Waiblingen

Waiblingen: Metal-Festival "Silence can wait" bietet Newcomern eine Bühne

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Silence can wait
Im letzten Jahr ging das Festival in die erste Runde: Rund 200 Besucher kamen für das Event in die Messelounge, um den Auftritt von vier Metal-Bands zu feiern. © Andreas Lorenz
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Silence can wait
Auf der Bühne treten erfahrene Gruppen und Newcomer aus der Szene auf. © Andreas Lorenz

Sie wollen laut sein, die Menge zum Toben bringen und zeigen, was sie draufhaben: Beim „Silence can wait“-Festivaltreten regionale Metal-Bands am Samstag, 3. September, ab 16 Uhr in der Messelounge ML 14 in Waiblingen auf. Ins Leben gerufen wurde die Musikveranstaltung bereits im letzten Jahr vom Winnender Verein „Rock und Metal Maniacs“, der sich das Ziel gesetzt hat, jungen Künstlerinnen und Künstlern die Tür in die Branche zu öffnen.

„Der Verein wurde gegründet, um Newcomer zu unterstützen“, erzählt Tobias Lorenz, Projektleiter des Festivals. Er selbst ist leidenschaftlicher Metal-Fan und erklärt, dass es bei dem Konzept vor allem darum geht, Neulingen aus der Branche eine Plattform zu geben und Reichweite zu erzeugen. Das geschehe auch dadurch, dass ein bis zwei überregionale und bekanntere Bands auftreten, deren Reichweite die Jüngeren mitnutzen können. Beim kommenden Festival wird das die Band „Defocus“ sein.

„Defocus“ aus Aalen spielen auch auf dem „Summerbreeze“

„Defocus ist zwar eine junge Band, die sich erst während der Corona-Zeit gegründet hat“, sagt Tobias Lorenz, doch habe die Band in kurzer Zeit schon einige Erfolge verzeichnen können - etwa beim diesjährigen „Summerbreeze“ in Dinkelsbühl, einem der wichtigsten Metal-Festivals in Deutschland. Während „Defocus“ aus Aalen als überregionale Band auftritt, kommen viele der Newcomer aus dem Ludwigsburger und Stuttgarter Umland. Dabei sind: „I chose hell“, „Lamagra“, „Legion of fate“, „Sign of death“, „Tsantsa“ und „Built to fall“. „In diesem Jahr ist das Festival eher metal-lastig“, sagt Lorenz.

Vergrößern konnte sich „Silence can wait“ in jedem Fall: Die Anzahl der Bands habe sich von vier auf sieben erhöht. Im letzten Jahr sei das Festival gut beim Publikum angekommen: Etwa 200 Gäste besuchten die Messelounge für das Musik-Event. Doch in diesem Jahr wurden bisher nur wenige Tickets verkauft. Der Projektleiter vermutet, dass das Problem mehrere Ursachen hat: Zum einen sei 2022 das Nachholjahr nach den „Corona-Jahren“. Viele hätten bereits einige Festivals besucht und seien mittlerweile schon gesättigt.

Zum anderen versuchten viele, angesichts der steigenden Kosten in sämtlichen Lebensbereichen Geld zu sparen. Lorenz spricht von einer Hemmung, das Geld in ein weiteres Festival zu investieren. Die Karten für das Waiblinger Event kosten im Online-Vorverkauf 25 Euro. Wer früh dran war, konnte für 20 Euro buchen.

Auch den Zeitpunkt Anfang September findet der Projektleiter nicht ideal: Ursprüngliche habe der Verein das Event schon im Mai veranstalten wollen, doch das habe seitens der Messelounge nicht funktioniert.

Nun liegt das Datum inmitten der Festival-Saison. Das wollte Tobias Lorenz eigentlich vermeiden. Dass so wenige Tickets verkauft werden, spielt den Veranstaltern nicht in die Karten, denn über den Ticketverkauf werde auch die Gage der Bandmitglieder sowie die Bezahlung weiterer Dienstleister finanziert. Zwar arbeite das Thekenpersonal ehrenamtlich, doch dafür müssen andere Stellen entlohnt werden, beispielsweise die professionelle Security. Gespart werden könne hingegen bei der Technik. „Die Preise für die Technik sind nicht hoch“, sagt Lorenz, der mit seinem Bruder eine Firma für Veranstaltungstechnik führt. Aus dieser können die beiden einiges für das Festival verwenden – lediglich in einigen Fällen müssen sie Technik ausleihen.

Sollten die Festivalbetreiber nicht genügend Geld über den Ticket-Verkauf einnehmen, müssen sie in Vorkasse gehen. „Wir machen das hier nicht, um Geld zu verdienen“, sagt Tobias Lorenz. Doch am Ende nicht auf den Kosten sitzenzubleiben, das sei ihm wichtig.

Der Verein hat weitere Ideen, jungen Künstlern zu helfen

Neben dem kostspieligen Festival hat der „Rock und Metal Maniacs“-Verein aber auch noch andere Ideen, jungen Musikgruppen aus der Metal- und Rockszene bei ihrem Start in die musikalische Karriere zu verhelfen. Angefangen damit, die Bands, die nicht für das „Silence can wait“ gebucht werden konnten, weiterzuvermitteln. „Wir schauen uns die Bands vorher an, um zu gucken, ob es passt“, so Lorenz. Da das nicht immer der Fall sei, vermittle der Winnender Verein diese Gruppen dann an die Veranstaltungen anderer Vereine weiter. „Manchmal kann man auch nicht alle nehmen“, erklärt Lorenz, denn das Festival habe begrenzte Kapazitäten. Dann würden Bands auch schon einmal für das nächste Jahr gebucht.

Im Bewerbungsprozess sei dem Projektleiter außerdem aufgefallen, dass einige Bands häufig keine Demo-Aufnahme vorlegen konnten. Zukünftig kann er sich vorstellen, Gruppen bei der Aufnahme des Demo-Tapes zu unterstützen. Ein weiterer Traum wäre es, Proberäume stellen zu können oder aber irgendwann einmal professionelle Livemitschnitte des Festivals aufzunehmen, die die Bands dann für ihr Portfolio und die sozialen Medien nutzen könnten. Doch dazu, so Lorenz, brauche der Verein erst einmal mehr Mitglieder und irgendwann einmal Sponsoren. Vorerst bleibt es beim „Silence can wait“, dass jungen Musikschaffenden eine Stimme verleiht, denn: Stille kann warten.

Sie wollen laut sein, die Menge zum Toben bringen und zeigen, was sie draufhaben: Beim „Silence can wait“-Festivaltreten regionale Metal-Bands am Samstag, 3. September, ab 16 Uhr in der Messelounge ML 14 in Waiblingen auf. Ins Leben gerufen wurde die Musikveranstaltung bereits im letzten Jahr vom Winnender Verein „Rock und Metal Maniacs“, der sich das Ziel gesetzt hat, jungen Künstlerinnen und Künstlern die Tür in die Branche zu öffnen.

„Der Verein wurde gegründet, um Newcomer zu

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