Waiblingen

Schrill, schriller, Bubble-Tea: Hype um Trend-Getränk bei Buteeho in Waiblingen

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Buteeho
Bubble-Tea war bereits ein Trend, jetzt lebt er auch in Waiblingen wieder auf. © ZVW/ALEXANDRA PALMIZI
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Die Bubble-Tea-Perlen. © ZVW/ALEXANDRA PALMIZI

Die kleinen knalligen Kugeln stechen den Kunden des Asia-Supermarktes „Buteeho“ in Waiblingen am Verkaufstresen sofort ins Auge. Rot, gelb, grün oder blau – in sämtlichen Farben schillern die sogenannten Bobas, die für die Zubereitung des Trendgetränks „Bubble-Tea“ verwendet werden. Beim Zerbeißen platzen die geleeartigen Perlen und sorgen für einen fruchtigen Geschmack – je nach Farbe. „Dafür kommen Kunden aus der ganzen Umgebung“, sagt Inhaber Nicola Lommano. Die Grundlage für das Getränk ist Tee, der, je nach Geschmacksrichtung, mit Früchten oder Fruchtsaft angereichert wird.

Für die Schülerinnen Eva Fetzer (24) und Celine Schlegel (20) ist der Besuch bei „Buteeho“ längst zur Routine geworden: Zwei- bis dreimal in der Woche holen sich die Freundinnen nach eigenen Angaben einen Bubble Tea. „Es ist megalecker und einfach mal was anderes“, sagt Eva Fetzer. Ihre Lieblingssorte ist der Erdbeer-Smoothie, eine der vielen Kreationen, die sich Nicola Lommano ausgedacht hat und für den Eva Fetzer etwa fünf Euro hinlegt. Den Preis begründet Nicola Lommano mit der Qualität seiner Zutaten.

Bubble-Tea stand bereits in der Kritik

Besonders der Einkauf hochwertiger Tees hat bei ihm Priorität: „Teebeutel gibt es hier nicht“. Eine hochwertige Verarbeitung sei ihm auch wichtig, weil Bubble-Teas in der ersten Trend-Phase vor etwa zehn Jahren medial stark in der Kritik standen: Das Getränk sei ungesund und wegen der Kügelchen für Jüngere gefährlich. „Wir informieren alle Elternteile“, sagt Lommano, bei Kindern unter fünf Jahren rät er vom Konsum ab.

Neben der Filiale in Waiblingen betreibt Lommano noch zwei weitere Läden in Heilbronn und Gießen. „Ich wollte einfach mal etwas Neues ausprobieren“, erzählt er. Bevor er ins Bubble-Tea-Geschäft einstieg, arbeitete er zwölf Jahre in einem Unternehmen für Medizintechnik. Den Laden in der Albert-Roller-Straße übernahm er im Jahr 2019. „Meine Frau ist Chinesin und bei einem gemeinsamen Urlaub in China bin ich auf Bubble-Tea aufmerksam geworden“, sagt Nicola Lommano über den Beginn seiner Leidenschaft für das Tee-Getränk.

Seinen Ursprung findet der Trend süd-östlich von China, in Taiwan. „Der Original-Tee besteht eigentlich nur aus drei Zutaten: Schwarztee, Milch und Tapioka-Perlen“, sagt Nicola Lommano. Diese Form des Getränks sei in vielen asiatischen Ländern an „jeder Straßenecke“ käuflich. Der sogenannte „Brown-Sugar-Tapioka“ ist aber auch in Waiblingen ein Verkaufsschlager, so Lommano. Tapioka selbst ist pflanzliche Stärke, die für das Getränk in Perlenform weiterverarbeitet wird. Diese Prozedur würde der Inhaber gerne selbst in seinem Geschäft ausüben: „In Asien werden dafür riesige Schüsseln verwendet, in denen die Perlen hin und her geschwungen werden.“ Einmal zubereitet, ist die Konsistenz der Perlen, anders als die fruchtigen Bobas, etwas fester.

Darüber hinaus haben sich noch viele weitere Sorten entwickelt. Während in asiatischen Ländern die Milchvarianten häufiger vertreten seien, so Lommano, stehen in seinem Laden vor allem viele fruchtige Kreationen auf der Karte. Und das äußert sich auch in der Auswahl der Sorte, denn erst einmal steht die Kundschaft vor einer langen Getränkekarte mit etlichen Optionen: Über die Teesorte, den Grad der Süßung, die Geschmacksrichtung und die Perlen muss vor der Bestellung entschieden werden.

