Waiblingen

Waiblinger Bäckerei John spendet Brezel-Einnahmen für krebskranke Kinder

Spendenaktion
Förderkreismitglied Tanja Fischer (l.) und Bäckerei-Inhaber Andreas John vor der Filiale in Waiblingen-Hohenacker. © ZVW/ALEXANDRA PALMIZI

Wer seine Brezel zwischen Januar und Juni in einer Filiale der Bäckerei John in Waiblingen kauft, unterstützt damit den Förderkreis krebskranker Kinder in Stuttgart. Der feiert in diesem Jahr nämlich das 40. Jubiläum. „Wir wollen das Jahr nutzen, um die Thematik wieder an die Öffentlichkeit zu tragen und die Situation von Familien krebskranker Kinder zu verbessern“, erklärt Cornelia Völklein, Geschäftsführerin des Förderkreises. Coronabedingt war es in den vergangenen zwei Jahren stiller geworden, denn Spendenläufe oder Benefizveranstaltungen konnten nicht stattfinden. Um das zu ändern, hat sich eine Arbeitsgruppe des Förderkreises kreative Aktionen überlegt.

Zehn Cent pro Brezel gehen an den Förderkreis krebskranker Kinder

„Das war total toll: Als ich bei Herrn John anfragte, ob er mitmachen möchte, stimmte er zu“, freut sich Tanja Fischer über die Zusage des Bäckerei-Inhabers. Die Waiblingerin ist ehrenamtlich beim Förderkreis aktiv. Von Beruf arbeitet sie als Kliniklehrerin im Stuttgarter Olgahospital, dem Zentrum für Kinder-, Jugend- und Frauenmedizin. Ursprünglich hatte der Kreis die Idee, Bäckereien zu akquirieren, um einen Jubiläumskuchen zum Verkauf anzubieten. Auf die Anfrage hin schlug Andreas John vor, stattdessen die Brezel als meistverkauftes Gebäck für die Spendenaktion zu nutzen.

Der Preis sei in diesem Jahr ohnehin um fünf Cent erhöht worden, das Geld möchte der Bäckerei-Inhaber nun spenden. Aus den Verkaufseinnahmen legt er selbst noch einmal fünf Cent drauf. Zehn Cent pro verkaufter Brezel – der Förderkreis staunte nicht schlecht. „Es ist unglaublich, was sich Menschen einfallen lassen, um uns zu unterstützen“, sagt Cornelia Völklein dankbar.

John entgegnet bescheiden: „Ich mache das gerne, aber diejenigen, die sich dort engagieren, das sind die Wichtigen.“ Die Spendenaktion ist erst einmal für ein halbes Jahr in den Filialen in Bittenfeld und Hohenacker angesetzt, dann würde über eine Verlängerung nachgedacht.

Ein weiteres Projekt im Rahmen des Jubiläumsjahres sind digitale Grußbotschaften. Jeder, der möchte, kann eine 15-sekündige Botschaft mit dem Smartphone aufnehmen und dem Förderkreis zum Geburtstag zukommen lassen. Diese wird dann in den sozialen Medien veröffentlicht.

Der Förderkreis ist ein wichtiger Bestandteil für Kinder und Eltern

Im Jahr 1982 von Eltern krebskranker Kinder gegründet, besteht der Förderkreis mittlerweile aus etwa 570 Mitgliedern. Mit vier Schwerpunkten hilft er erkrankten Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien. „Es scheitert bei uns nicht an den Kosten“, beteuert Völklein. Aus einem Familienfonds können betroffene Familien finanzielle Unterstützung erhalten, sollten sie durch die Erkrankung des Kindes in eine wirtschaftliche Notlage geraten.

Auch die kinderonkologische Station des von den Stuttgartern liebevoll genannten „Olgäle“ wird unterstützt. Dort werden psychosoziale Personalstellen wie Erzieher, Theaterpädagogen und Psychologen von den Geldern des Förderkreises mitfinanziert.

Es würde sich außerdem um alles gekümmert, das den Aufenthalt angenehmer macht. Ob bunte Pflaster, spannende Bücher oder Spielzeug – das Wohlergehen der Kinder steht an erster Stelle. Die Ehrenamtlichen besuchten die Stationen daher besonders in der Zeit vor Corona, um gemeinsam mit den Kindern zu backen. Aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie wurden kreative Lösungen entwickelt: Der Kuchen wird jetzt einfach direkt auf die Stationen geliefert.

Aber nicht nur während, sondern auch nach der Behandlung verbleiben häufig Ängste. Die Rückkehr in einen geregelten Alltag ist leichter gesagt als getan. Auch Jahre nach der Behandlung kann es zu psychischen Folgen kommen. Daher unterstützt der Förderkreis Patienten, Geschwister und Eltern auch nach der Therapie oder in der Trauer. Für die psychische Nachsorge wurde die „n:ipo“-Beratungsstelle ins Leben gerufen.

Doch nicht nur der Förderkreis feiert ein Jubiläum. Auch das von den Mitgliedern ins Leben gerufene „Blaue Haus“ besteht nun seit zehn Jahren. In 16 Apartments wird Eltern und Geschwistern während der Behandlung ein Zuhause auf Zeit in der Nähe des Kinderkrankenhauses zur Verfügung gestellt. Etwa 7500 Übernachtungen im Jahr zeugen davon, dass das Blaue Haus den Familien Halt gibt. Hier haben sie die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen und Kraft zu tanken.

Gäste aus aller Welt kommen an diesen Ort, der nur für zahlungsfähige Familien einen kleinen Betrag kostet, aber ansonsten umsonst ist. Mit Pizzaabenden, einem Brunch und Ausflügen für die Geschwister gestalten die Ehrenamtlichen auch für Familien einen angenehmen Rückzugsort.

Das Jubiläumsjahr soll mit Aktionen gefeiert werden

Der Förderkreis möchte sein Bestehen im Jubiläumsjahr mit Mitgliedern und Klienten feiern. Unter anderem sind Ausflüge ins Legoland oder nach Tripsdrill angedacht.

Wer seine Brezel zwischen Januar und Juni in einer Filiale der Bäckerei John in Waiblingen kauft, unterstützt damit den Förderkreis krebskranker Kinder in Stuttgart. Der feiert in diesem Jahr nämlich das 40. Jubiläum. „Wir wollen das Jahr nutzen, um die Thematik wieder an die Öffentlichkeit zu tragen und die Situation von Familien krebskranker Kinder zu verbessern“, erklärt Cornelia Völklein, Geschäftsführerin des Förderkreises. Coronabedingt war es in den vergangenen zwei Jahren stiller

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