Waiblingen

Waiblingen: Zirkus Bravissimo ist nach zweijähriger Corona-Pause wieder zu Gast

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Die Zirkus-Familie Frank gastiert auf dem Platz der Rundsporthalle in Waiblingen. © ZVW/Gabriel Habermann

Mehr als 50 Tiere und sieben Personen – das ist der Zirkus Bravissimo, der nach einer zweijährigen Pause durch die Corona-Pandemie vom 16. bis 24. April zu Gast in Waiblingen ist. Auf dem Festplatz der Rundsporthalle warten viele Attraktionen auf die Besucher (Info-Telefon: 0177 8825000). „Als wir unsere Flyer verteilten, hatten uns bereits einige Kinder entdeckt und sich riesig gefreut“, erzählt Sabrina Frank. Sie ist die Frau von Giuliano Frank, dessen Familie im Jahr 1812 in Schwerin mit einem eigenen Zirkus gestartet war. Seitdem wird die Leidenschaft an die nachfolgenden Generationen weitergereicht.

Der Zirkus Bravissimo entstand 2016, mit ihm hat sich Familie Frank im Zirkus-Geschäft selbstständig gemacht und tourt seitdem durch ganz Baden-Württemberg. Ihre beiden Töchter Kiana und Malia und ihr Neffe Lennox sind mittlerweile schon die 9. Generation der Zirkus-Familie, erzählt Sabrina Frank. Zum Zirkus Bravissimo gehören neben Sabrina Frank, ihrem Mann und den zwei Töchtern ihr Schwager Walter und ihre Schwägerin Jessica sowie ihr Neffe.

Das Schausteller-Leben ist die Leidenschaft der ganzen Familie

„Wir haben ein schönes Leben“, sagt Sabrina Frank. Es sei aufregend, umherzuziehen und stets neue Städte und Menschen kennenzulernen. Giuliano Frank habe sie bereits in ihrer Jugend kennengelernt. Mit ihm sei ihr auch der Zirkus-Alltag ans Herz gewachsen. Das Leben, dass sich immer an unterschiedlichen Orten abspielt, bedeutet für die Familie ihre ganz eigene Freiheit. Pferde, Schafe, Ziegen und viele weitere Tiere sind ein großer Bestandteil davon. „Zuerst kommen die Tiere, dann kommen wir“, betont die Schaustellerin. Der Zirkus Bravissimo setzt vor allem auf Bauernhof-Tiere. Diese sind auch eine der Hauptattraktionen in der Manege.

„Wir haben eine große Bauernhof-Show“, erzählt Sabrina Frank. „Da reitet ein Hund auf einem Pony“. Darüber hinaus gibt es eine Kamel-Karavane, Hoola-Hoop-Akrobatik, Jonglier-Künste, eine Piraten-Show und eine Zauber- und Illusionsshow. „Das sind keine Karten-Tricks“, betont Frank.

Ihr Mann und ihr Schwager hätten die Tier-Dressur sowie die Tierpflege von klein auf gelernt. In der Zirkus-Familie beginne der Umgang mit Tieren bereits im Kindesalter und wie jeder Nachwuchs im Zirkus-Geschäft sei auch Giuliano Frank in diese Aufgaben hineingewachsen. Auch ihre eigenen Kinder beginnen bereits spielerisch, die Zirkuswelt zu erkunden, so Sabrina Frank. „Später zeigt sich dann, in welche Richtung das Interesse der Kinder ausschlagen wird“. Bisher sind sie beispielsweise mit dem Clown in der Manege zusammen aufgetreten. „Egal wo das Interesse hinfällt, dieser Bereich wird dann von uns gefördert“.

Die Kinder gehen dort zur Schule, wo sich der Zirkus gerade aufhält

Bis ihre Töchter ins Zirkus-Geschäft einsteigen, wird es wohl noch eine Weile dauern, denn bisher gehen die Kinder noch in die Schule. „Sie haben eine Stammschule, von der sie pro Halbjahr das Material zugeschickt bekommen“, erzählt Sabrina Frank. Mit diesem Material arbeiten sie dann in den jeweiligen Schulen vor Ort. In der Vergangenheit sei das nicht möglich gewesen, was dazu geführt habe, dass derselbe Unterrichtsstoff häufig wiederholt oder andere Teile übersprungen worden waren. Mit der aktuellen Lösung ist Sabrina Frank zufrieden.

Das Leben der Schausteller-Familie steht nur in den Wintermonaten still – dann bleiben sie mit den Tieren auf einem Grundstück in Schönaich. Dieses Zuhause musste 2020 coronabedingt erst einmal längerfristig in Anspruch genommen werden. „Wir hatten die neue Saison schon vollständig geplant“, sagt Sabrina Frank. Anfangs sei nicht damit gerechnet worden, dass sich die Lage so zuspitzt. Nachdem der Winter ohne neue Einkünfte das Geld hatte knapp werden lassen, war der Zirkus Bravissimo auf Spenden angewiesen.

Während der Corona-Pandemie lebte der Zirkus von Spenden

„Es hat gar nicht lange gedauert, da fingen die Menschen an, uns Futter für die Tiere zu bringen“, erzählt Sabrina Frank. Von überall her sei Hilfe angeboten worden: Heuballen, Futter und Gemüse hatten die Nachbarn gebracht. Dank dieser Unterstützung habe der Zirkus überlebt. Von Überbrückungshilfen habe die Familie nur durch Zufall erfahren, die erste sei in Anspruch genommen worden, doch danach sei die Nachricht immer zu spät zu ihnen durchgedrungen, so Frank. Auch trotz immer wiederkehrender Lockerungen lief das Geschäft nur langsam an. Viele Städte und Veranstaltungsorte hätten dem Zirkus trotzdem Absagen erteilt, weil ihnen die Situation noch zu unsicher war. „Das wir nicht auftreten durften, hat es bisher nicht gegeben“, erzählt Giuliano Frank in einem Video auf der Internetseite des Zirkus Bravissimo.

Trotz der Rückschläge hat die Familie sich weiterhin fit gehalten: Kraft-Training im Zirkuszelt, Übungen mit den Tieren und das Einstudieren von Shows blieben weiterhin an der Tagesordnung. „Die Tiere sind es bei uns gewohnt, gefordert zu werden“, sagt Sabrina Frank. „Wir haben mehr Zeit für sie gehabt“. Eines habe die Corona-Zeit der Familie deutlich gemacht: Durch das Fehlen von Publikum und Live-Shows sei ihnen klar geworden, welchen Stellenwert der Zirkus für die Schausteller hat.

Mehr als 50 Tiere und sieben Personen – das ist der Zirkus Bravissimo, der nach einer zweijährigen Pause durch die Corona-Pandemie vom 16. bis 24. April zu Gast in Waiblingen ist. Auf dem Festplatz der Rundsporthalle warten viele Attraktionen auf die Besucher (Info-Telefon: 0177 8825000). „Als wir unsere Flyer verteilten, hatten uns bereits einige Kinder entdeckt und sich riesig gefreut“, erzählt Sabrina Frank. Sie ist die Frau von Giuliano Frank, dessen Familie im Jahr 1812 in Schwerin mit

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