seiner Meinung nach den Vorteil, dass der Verkehr zumindest zähfließend weitergeht. „Ich würde mit dem Einsatzauto lieber durch stockenden Verkehr fahren als durch einen stehenden“, meint er. Der andere Vorteil wäre seiner Meinung nach, dass die Polizei den Verkehr vor dem gesperrten Tunnel früher umleiten könnte und sich das Verkehrschaos rascher auflösen würde. Eine mögliche Lösung, die so auch das Polizeipräsidium Aalen wahrnimmt. „Die Sperrung der B 14 und Ausleitung des Verkehrs durch die Polizei an der Anschlussstelle Nellmersbach könnte damit entfallen, und die Kräfte der Polizei stünden anderen Aufgaben zur Verfügung“, sagte Polizeisprecher Bernhard Kohn.

Nun hofft die Gemeinde, dass Regierungspräsident Reimer verspricht, was er hält – nämlich, dass er die Verkehrsbehörde beim Landratsamt einbezieht und sie bittet, zusammen mit der Polizei und den Straßenbaubehörden das Anliegen erneut zu prüfen, ob hier doch noch eine Lösung gefunden werden kann. Das Landratsamt vermeldet indes, dass das Problem bekannt ist. Man wolle keinen Schnellschuss, sondern eine für alle vertretbare Lösung, weshalb es hierfür einiges an Zeit bedarf.


Rettungsgassen

Video: So bilden Sie die Rettungsgasse richtig.

Damit Einsatzkräfte wie die Mitglieder der Feuerwehr oder der Rettungsdienst bei Verkehrsunfällen rasch am Einsatzort sind, müssen Autofahrer Rettungsgassen bilden.
Ist die Straße einspurig, müssen Autofahrer an den rechten Straßenrand fahren. Hat die Straße zwei Fahrspuren, müssen Autofahrer in der Mitte zwischen beiden Spuren eine Gasse bilden. Bei einer dreispurigen Straße (Autobahnen) dürfen Autofahrer den linken Seitenstreifen zur Leitplanke hin verwenden. Autofahrer auf den anderen Spuren müssen sich nach rechts orientieren.