Rems-Murr-Kreis

Kultusministerium nennt es "schlechten Scherz": Fake-Ankündigung von Querdenken711 verunsichert Schüler, Lehrer und Eltern

Querdenken Querdenker Demo Schorndorf
Eine Querdenken-Fahne in Schorndorf. © ZVW/Benjamin Büttner

Eine offenbar bloß als "Test" angekündigte Aktion der Stuttgarter Initiative „Querdenken711“ sorgt laut Kultusministerium aktuell für Verunsicherung an den Schulen – nicht nur in Baden-Württemberg.

Bereits Mitte Oktober hatte der Kölner „Express“ berichtet, dass „Querdenken711“ am 9. November eine bundesweite Aktion an insgesamt 1000 Schulen plane.

Kinder zu Maskengegnern machen?

„Erstmals sollen nicht lautstarke Proteste und Transparente für Öffentlichkeit sorgen, sondern gut organisierte Aktivisten sollen [...] gezielt Kinder und ihre Angehörigen auf dem Schulweg ansprechen. Ihre Intention: Menschen zu Maskenskeptikern, wenn nicht zu Gegnern zu machen“, hieß es im Artikel, der sich laut Redaktion auf einen „Schlachtplan“ des „Querdenken711“-Oberhaupts Michael Ballweg bezog.

Auch das Schulministerium von Nordrhein-Westfalen hatte vor der Aktion gewarnt, bei der unwirksame Mund-Nasen-Bedeckungen verteilt werden sollten, als „Querdenken711“ am Donnerstag (05.11.) eine Pressemitteilung veröffentlichte: Die Aktion sei ein Fake, derartige Pläne habe es nie gegeben.

Querdenken711: Alles nur ein "Test"

„Bei der Aktion handelt es sich um einen Test unserer Kommunikationsstrukturen“, schreibt die Initiative. Grund für diesen Test sei, dass „Querdenken711“ immer wieder vor Unterwanderung gewarnt werde.

Einem Sprecher des Kultusministeriums Baden-Württemberg zufolge habe die Ankündigung der vermeintlichen Aktion bundesweit Schulen, Lehrkräfte, Schüler und Eltern verunsichert. Dass die Initiative nun von einer Falschmeldung spricht sei „nicht nur ein schlechter Scherz, sondern ein besonders dreister Versuch, den Schulfrieden an den Schulen im Land zu stören und die Schulgemeinschaften zu verunsichern“, heißt es in einer Stellungnahme, die unserer Redaktion vorliegt.

Kultusministerium: Schulen sollen sich an Polizei wenden

Das Kultusministerium bittet in seiner Stellungnahme alle Schulen, sich bei ähnlichen Hinweisen auf geplante Aktionen direkt an die örtliche Polizei zu werden.

In der Vergangenheit sind Personen aus dem Umfeld der Initiative – allen voran Samuel Eckert und Bodo Schiffmann, die zuletzt bei einer „Querdenken711“-Demo in Stuttgart auf der Bühne standen – mit Aktionen an Schulen aufgefallen. Samuel Eckert eröffnete nach T-Online-Recherchen sogar eine Chatgruppe bei dem Messenger-Dienst Telegram, die sich explizit an Schüler richtet.