Welzheim

Aus Unwissenheit großen Schaden verursacht? Wurde in Welzheim ein Heizöltank gereinigt?

Kläranlage
Die Welzheimer Feuerwehr musste den Kläranlagenabfluss mit Frischwasser verdünnen. © Privat

Wurde eine Fremdeinleitung von Heizöl, Verdünnung oder Ähnlichem in das Abwassernetz Welzheim am 2. März 2021 von einem Bürger durchgeführt, ohne dass sich dieser Bürger Gedanken über die Auswirkungen machte? „Davon ist auszugehen“, sagt Stadtbauamtsleiter Ralph Hägele, der nun alle Bürger sensibilisieren möchte, nicht irgendwelche Verdünnungen oder gar Heizölreste selbst zu entsorgen.

Am 2. März wurde um 6.30 Uhr ein unsachgemäßer Zulauf in der Kläranlage bemerkt, vermutlich Heizöl, Verdünnung oder Ähnliches. Das zulaufende Abwasser wurde sofort in das Regenüberlaufbecken der Kläranlage zur Zwischenspeicherung umgeleitet um die Fehleinleitung zu separieren. „Es wurde umgehend begonnen, die Zuleitungsstelle zu lokalisieren. Die Spur verlor sich im Gewerbegebiet Welzheim. Um die Mittagszeit stoppte auch die Fehleinleitung“, so Hägele.

Am Mittwoch wurde eine geringe Schädigung der Biologie auf der Kläranlage festgestellt. Die Schädigung hat am Donnerstag zugenommen. Es wurde unter Zugabe von Eisen-II-Sulfat versucht, die Biologie zu stabilisieren, da der Fremdstoff (Heizöl, usw.) den Zerfall der Schlammflocke verursacht und somit die Bakterien absterben ließ. Durch die höhere Menge vom Eisen-II-Sulfat soll ein schnelleres Ausflocken und Absinken des Schlamms auf den Beckengrund erfolgen.

„Die Rettungsversuche waren erfolglos und am Sonntag wurde festgestellt, dass die Biologie fast vollends kaputtgegangen ist und das Abwasser mit einer geringen biologischen Reinigung in das öffentliche Gewässer Lein abfließt“, bestätigt Hägele. Um 12 Uhr am Sonntag wurde die Welzheimer Feuerwehr alarmiert. Die Feuerwehr hat den Kläranlagenabfluss (ca. 30 l/s) mit Frischwasser (ca. 20-25 l/s) aus der Teichanlage des Fischereivereins Breitenfürst verdünnt, um so einer Verunreinigung des öffentlichen Gewässers vorzubeugen. Die Feuerwehr war bis 18 Uhr im Einsatz. „Am Montag wurde mit ungefähr 80 m³ Klärschlamm von der Kläranlage Schorndorf das Abwasser in der Kläranlage Welzheim geimpft und somit neue Bakterien eingebracht, um die Biologie wiederaufzubauen. Die neuen Bakterien beginnen normalerweise gleich wieder zu arbeiten und die Wasserqualität im Auslauf verbessert sich“, so der Stadtbauamtsleiter. Ralph Hägele meint: „So ein Zufluss kann auch auf folgenden Fall zurückzuführen sein, nämlich die Reinigung eines Heizöltankes und Beseitigung des Reinigungswassers über die Grundstücksentwässerung. Durch die Tenside im Reinigungsmittel schwimmt dann das Heizöl nicht auf, sondern verteilt sich im Abwasser und kann somit nicht abgeschöpft bzw. gebunden werden.“

Wurde eine Fremdeinleitung von Heizöl, Verdünnung oder Ähnlichem in das Abwassernetz Welzheim am 2. März 2021 von einem Bürger durchgeführt, ohne dass sich dieser Bürger Gedanken über die Auswirkungen machte? „Davon ist auszugehen“, sagt Stadtbauamtsleiter Ralph Hägele, der nun alle Bürger sensibilisieren möchte, nicht irgendwelche Verdünnungen oder gar Heizölreste selbst zu entsorgen.

Am 2. März wurde um 6.30 Uhr ein unsachgemäßer Zulauf in der Kläranlage bemerkt, vermutlich Heizöl,

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