Waiblingen

Waiblingen-Hegnach: Weihnachtsbaum-Preise sinken trotz Inflation – und Schnaps gibt es auch noch

Mergenthaler
Bäume weit und breit: Joachim Mergenthaler (rechts) und Sohn Manuel sägen der Kundschaft den Lieblingsbaum frisch zurecht. © ZVW/Benjamin Büttner

Wer bei Joachim Mergenthaler in Waiblingen-Hegnach einen Weihnachtsbaum kauft, der schaut womöglich etwas verdutzt aus der Wäsche: Im Gegensatz zu den allgemeinen Lebensmittel- und Energiepreisen sind die Tannenpreise bei den Mergenthalers in diesem Jahr nämlich gesenkt worden. Und das um ganze zehn Prozent. Das gehe, „da wir genügend Stückzahlen haben“, so der Landwirt.

Über Preise möchte er eigentlich nicht so gerne sprechen, doch eines kann Joachim Mergenthaler verraten: Zwischen 30 und 45 Euro finde jeder ein passendes Bäumchen für das Weihnachtsfest. Los ging es bereits am ersten Advent.

Christbäume sind früh gefragt, viele reservieren direkt auf dem Feld

Während der Christbaum in seiner eigenen Kindheit erst kurz vor dem Heiligen Abend geschlagen wurde, verkauft der Landwirt seinen Kunden mittlerweile bereits ab dem ersten Advent Tannen und Fichten. Für viele seiner Kunden sei sie ein wahres Erlebnis, die Weihnachtsbaumsuche. Wer so früh komme, der reserviere meistens, um den Baum dann kurz vor Weihnachten abzuholen.

Mit wetterfester Kleidung geht es dann ab aufs Feld, das ganz in der Nähe des Verkaufsstandes in Hegnach liegt. Dort kann aus einer stattlichen Anzahl an kleinen, mittleren und großen Tannen gewählt werden. Mit einem knallgelben Zettelchen werde der Lieblingsbaum markiert, Name und Datum daraufgeschrieben und parallel im System der Mergenthalers vermerkt. Ab 10 Uhr am Abholtag kann der Christbaum dann in Hegnach eingesammelt werden - frisch geschlagen. Wer die Sache selbst in die Hand nehmen will, dem gibt Joachim Mergenthaler eine Handsäge mit. Besonders für Familien sei die Baumsuche in jedem Jahr ein Event.

So sei es auch in seiner eigenen gewesen, als die Kinder noch klein waren, erinnert sich der Landwirt. In einem Jahr hätten die Jungs den Baum aussuchen dürfen, im Jahr darauf die Mädchen. Die Kinder von Joachim und Anita Mergenthaler helfen mittlerweile im Weihnachtsgeschäft mit - Joachim Mergenthaler sucht den Baum selbst aus. Doch anders als vielleicht angenommen, muss das Bäumchen im Wohnzimmer der Mergenthalers nicht perfekt aussehen. Es soll eines sein, das natürlich gewachsen ist - mit Ecken und Kanten.

Doch das wollen die meisten Kunden eben nicht. Aus diesem Grund hat sich in den letzten Jahren insbesondere eine Tanne in den Vordergrund gedrängt.

Die Nordmanntanne ist im Vormarsch, Fichten gibt es kaum noch

Mittlerweile stehen auf dem Feld der Mergenthalers fast zu 90 Prozent Nordmanntannen. Das war nicht immer so: Als Joachim Mergenthaler in das Geschäft einstieg, habe er die Nordmanntanne noch über einen Großhändler aus Dänemark bezogen. Damals gab es außerdem noch einen weiteren Christbaum-Kandidaten: die Fichte. Zwar verkaufe er die immer noch, doch seien es viel weniger geworden.

Warum der Andrang auf die Nordmanntanne so gestiegen ist? „Die stupfen nicht“, erklärt der Landwirt. Eines aber haben alle Weihnachtsbäume gemeinsam: Sie werden nicht behandelt und auch nicht gespritzt. Selbst Wasser habe er im heißen und trockenen Sommer dieses Jahres nicht gegeben. „Im Sommer haben viele unserer Bäume braune Nadelspitzen bekommen, da hatten wir große Sorge“, sagt der Landwirt. Doch die Bestände haben sich wieder erholt - durch Regen, nicht durch Hahnenwasser.

Einen Schnaps zum Loben gibt es kostenlos dazu

Egal ob Fichte oder Nordmanntanne, selbst gesägt oder abgeholt - eines bekommen alle Kunden, die in Hegnach einen Baum kaufen: einen Schnaps. Den gibt es nämlich gratis dazu, damit jeder die Möglichkeit hat, den eigenen Baum zu Hause zu loben - traditionell schwäbisch. Abgefüllt in kleine Fläschchen, damit der Schnaps nach und nicht vor der Autofahrt getrunken wird, gibt es den „Willi“, den „Kirschli“ und den „Pfeffli“. Letzterer ist der neueste seiner Art und soll ein Stück Hegnacher Historie in den Baumverkauf der Mergenthalers bringen. Zu den Zeiten seiner Großeltern, erinnert sich Joachim Mergenthaler, sei in Hegnach Pfefferminze angebaut worden. Zu bestimmten Jahreszeiten habe es im ganzen Ort nach Minze gerochen.

Jetzt aber ist es der Tannengeruch, der durch Hegnach zieht und daran erinnert, dass es wieder einmal Zeit für einen Christbaum ist. Der Verkaufsstand der Mergenthalers vor dem Ortseingang Hegnach aus Waiblingen kommend ist von Montag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Am 24. Dezember wird es bis 12 Uhr Bäume geben, so Joachim Mergenthaler. Dann begibt auch er sich mit seiner Familie auf den heimischen Hof und feiert Weihnachten.

Wer bei Joachim Mergenthaler in Waiblingen-Hegnach einen Weihnachtsbaum kauft, der schaut womöglich etwas verdutzt aus der Wäsche: Im Gegensatz zu den allgemeinen Lebensmittel- und Energiepreisen sind die Tannenpreise bei den Mergenthalers in diesem Jahr nämlich gesenkt worden. Und das um ganze zehn Prozent. Das gehe, „da wir genügend Stückzahlen haben“, so der Landwirt.

Über Preise möchte er eigentlich nicht so gerne sprechen, doch eines kann Joachim Mergenthaler verraten: Zwischen

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