Eines aber haben alle Bubble-Tea-Getränke gemeinsam: Sie sind etwas für das Auge. „Es ist schwer, von durchsichtigen Plastikbechern wegzukommen, weil viele Kunden das Getränk sehen wollen oder auch Fotos davon machen“, sagt Nicola Lommano in Anbetracht des Themas Nachhaltigkeit.

Nachhaltiger durch Mehrwegbecher

Er selbst gehe derzeit verschiedene Wege, die das Geschäft umweltfreundlicher machen sollen: Plastikbecher gebe es in seinem Laden nicht mehr, stattdessen setzt er auf wiederverwendbare Becher, die gewaschen und beim nächsten Mal wieder aufgefüllt werden können. Darüber hinaus werden Pappbecher angeboten, die in Rot und Blau mit Blumenmuster fotogen gestaltet sind. Strohhalme gibt es ebenfalls in verschiedenen Varianten: aus Pappe, Bambus und Algen. Und auch Glasflaschen in Sternen- oder Bärchenform können im Laden käuflich erworben werden. „Die Bärchenflaschen sind vor allem für die Jüngeren“, sagt Lommano. Die Zielgruppe für den bunten Tee liege zwischen 13 und 20 Jahren, aber auch sechs- oder siebenjährige Kinder kämen häufig mit ihren Eltern vorbei.

Für Erwachsene bietet das „Shop-in-Shop“-Konzept auch noch andere Vorteile: In dem Supermarkt wird neben Bubble-Tea auch noch eine große Auswahl an Lebensmitteln für die asiatische Küche verkauft.

Start im Jahr 2019 ohne Bubble-Tea

„Am Anfang war das nicht so einfach“, sagt Nicola Lommano, teilweise sei nicht einmal genug Geld für die Zahlung der Stromrechnungen verfügbar gewesen. Erst durch das Gespräch mit einem Stuttgarter Ladeninhaber, der ebenfalls Bubble-Tea verkauft, sei ihm die Idee des „Shop-in-Shop“-Konzeptes gekommen: Der Bubble-Tea-Verkauf findet im Supermarkt selbst statt. „Mittlerweile ergibt sich der monatliche Umsatz zu 50 Prozent aus dem Bubble-Tea-Verkauf“, sagt Lommano, die anderen 50 Prozent bringe der Supermarkt ein. In den Sommermonaten steige der Umsatz durch den Getränketrend auch mal und übertreffe den Umsatz durch den Verkauf der Lebensmittel.

Doch nicht nur die finanzielle Verbesserung ist für Nicolas Lommano ein Vorteil seines Konzeptes: „Ich möchte die Kunden fachgerecht beraten können.“ Durch seine Ehefrau Nannan Song und die Verbundenheit zur asiatischen Küche ist das möglich. „Die Kunden nehmen die Beratung gut an“, sagt er. Weniger gut von den Kunden aufgenommen würden dagegen die aktuellen Preissteigerungen. Durch Lieferengpässe im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und auch durch die Corona-Pandemie musste Nicola Lommano seine Preise erhöhen: „Die Lieferanten steigern ihre Preise gerade fast wöchentlich.“

Am Beispiel Instantnudeln verdeutlicht er das Ausmaß: Von ursprünglich 79 Cent pro Packung liegt der Preis der Nudeln für den Endverbraucher mittlerweile bei 1,50 Euro. „Ich frage mich, wie lange das Geschäft mit den Lebensmitteln noch gut geht“, sagt Lommano. Seine Kundschaft sei weniger geworden, „weil das teure Asia-Material weniger gekauft wird“.

Die kleinen knalligen Kugeln stechen den Kunden des Asia-Supermarktes „Buteeho“ in Waiblingen am Verkaufstresen sofort ins Auge. Rot, gelb, grün oder blau – in sämtlichen Farben schillern die sogenannten Bobas, die für die Zubereitung des Trendgetränks „Bubble-Tea“ verwendet werden. Beim Zerbeißen platzen die geleeartigen Perlen und sorgen für einen fruchtigen Geschmack – je nach Farbe. „Dafür kommen Kunden aus der ganzen Umgebung“, sagt Inhaber Nicola Lommano. Die Grundlage für das Getränk

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