Urbach

EnBW prüft auch höhere Windräder bei Urbach

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Symbolbild. © Ramona Adolf
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Mögliche Windkraftstandorte bei Urbach und Plüderhausen

Urbach/Plüderhausen. Es bleibt bei zwei Windrädern, die nun die EnBW am alten Bundeswehrdepot bei Urbach bauen möchte. Sie hat den Standort von der WEBW Neue Energie GmbH übernommen. Möglicherweise könnten die Windräder aber höher und leistungsfähiger ausfallen, teilt die EnBW-Pressestelle mit. Das Plüderhäuser Windkraft-Vorranggebiet „Hohbergkopf-Eichenzell“ sei artenschutzrechtlich konfliktreich und wahrscheinlich nicht genehmigungsfähig, so eine EnBW-Pressesprecherin.

Vor der EnBW war das Unternehmen WEBW Neue Energie am Standort Urbach interessiert. Es hatte für zwei Windräder einen Antrag auf Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz eingereicht.

Die EnBW hatte am Dienstag in einer Pressemitteilung erklärt, dass Ende November die Nutzungsrechte für die Windkraft-Standorte oberhalb von Urbach und Plüderhausen den Besitzer gewechselt haben (wie berichtet). Die EnBW hat die Vorranggebiete Häule bei Urbach (WN 28) und Hohbergkopf-Eichenzell (WN 29) von der WEBW Neue Energie GmbH übernommen.

Was ändert sich für den Standort Urbach?

„Da wird sich nichts Gravierendes ändern“, sagt Dagmar Jordan von der Pressestelle der EnBW. „Es werden zwei Windräder bleiben.“ Möglicherweise werde man die Standorte um einen oder zwei Meter versetzen. Und: „Wir prüfen, ob wir eventuell eine etwas größere Dimensionierung nehmen können.“ Damit sind Windräder mit höherer Leistung und eventuell auch höhere Windräder gemeint. „Ob sie da geeignet sind und ob sie da passen, ist noch unklar“, so Dagmar Jordan. „Es kann auch sein, es bleibt alles gleich.“ Falls die Windräder höher werden sollten, mit welcher Höhe ist zu rechnen? Hier will Dagmar Jordan keine konkreten Zahlen nennen.

Was bedeutet der Wechsel der Nutzungsrechte für das Genehmigungsverfahren?

Die WEBW hat für die zwei Windräder bereits den Antrag auf Genehmigung eingereicht. Das Verfahren läuft, letztlich entscheidet das Landratsamt. „Wir prüfen noch mal neu“, so Dagmar Jordan. Wenn es Änderungen gibt, dann, davon geht Jordan aus, muss ein neuer Genehmigungsantrag gestellt werden. Im Januar soll ein Treffen mit EnBW-Mitarbeitern und dem Landratsamt stattfinden, bei dem der Stand der Dinge geklärt und besprochen werden soll, ob grundlegende Bestandteile aus dem Verfahren übernommen werden können. Das ist einer der nächsten Schritte. Nun machen sich die Projektierer der EnBW zunächst zu Typ und Höhe der Windräder Gedanken.

Was bedeutet es, wenn das Windvorrangebiet Plüderhausen geprüft wird?

So viel zum Vorranggebiet Urbach. Am Dienstag hatte die EnBW außerdem mitgeteilt, „man behalte sich vor, auch das Windvorranggebiet bei Plüderhausen zu prüfen und gegebenenfalls zu reaktivieren“. Gemeint ist das Windkraft-Vorranggebiet Hohbergkopf-Eichenzell. Nachgefragt bei Dagmar Jordan von der EnBW-Pressestelle: Was bedeutet das?

„Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Vorranggebiet von Urbach“, sagt die Pressemitarbeiterin. „In dem Paket, das wir übernommen haben, ist auch der Gestattungsvertrag für die Vorrangfläche von Plüderhausen dabei.“ Die Fläche sei von der WEBW nicht weiterverfolgt worden. Artenschutzrechtliche Vorgaben hätten sie nicht genehmigungsfähig erscheinen lassen. Die Fläche sei artenschutzrechtlich konfliktreich und daher wahrscheinlich nicht genehmigungsfähig, erklärt Dagmar Jordan. Aber: „Weil wir die Fläche nun mal haben, schauen wir sie uns auch noch mal an.“ Man werde die Gutachten nochmals prüfen. „Es könnte sein, dass sich noch mal neue Konditionen ergeben.“ Falls man zu dem gleichen Ergebnis komme wie die WEBW, „werden wir das nicht weiterverfolgen“. Kurzfristig sei das Plüderhäuser Vorranggebiet nicht von Interesse, Vorrang habe Urbach.

Unsere Zeitung hat bei der WEBW Neue Energie GmbH zum Plüderhäuser Vorranggebiet nachgefragt. „Artenschutzrechtliche Überlegungen sind immer unter anderem auch ein wirtschaftlicher Faktor bei jedem Windpark“, sagt Stefan Groos, Geschäftsführer der WEBW.

Zur Frage der Zufahrtsstraßen und des Untergrunds des Plüderhäuser Vorranggebiets teilt Dagmar Jordan von der EnBW weiter mit: „Da gibt es technische Lösungen. Da sehen unsere Projektentwickler keine Ausschlusskriterien.“

Windkraft in Urbach würde Häfe tangieren

„Ich persönlich bin nicht gegen die Windkraft“, sagt der Urbacher Bürgermeister Jörg Hetzinger. In einer Stellungnahme im Genehmigungsverfahren war die Gemeinde gehört worden zum Windkraft-Vorhaben. Der Gemeinderat hatte es knapp abgelehnt. Es gäbe es eine „ordentliche Entfernung“ der Windräder zum Ort, so Hetzinger. Sollten sie tatsächlich etwas höher werden, bliebe der Urbacher Schultes gelassen. „Eine Höhe von zehn Metern hin oder her ist nicht so entscheidend.“

„Ich halte solche Windräder in unserer Landschaft für nicht angemessen“, sagt der Plüderhäuser Bürgermeister Andreas Schaffer. Dass interessierte Betreiber von solchen Projekten absprängen, trage dazu bei. Eine Bebauung des Standorts Eichenzell würde Walkersbach stark tangieren. Würde der Urbacher Standort bebaut, würde das den Plüderwiesenhof und den Köshof tangieren, sagt Andreas Schaffer. Man müsse aber zunächst abwarten, was die Prüfung der EnBW ergibt.