Welzheim

Andreas Schneider hört als Kommandant der Feuerwehr Welzheim auf / Werner Kugler wird für 50 Jahre aktiven Dienst geehrt

Ehrungen WE
Der Welzheimer Bürgermeister Thomas Bernlöhr (Zweiter von links) begrüßte zum Ehrungsabend im Rathaus vier Welzheimer Feuerwehrmänner, die 25 oder gar 50 Jahre im Dienst sind. © Hinderberger

Er befand sich auch auf der Liste der zu ehrenden Personen, doch am Ende wurde vielmehr darüber gesprochen, dass der Kommandant der Feuerwehr Welzheim nach fünf Jahren sein Amt niederlegt. Und dennoch wird Andreas Schneider als aktiver Feuerwehrmann in Welzheim bleiben, nur nicht mehr an der Spitze. Und nachdem er seine Gründe nannte, hauptsächlich aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit in Remshalden, lag der Fokus wieder auf den ehrenamtlich tätigen Welzheimer Feuerwehrmännern, die seit 25 oder gar 50 Jahren ihren Dienst für die Gesellschaft leisten.

Normalerweise werden die Auszeichnungen für langjährigen aktiven Dienst in der Feuerwehr ja in der jährlichen Hauptversammlung durchgeführt. „Dies ist nicht nur der richtige, sondern wahrscheinlich auch der beste Rahmen, sicher auch aus Ihrer Sicht – aber nicht dieses Jahr“, eröffnete Welzheims Bürgermeister Thomas Bernlöhr die kleine Feierstunde im Welzheimer Rathaussaal.

Auch wenn es keiner mehr hören könne, die Aufteilung von Tätigkeiten und Personen auf verschiedene Anlässe und kleine Gruppen bleibt weiterhin das Mittel der Wahl, um die Pandemie einzugrenzen und um als Feuerwehr selbst handlungsfähig und einsatzfähig zu bleiben. „Deshalb sind die Übungsdienste und sonstigen planbaren Aktivitäten der Feuerwehr aufs Mindeste reduziert, deshalb werden wir in Kürze eine auf die notwendigen und formalen Themen und Personen reduzierte Hauptversammlung abhalten. Und deshalb kann die Auszeichnung Ihres langjährigen Engagements dort eben nicht stattfinden. Sie vollends entfallen zu lassen wäre nun aber ebenfalls nicht richtig“, so Bernlöhr.

Wer ehrt den Kommandanten für seine 25 Jahre?

Die Ehrungen für die aktiven Feuerwehrleute werden ja traditionell vom Kommandanten vorgenommen. Das führt zur spannenden Frage, wer denn einen Kommandanten ehrt. „Die Stellvertreter, die dafür natürlich ebenfalls infrage kommen, haben mir freundlicherweise angeboten, dies zu übernehmen, und ich habe gerne angenommen.

Als Träger der Gemeindefeuerwehr ist die Stadt Welzheim nicht nur froh darüber, wenn die Führung der Feuerwehr leistungsfähig und harmonisch aufgestellt ist. Wir sind vielmehr schlicht darauf angewiesen, ohne selbst allzu viel dazu beitragen zu können“, äußerte sich der Schultes.

Die Freiwillige Feuerwehr trägt das Ehrenamt ja bereits im Namen. Im Einsatz, wenn es brennt, kommt es aber auf zügige Entscheidungen, auf Hierarchie und klare Strukturen an. In der aktiven Gefahrenlage ist keine Zeit zu diskutieren, sondern Handlungsanweisungen werden gegeben und befolgt. „Dieses Spannungsfeld zwischen Freiwilligkeit einerseits und der Einbindung in eine Hierarchie andererseits ist aber nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Mit der richtigen Führung löst er sich auf. Eine ganz zentrale Voraussetzung dabei ist die Einübung von Abläufen. Aber noch wichtiger ist, dass Führung in einer solchen freiwilligen Konstellation keine einseitige Angelegenheit sein darf. Sie ist vielmehr nur über die unablässige Kommunikation in beide Richtungen zu erreichen, Geführte und Führungspersonen unterstützen sich in ihren Funktionen idealerweise gegenseitig“, erklärte Thomas Bernlöhr.

