Waiblingen

Blutkrebs: Viele wollen Ilias (6) helfen - 500 Leute bei Aktion in Waiblingen

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Ilias aus Waiblingen. © privat

Nachdem der sechs Jahre junge Ilias aus Waiblingen-Neustadt zum zweiten Mal an Blutkrebs erkrankt ist, hofft seine Familie auf einen Glückstreffer: einen "genetischen Zwilling", der oder die dem Kind Stammzellen spenden kann. Dafür gab es vor wenigen Tagen eine Registrierungsaktion der gemeinnützigen Organisation DKMS in Waiblingen, in den Räumen der Griechischen Gemeinde.

Wie die DKMS nun auf ihrer Website informiert, war diese Aktion "ein voller Erfolg": "495 Menschen ließen sich vor Ort als Stammzellspender/-innen registrieren für Ilias und andere Betroffene."

Für Ilias und andere: Weitere Registrierungen in Waiblingen und online möglich

Die DKMS unterstütze Ilias und seine Familie weiterhin "bei der Suche nach seinem genetischen Zwilling". Auch kann man sich weiterhin online registrieren als potenzieller Stammzellspender. Und auch bei der Griechischen Gemeinde in Waiblingen ist laut deren Facebook-Post noch eine Registrierung als Spender möglich: am Dienstag, 17., und Dienstag, 24. September, von 9.30 bis 11.30 Uhr in der Winnender Straße 5. Stammzellen spenden können Menschen zwischen 17 und 55 Jahren.

Bei der Registrierung gibt man persönliche Daten an. Findet sie nicht vor Ort statt, erhält man in den Tagen danach per Post drei Wattestäbchen. Damit macht man einen Wangenabstrich und schickt die Stäbchen per Brief zurück an die DKMS (es gibt auch weitere Organisationen, die Stammzellspenderdateien führen; in Baden-Württemberg neben der DKMS zum Beispiel das Universitätsklinikum Freiburg und die Deutsche Stammzellspenderdatei Süd; Überblick hier).

Dann werden genetische Merkmale der Registrierten anonymisiert mit denen von Blutkrebs-Patienten weltweit abgeglichen. Sollte es einen Treffer geben, werden die potenziellen Spender kontaktiert. Es folgt ein weiterer Test, diesmal mittels Blutprobe.

Wie läuft die Stammzellspende ab?

Die Stammzellspende erfolgt meistens auf folgende Art, die das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) als "Standard-Entnahmetechnik" erklärt:

"Bei der peripheren Blutstammzellspende wird der Spender zuerst mit dem Wachstumsfaktor G-CSF behandelt. Dieser unterstützt die Reifung der Stammzellen im Knochenmark und bewirkt, dass sie schneller in das Blut übergehen. Danach werden sie dem Spender mit der sogenannten Stammzellapharese, vergleichbar mit einer Dialyse, ambulant entnommen. Bei diesem Prozess wird das Blut aus einer Armvene durch einen Zellseparator zurück in die Armvene des anderen Arms geleitet. Im Regelfall dauert die Blutstammzellspende etwa drei bis vier Stunden. In manchen Fällen muss sie am Folgetag wiederholt werden, um die notwendige Anzahl an Stammzellen zu erhalten."

Variante zwei ist die Knochenmarkspende

Seltener kommt es zur Knochenmarkspende: "Bei der Knochenmarkspende nehmen die Ärzte unter Vollnarkose mehrere kleine Einstiche im Bereich des hinteren Beckenknochens vor und entnehmen mit einer Punktionsnadel Knochenmark aus dem Beckenkamm. Die Knochenmarkspende dauert in etwa eine Stunde. Das Knochenmark regeneriert sich innerhalb weniger Wochen wieder von selbst. Der Spender kann das Krankenhaus nach ein bis zwei Tagen wieder verlassen."

"Es kann vorkommen, dass die Ärzte abhängig vom gesundheitlichen Zustand des Patienten eine Methode bevorzugen oder ausschließen", erklärt das ZKRD. "Auch die Diagnose des Patienten kann dabei eine Rolle spielen, so dass die Ärzte eine bestimmte Blutstammzellquelle bevorzugen. Im Regelfall versuchen sie aber stets, die Wünsche des Spenders zu berücksichtigen."

"Beide Arten der Stammzellentnahme ziehen normalerweise keine gesundheitlichen Einschränkungen nach sich. Nach einer peripheren Blutstammzellspende ist kein Krankenhausaufenthalt notwendig. Bei der Knochenmarkspende bleibt der Spender noch ein bis zwei Tage auf der Station, außerdem kann er noch einige Tage lang leichte Schmerzen an der Einstichstelle spüren."