Waiblingen

Mehr Wohnraum für die Bienen: Die Bienerei in Waiblingen vermietet Bienenstöcke

Die Bienerei
Von Bienen begeistert: Axel Zehle weiß, wie wichtig die kleinen Tiere für die Natur und den Menschen sind. © Bienerei

Die Brüder Axel und David Zehle teilen eine besondere Leidenschaft: Sie sind Fans der Honigbiene. Nicht nur, weil sie leckeren, süßen Honig produziert, sondern vor allem wegen ihrer Bedeutung für die Umwelt bewundert Axel Zehle, der eigentlich Elektrotechnik-Meister ist, die kleinen Insekten: „Bienen sind für die Bestäubung und die Ernte bestimmter Gemüsesorten wichtig.“ Deshalb gründete er mit seinem Bruder David Zehle, der schon seit 18 Jahren Bio-Imker ist, die Bienerei in Waiblingen. Um die Biene „in die Fläche zu bringen“, so Zehle, können Unternehmen bei der Bienerei eine Bienen-Patenschaft abschließen.

Die Bienerei „vermietet“ Bienenstöcke an Unternehmen als Abonnement

Das Modell ist ein klassisches Abonnement: Firmen können zwischen verschiedenen Patenschaften wählen und zahlen zwischen 79 und 178 Euro monatlich. Auch einmalige Spenden, zum Beispiel zur Finanzierung eines neuen Bienenvolkes, sind möglich. Bei der günstigeren Patenschaft befindet sich der Bienenstock in Obhut der Bienerei – kann aber besucht werden.

Alternativ und für etwas mehr Geld kann der Bienenstock auch auf das Gelände des Unternehmens umziehen. In diesem Fall werde laut Axel Zehle aber erst einmal geprüft, ob die Bedingungen auf dem Grundstück für die Bienen ideal sind. „Wir schauen, ob es genug Angebote für die Bienen gibt, zum Beispiel Wiesen oder Bäume“, sagt Zehle. Auch der Schutz vor Vandalismus spiele eine große Rolle bei der Platzwahl.

Wer sich einen Bienenstock auf das eigene Gelände stellt, wird regelmäßig durch einen Imker betreut. Die Bienerei arbeitet nämlich mit zahlreichen Imkern zusammen. Jeder von ihnen kümmert sich um etwa 20 Bienenvölker der Bienerei. „Die Imker verdienen normalerweise immer erst am Ende des Jahres an ihrem eigenen Honig“, erzählt Axel Zehle. Schwache „Honig-Jahre“ führten häufig dazu, dass die Imker aufgeben, weil das Geld zu knapp werde.

Das Geschäftsmodell der Bienerei packt das Problem an – und zahlt den Imkern das Geld für die Betreuung der Bienenstöcke im Voraus. „So haben sie mehr Motivation, weiterzumachen“, sagt Axel Zehle. Vor allem aber stehen ihnen durch den Vorschuss auch die Mittel dazu zur Verfügung. Über die Verwendung der Einnahmen sagt er: „33 Prozent gehen in das Material, 33 an die Imker und 33 an uns.“ Zehle weiß die Arbeit der Imker zu schätzen: „Ohne sie würde es kaum noch Bienen in Deutschland geben.“

Bienenvölker in Deutschland benötigen die Unterstützung durch Imker

Vom Klimawandel und durch die sogenannte Varroamilbe, einen Parasiten, bedroht, benötigen Bienenvölker hierzulande Schutz und Unterstützung, so Zehle. Die Biene sei ein Nutztier: Sie bestäubt die Blüten der Obst- und Gemüsepflanzen und trägt damit einen Teil dazu bei, dass die Ernte gut wird.

Allein bei der Birne habe die Biene einen 90-prozentigen Anteil an der Bestäubung der Pflanze, wissen die Bienen-Experten. Auf ihrer Homepage informieren Axel und David Zehle die Nutzer über diverse Fakten die Biene betreffend. „Wir wollen die Thematik vorantreiben.“ Als Elektrotechnik-Meister und Betriebswirt fasziniert Axel Zehle vor allem das Zusammenspiel der Bienen als Volk: „Jede Biene hat eine Aufgabe.“ Und jede Einzelne von ihnen durchlaufe in ihrem Lebenszyklus einmal alle Aufgabenbereiche: „Der gesamte Organismus funktioniert sehr effizient.“

Mehr als die Patenschaft: Firmen bekommen auch eigenen Bio-Honig

Dieses Wissen über die Tiere weiterzugeben, ist den Bienerei-Inhabern wichtig: Wer eine Patenschaft eingeht, hat auch die Möglichkeit, einen „Tag der Biene“ im eigenen Unternehmen zu veranstalten. Die Bienerei stellt dafür die Info-Materialien zur Verfügung.

Bio-Honig aus dem eigenen Bienenvolk bekommen die Paten ebenfalls - wer möchte, sogar mit dem eigenen Firmenlogo. Mit ihrer Idee und dem Gedanken an die Umwelt wollen die Brüder allerdings nicht nur in Deutschland bleiben. Ihr nächstes Ziel: Paraguay. Durch seine Frau habe Axel Zehle geschäftliche Beziehungen in das südamerikanische Binnenland herstellen können. Dort sei der Umgang mit Bienen anders als in Deutschland. Oft siedelten sich die Tiere in leeren Termitenhügeln an, die dann, beispielsweise für die Bebauung des Grundstückes, zerstört würden. Axel Zehle möchte auch hier den Nutzen der Biene weitertragen. Der Unterschied: Bei den in Paraguay heimischen Bienen handele es sich um eine hybride Kreuzung verschiedener Bienenarten – und diese sei viel aggressiver als die deutsche Honigbiene. „Die Imker müssen sich vollständig vermummen“, sagt Axel Zehle.

Während das Projekt in Paraguay noch in den Kinderschuhen steckt, ist die Bienenstock-Patenschaft in Deutschland schon weiter verbreitet. Axel Zehle sieht in seinen Mitstreitern jedoch keine Konkurrenz, er freut sich über jeden Schritt, der dazu beiträgt, dass die kleinen Insekten geschützt werden und sich verbreiten können.

Die Brüder Axel und David Zehle teilen eine besondere Leidenschaft: Sie sind Fans der Honigbiene. Nicht nur, weil sie leckeren, süßen Honig produziert, sondern vor allem wegen ihrer Bedeutung für die Umwelt bewundert Axel Zehle, der eigentlich Elektrotechnik-Meister ist, die kleinen Insekten: „Bienen sind für die Bestäubung und die Ernte bestimmter Gemüsesorten wichtig.“ Deshalb gründete er mit seinem Bruder David Zehle, der schon seit 18 Jahren Bio-Imker ist, die Bienerei in Waiblingen. Um

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