Andreas Schneider

Seine Feuerwehrlaufbahn hat 1995 in der Einsatzabteilung begonnen. Er hat ohne den Anlauf über die Jugendfeuerwehr direkt als 18-Jähriger begonnen, hat alle Grundausbildungen absolviert und ist seit 25 Jahren Atemschutzgeräteträger. 2006 hat er die Ausbildung zum Gruppenführer und 2011 die Ausbildung zum Zugführer an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal absolviert. 2009 hat er das Leistungsabzeichen in Bronze abgelegt. Andreas Schneider ist seit genau 16 Jahren stimmberechtigtes Mitglied im Feuerwehrausschuss. „Dank seiner umsichtigen und ausgleichenden Art, seines Ausbildungsgrades und der hohen Anerkennung und Wertschätzung haben die Kameraden ihn vor fünf Jahren doch sehr vernehmbar ermuntert, sich zur Wahl zu stellen. Entsprechend breit getragen war das Votum, und in den letzten Jahren war die Zusammenarbeit zwischen Mannschaft und Führung, aber auch zwischen Wehr und der Stadt als Trägerin von Vertrauen, Professionalität und Weiterentwicklung geprägt. Das soll nicht heißen, dass die Verhältnisse vorher zu wünschen übrig gelassen hätten, aber es gab doch nochmals ein wenig mehr von alledem in den letzten Jahren“, äußerte sich Bernlöhr und ergänzte: „Wir stehen heute hinsichtlich Material und Fahrzeugen sowie Gebäuden so gut da wie vielleicht noch nie, auch Ausbildungsgrad und Zusammenhalt der Mannschaft sind vorbildlich. Weitere Anstrengungen sind beim schwierigsten Thema nötig, der Tagbereitschaft. Und so finden es sicher nicht nur wir in der Stadtverwaltung sehr schade, dass Andreas Schneider sich entschieden hat, nicht weiterzumachen als Kommandant.“ Andreas Schneider wurde das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst verliehen.

Ebenfalls für 25 Jahre Dienst in der Welzheimer Feuerwehr wurden geehrt:

Stefan Jenöfi

Seine Feuerwehrlaufbahn hat 1992 bei der Jugendfeuerwehr begonnen, dann folgte 2000 die Übernahme in die Einsatzabteilung. Er hat alle Grundausbildungen bis zum Truppführer absolviert. „Er kommt aus einer Feuerwehrfamilie, sein Vater ist heute noch bei uns mit 76 Jahren aktiv, spielt im Fanfarenzug und ist unser Kantinenwirt“, erzählte Andreas Schneider. Stefan Jenöfi war viele Jahre als Jugendleiter tätig. Er ist Atemschutzgeräteträger und absolvierte das Leistungsabzeichen Baden-Württemberg in Bronze, Silber und Gold. 2013 folgte die Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann. „Stefan arbeitet bei einer Firma in Welzheim und kann somit auch tagsüber im Einsatzfall zur Feuerwehr kommen, er unterstützt daher seit vielen Jahren die Tagmannschaft zuverlässig bei Feuerwehreinsätzen in Welzheim und Umgebung. Solche Kameraden sind für uns sehr wichtig, um eben die Tagesverfügbarkeit sicherzustellen. Als Dank für diesen langjährigen Einsatz können wir heute an Hauptfeuerwehrmann Stefan Jenöfi das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiver Feuerwehrdienst verleihen“, sagte Schneider.

