Waiblingen

Feuerwehr war die ganze Nacht im Einsatz

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Brand Haus Schüttelgrabenring Waiblingen
Verkohltes Gebälk – der Unglücksort am Tag danach. © Habermann / ZVW
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Wohnhausbrand im Eisental. © Leonie Kuhn

Waiblingen. Die ganze Nacht hindurch hat der Einsatz der Feuerwehr bei einem Großbrand im Gewerbegebiet Eisental gedauert. Das Feuer war am Sonntagnachmittag in einem Wohnhaus ausgebrochen. Am Montagvormittag musste die Wehr erneut ausrücken, als abermals Rauch aus dem zerstörten Gebäude drang. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Noch ist nicht geklärt, wie es zu dem Brand gekommen ist, der am Sonntagnachmittag ein Wohnhaus im Schüttelgrabenring fast vollständig zerstört hat (wir berichteten). Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, nachdem abermals ein Statiker vor Ort war, um den Brandort zu sichern. Denn das Wohnhaus gilt nach dem Feuer, das auf allen drei Stockwerken gewütet hat, als einsturzgefährdet. Ein Pressesprecher der Polizei sagte am frühen Nachmittag, Brandermittlungen gestalteten sich oft schwierig, zögen sich mitunter über Monate hin. Wann die Beamten ein Ergebnis präsentieren können, ist also noch unklar. Das Haus gehört der Familie, die im Besitz der angrenzenden Teppichfirma ist. Das Firmengebäude selbst hatte die Feuerwehr vor den Flammen retten können. Auch die Bewohner hatten sich rechtzeitig vor den Flammen in Sicherheit gebracht.

„Eine echte Materialschlacht“

Der Einsatz war einer der größten der letzten Jahre für die Waiblinger Freiwillige Feuerwehr, er dauerte rund 17 Stunden. Die ganze Nacht über waren Kräfte von fünf Abteilungen damit beschäftigt, hartnäckige Glutnester zu löschen. Insgesamt 70 Männer und Frauen in 16 Fahrzeugen halfen mit. „Eine echte Materialschlacht“, sagt Kommandant Jochen Wolff am Tag danach. Es ist Montagnachmittag und der Einsatzleiter hat noch keine Minute geschlafen, ist seit Sonntagmorgen auf den Beinen. „Die Löscharbeiten dauerten bis 7 Uhr. Dann mussten wir abbauen und aufräumen, der Einsatz war gegen 8 Uhr beendet“, berichtet Wolff. Allerdings mussten er und seine Mannschaft kurze Zeit später schon wieder in den Schüttelgrabenring ausrücken. Rauch drang aus dem offenen Dach, irgendwo hatte ein Glutnest den Einsatz wohl doch überdauert, war aber rasch abgelöscht. „Da mobilisiert man die letzten Reserven“, sagt Jochen Wolff.

Zwei Feuerwehrmänner verletzt

Und auch dass die Feuerwehrleute mitunter ihre eigene Gesundheit im Einsatz aufs Spiel setzen, hat die Nacht im Eisental gezeigt. Bereits zu Beginn der Löscharbeiten hatte sich ein Feuerwehrmann Schnittwunden an der Hand zugezogen und musste ärztlich behandelt werden. Im Verlauf des Abends kam dann ein weiterer Ehrenamtlicher hinzu, der sich ebenfalls an der Hand verletzte und ambulant versorgt wurde. „Wir sind froh, dass beide Kameraden das Krankenhaus rasch wieder verlassen haben“, sagt Kommandant Jochen Wolff.

Nach dem Einsatz muss alles wieder gereinigt werden

Man merkt ihm seine Müdigkeit etwas an, aber auch, dass er zufrieden mit dem Ablauf des Einsatzes ist. „Die Teamarbeit mit allen Beteiligten hat absolut reibungslos funktioniert“, freut sich der Einsatzleiter. Und obwohl ein Großteil der Waiblinger Feuerwehrleute am Sonntagnachmittag ins Eisental ausgerückt ist, war auch an die Grundsicherung gedacht, sollten parallel weitere Feuer ausbrechen: „Die Kräfte in Hohenacker waren bereit“, sagt Wolff, die Einsatzzentrale sei für den Fall der Fälle besetzt gewesen. Bei der Feuerwehr beginnt jetzt erst einmal das große Reinemachen. So wie es in der näheren Umgebung des Unglücksortes riecht – es liegt der beißende Geruch einer erkalteten Feuerstelle in der Luft –, stinkt es auch in den Umkleidekabinen der Wehrleute. Masken müssen gereinigt, Rohre geprüft, Wagen geputzt werden. Eine Mütze Schlaf haben sich die Helfer redlich verdient.

Erfahren Sie mehr über die Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr in der Serie: Unsere Feuerwehr.