Welzheim

Blühende Wiesen, auch in Welzheim, sind wichtig: Nicht nur für die Insekten

Blumenwiesen
Das Welzheimer Stadtbild wird sich verändern. Alle Infos dazu gibt es am 2. August beim Sommerspaziergang. © ALEXANDRA PALMIZI

„Wir haben auch in Welzheim einige Blühwiesen eingerichtet, zum Beispiel am Tannwaldknie an der Umgehungsstraße. Leider sind die Wiesen noch nicht so blühend durch die Trockenheit“, äußert sich Uwe Lehar, Pressesprecher der Stadt Welzheim.

Die ersten Frühjahrsblüher haben ihren Auftritt hinter sich, nun zeigen sich Margerite, Wiesensalbei und Co. Neben den bunten Blumen schießen auch die Gräser in die Höhe. Schnell fragt sich der Wildblumenwiesenbesitzer, ob es Handlungsbedarf gibt. Müssen Wildblumenwiesen gemäht werden? Grundsätzlich muss jede Wildblumenwiese gepflegt werden. Würde man keine Pflegeschnitte durchführen, würden sich wenige, dominante Arten auf der Fläche durchsetzen, und bald würden Hecken und Büsche die Oberhand gewinnen. Nach und nach würde der Boden so verschattet, dass die sonnenliebenden Wiesenblumen verschwinden würden. Mäht man zu häufig oder zu einem ungünstigen Zeitpunkt, schadet man Insekten, Vögeln, Amphibien und den Wildpflanzen.

Am natürlichsten lässt sich eine Wildblumenwiese nach dem Vorbild „unserer Großväter“ pflegen, als das Heumachen noch ein selbstverständlicher Teil der Arbeit war. Zwei Mähdurchgänge im Jahr fördern die Blütenvielfalt und nehmen Rücksicht auf Wiesenbewohner. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Für die notwendige Mahd gibt es keinen perfekten Zeitpunkt. Egal welcher Zeitpunkt gewählt wird, man wird durch den Eingriff immer einigen Tier- und Pflanzenarten nutzen und anderen schaden. Um in der Wiese überwinternde Insekten nicht „wegzumähen“, sollte ein erster Schnitt frühestens Ende Mai, spätestens Ende Juli durchgeführt werden.

Eine zweite, späte Mahd zwischen Anfang August und Ende Oktober erlaubt mobilen, erwachsenen Tieren zu flüchten. Brüten Wiesenvögel auf der Fläche, sind Feldhasen regelmäßige Besucher oder wandern Amphibien auf dem Weg zu den Laichgründen über die Fläche, sollte frühestens Mitte Juli ein erster Schnitt durchgeführt werden. Um die Artenvielfalt zu unterstützen, kann man jedes Jahr zu einem anderen Zeitpunkt mähen.

Tipps zur schonenden Mahd für den eigenen Garten

In Versuchen tötete ein einzelner Mähdurchgang 88 Prozent der Wanzen und Käfer und 70 Prozent aller Raupen. Das sind erschreckende Zahlen. Weniger Schaden richtet man an, wenn die Fläche mit einem Balkenmäher oder einer Sense bearbeitet werden kann. Besteht die Möglichkeit, dass sich Amphibien oder Eidechsen auf der Fläche befinden, sollte die Schnitthöhe nicht niedriger als zwölf Zentimeter sein. Bei kleineren Flächen sollten Streifen in der Größe von circa zehn Prozent der Wiese an immer anderer Stelle stehengelassen werden. Bei großen Flächen lohnt sich ein abschnittsweises Mähen. Diese Altgrasstreifen und ungemähten Abschnitte sind ein sicherer Rückzugsort für weniger mobile Tiere, von welchen die Wiese wieder besiedelt werden kann. Wichtig ist, dass immer von innen nach außen oder von einer Seite zur anderen gemäht wird, um Tieren eine Flucht zu ermöglichen. Wildpflanzen wachsen auf nährstoffarmen Böden besonders gut. Das Abräumen des Mähguts ist daher wichtig, damit die Nährstoffe aus dem verrottenden Material nicht zurück in den Boden gelangen. Vorher sollte das Mähgut jedoch einen Tag (aber nicht viel länger) auf der Fläche belassen werden, damit Tiere im Grasschnitt flüchten können.

Das Projekt „Blühende Naturparke“ im Überblick

Im Rahmen einer landesweiten Kampagne engagieren sich die Naturparke Baden-Württembergs für den Insektenschutz. Insekten benötigen geeigneten Lebensraum und ganzjährige Nahrungsquellen. Die Suche nach einem geeigneten Habitat mit ausreichend Futterquellen kann sich insbesondere für spezialisierte Arten als schwierig darstellen. Über das Projekt „Blühende Naturparke“ werden Flächen wieder artenreicher, indem sie mit standortangepassten, gebietsheimischen und mehrjährigen Wildblumensamen eingesät werden und/oder das Pflegemanagement umgestellt wird. Vielfältige Blühwiesen mit einem breiten Nahrungsangebot für Insekten sollen durch diese Initiative entstehen. Zur Projektteilnahme sind alle eingeladen: Städte und Gemeinden, Unternehmen, Landwirte und Privatleute. Egal ob große oder kleine Fläche: Jede neue Wildblumenwiese stellt einen Trittstein mit wertvollem Habitat dar.

Mindestens ebenso wichtig für die Naturparke ist die Sensibilisierung der Gesellschaft für den Insektenschutz. So bieten die Naturparke beispielsweise Lehr- und Informationsveranstaltungen an, binden Schulen oder Kindergärten in das aktive Anlegen von Wildblumenwiesen ein und stellen umweltpädagogisches Material bereit. Mehr Informationen zum Projekt gibt es unter www.bluehende-naturparke.de oder info@bluehende-naturparke.de.

„Wir haben auch in Welzheim einige Blühwiesen eingerichtet, zum Beispiel am Tannwaldknie an der Umgehungsstraße. Leider sind die Wiesen noch nicht so blühend durch die Trockenheit“, äußert sich Uwe Lehar, Pressesprecher der Stadt Welzheim.

Die ersten Frühjahrsblüher haben ihren Auftritt hinter sich, nun zeigen sich Margerite, Wiesensalbei und Co. Neben den bunten Blumen schießen auch die Gräser in die Höhe. Schnell fragt sich der Wildblumenwiesenbesitzer, ob es Handlungsbedarf gibt.

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