Schorndorf

Auto landet auf B 29: Kerzengeradeaus statt scharf nach links

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Grafik rechts: Schematische Darstellung des ungefähren Fahrtverlaufs. © Günther
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Schwerer Unfall, B 29, Ostlandstrasse, Winterbach, 08.03.2017.
Der Unfallwagen – im Hintergrund: Die Winterbacher Ostlandstraße, die von Weiler her kommend nach links (also rechts aus dem Bild heraus) gen Westen abknickt. Der Passat fuhr etwa zwischen der Stelle, wo auf dem Foto die beiden Polizisten stehen, und dem Punkt, wo die mit grünen Kurvenanzeigern versehene Leitplanke beginnt, geradeaus und kam auf dem Standstreifen der B 29 zum Stehen. © Benjamin Beytekin

Winterbach. Ein 44-Jähriger donnerte mit seinem VW Passat von der Ostlandstraße über den Grünstreifen auf die B 29: Der Unfall, der sich am Mittwochabend in Winterbach ereignete, brachte selbst die Polizei zum Staunen. Der Fahrer ist schwerst verletzt.

Vieles ist noch ungeklärt, über die Ursache lässt sich momentan nur spekulieren – dass dieser Unfall aber ungewöhnlich ist, daran lässt Ronald Krötz, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Aalen, keinen Zweifel. Eine Rekonstruktion:

Am Mittwoch gegen 19.20 Uhr fuhr ein 44-Jähriger mit seinem Passat von Weiler her kommend auf der Winterbacher Ostlandstraße. Sie führt ab dem Kreisel zwischen Winterbach und Weiler zunächst fast schnurgerade am Winterbacher Ostrand entlang von Süd nach Nord auf die Bundesstraße 29 zu, die in der Ferne hinter einem Grünstreifen liegend in Ost-West-Richtung verläuft. Nun überquert die Ostlandstraße jene Remsbrücke, an der sich bei Hochwasser ein Falltor herabsenken und die Flut zur Seite weg auf eine große Staufläche leiten lässt. Nach der Brücke aber knickt die Straße in schroffem 90-Grad-Winkel nach links ab und führt nun parallel zur B 29 Richtung Westen.

Auto dürfte über den Ansatz der Leitplanke geschanzt sein

In dieser scharfen Kurve muss der Fahrer die Kontrolle über seinen Passat verloren haben: Das Auto fuhr nicht nach links, sondern am Kurveneingang „ziemlich kerzengeradeaus“ weiter nach Norden, erklärt Ronald Krötz.

Genau an der Stelle, wo der Wagen von der Ostlandstraße abkam, setzt am rechten Fahrbahnrand eine Leitplanke an; ihr Beginn ist im Boden versenkt, danach strebt der Stahl im schrägen Winkel nach oben. Genau über diesen Ansatz dürfte das Auto gefahren oder eher geschanzt sein, die Leitplanke habe „womöglich wie eine Rampe gewirkt“, sagt Krötz. Der Wagen hob ab, überschlug sich im Grünstreifen und kam erst auf der Standspur der B 29 Richtung Schorndorf zerschmettert zum Stehen.

Der Fahrer war offenbar nicht angeschnallt

Irgendwo auf dieser Strecke wurde der Fahrer aus dem Passat geschleudert, was dafür spricht, dass der Mann nicht angeschnallt war, sagt der Polizeisprecher.

Wie konnte es dazu kommen? „Das wissen wir noch nicht.“ Zu hohes Tempo? Dass „Geschwindigkeit“ eine Rolle gespielt haben könnte, liege natürlich nahe, sei aber noch nicht abschließend geklärt. Nasse Fahrbahn? Es habe „stark geregnet“ zum Unfallzeitpunkt, die „Bodenhaftung war nicht die beste“. Irritierender Gegenverkehr? Es gebe „keine Hinweise auf ein anderes Fahrzeug“.

Das extreme Geradeausfahren ist auffällig

Damit bleibt das schockierende Ereignis momentan in Teilen rätselhaft. „Was auffällig ist: das extreme Geradeausfahren.“ Nach derzeitigem Rekonstruktionsstand tendierte das Auto kaum oder gar nicht nach links, als die Ostlandstraße abknickte.

Die B 29 war in Richtung Aalen für die Dauer der Unfallaufnahme und der Aufräumarbeiten knapp drei Stunden lang voll gesperrt, es kam zu einem drei Kilometer langen Stau. Die freiwillige Feuerwehr Winterbach war mit zwei Fahrzeugen und vier Mann im Einsatz.