Frederic Müller

Seine Feuerwehrlaufbahn hat 1996 bei der Jugendfeuerwehr begonnen, dann folgte 1998 die Übernahme in die Einsatzabteilung. Frederic Müller absolvierte alle Grundausbildungen bis zum Truppführer. „2001 machte er die Maschinistenausbildung und ist seitdem ein zuverlässiger Maschinist bei uns in der Feuerwehr“, sagte Schneider. Auch er war bis 2006 Wehrdienstbefreiter und verpflichtet, Feuerwehrdienst zu leisten. „Für die Feuerwehren waren diese Wehrdienstbefreiten wichtig, die konnten auch für zusätzliche Aufgaben und Sonderdienste entsprechend eingesetzt werden. Seit vielen Jahren ist er Atemschutzgeräteträger“, so Schneider weiter. 2013 folgte die Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann. „Freddy arbeitet außerhalb von Welzheim im Vertrieb/Verkauf in leitender Position und führt noch nebenher einen großen landwirtschaftlichen Betrieb in Seiboldsweiler. Und zusätzlich zu diesen Aufgaben nahm er in der Vergangenheit immer konstant und pflichtbewusst an den Feuerwehrübungen teil und kommt auch zuverlässig zu den Einsätzen“, erklärte Andreas Schneider. Als Dank für diesen langjährigen Einsatz wurde Frederic Müller das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst verliehen.

Für 50 Jahre Dienst bei der Feuerwehr in Welzheim wurde Werner Kugler geehrt.

Werner Kugler

Seine Feuerwehrlaufbahn hat 1970 bei der Jugendfeuerwehr und beim Fanfarenzug begonnen, dem er heute noch angehört. Früher war es so, wenn man zur Jugendfeuerwehr wollte, musste man auch dem Fanfarenzug/Musikabteilung beitreten und ein Musikinstrument spielen lernen. 1973 folgte der Übertritt in die Einsatzabteilung. Alle Grundausbildungen hat Werner Kugler absolviert und auch 1992 die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger gemeistert. Von 1997 bis 2004 war er Atemschutzgerätewart, „also verantwortlich für das Thema Atemschutz bei der Feuerwehr in Welzheim“, so Schneider.

Er habe in dieser Zeit eine Personaldatenbank programmiert, mit der die Personaldaten der Feuerwehr Welzheim verwaltet wurden. Mit dieser Datenbank wurden auch die arbeitsmedizinischen Untersuchungen (G-26) für die Atemschutzgeräteträger bis Ende 2016 verwaltet. „Seit 2006 war er stellvertretender Gruppenführer der Gruppe 5 bis zu seinem Austritt aus der Einsatzabteilung Ende Oktober 2020. Er wird 65 Jahre alt und erreicht somit auch die Altersgrenze für die Einsatzabteilung“, erklärte Schneider. Er absolvierte ebenfalls alle Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold. Das Feuerwehr-Ehrenzeichen für 40-jährige Dienstzeit hat er 2010 verliehen bekommen.

„Seine Hauptleidenschaft bei der Feuerwehr liegt bei den Oldtimern. Er war Gründungsmitglied der Oldtimergruppe 1998 und er war die treibende Kraft für die Pflege und Reparatur des Oldtimers sowie der Organisator der Fahrten zu Feuerwehr-Oldtimertreffen. Er war der Hauptorganisator der vier großen Feuerwehr-Oldtimertreffen 2004, 2009, 2014 und 2019, die in Welzheim ausgerichtet wurden. Vor allem die große Veranstaltung vom letzten Jahr ist noch gut in Erinnerung mit über 100 Feuerwehroldtimerfahrzeugen in der Welzheimer Innenstadt“, meinte Schneider.

Er hat in den letzten Jahren als Rentner noch die Tagmannschaft unterstützt. „Im April dieses Jahr hat er nun 50 Jahre aktiver Feuerwehrdienst erreicht, und das freut mich besonders, dass wir heute jemand in unsere Runde haben, der auf eine solche besonders lange aktive Feuerwehrzeit zurückblicken kann. Und als Dank für dieses langjährige Engagement, können wir heute an Hauptfeuerwehrmann Werner Kugler das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold für 50 Jahre aktiven Feuerwehrdienst verleihen“, so Andreas Schneider.

Er befand sich auch auf der Liste der zu ehrenden Personen, doch am Ende wurde vielmehr darüber gesprochen, dass der Kommandant der Feuerwehr Welzheim nach fünf Jahren sein Amt niederlegt. Und dennoch wird Andreas Schneider als aktiver Feuerwehrmann in Welzheim bleiben, nur nicht mehr an der Spitze. Und nachdem er seine Gründe nannte, hauptsächlich aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit in Remshalden, lag der Fokus wieder auf den ehrenamtlich tätigen Welzheimer Feuerwehrmännern, die seit 25

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