Welzheim

Den Spuren der Feen im Welzheimer Tannwald folgen

Feenweg
Der Start der Feenspuren beginnt am Ortsrand von Welzheim am Wanderparkplatz Tannwald, direkt neben dem Biergarten. © Gabriel Habermann

Der 5,5 Kilometer lange Rundweg befindet sich im Naturparadies des Schwäbischen Waldes, ca. 45 Kilometer östlich von Stuttgart, durch den vor vielen Hundert Jahren die Grenze des Römischen Reiches verlief. Genauer gesagt in Welzheim, neben dem Römerspielplatz und dem Welzheimer Biergarten, startet der Feenrundweg. Vor allem für Familien mit Kindern ist der Wanderrundweg mit den Feenspuren ein großes Erlebnis.

Das Römische Reich war eines der größten Reiche, die es je gab, und seine Spuren sind bis heute zu sehen. Damals hatten die römischen Truppen bereits viele germanische Gebiete erobert, doch östlich des Rheins scheiterten sie immer und immer wieder an den dichten Wäldern und dem unwegsamen Gelände. Deshalb entschlossen sie sich, in den bereits eroberten Gebieten zu bleiben und sie zu schützen. Es sollte eine klare Grenze zwischen den römischen und den germanischen Gebieten geben, und so schlugen sie eine 550 Kilometer lange Schneise in den Wald. Ein Grenzwall, zuerst aus Zäunen und Holzpalisaden, später mit tiefen Gräben und bis zu 900 steinernen Wachtürmen, sollte sie vor den Angriffen der Germanen schützen. Der Grenzwall wird Limes genannt und ist das größte Bodendenkmal Mitteleuropas. Seit 2005 ist der Limes Unesco-Weltkulturerbe. Er reicht von Bad Hönningen/Rheinbrohl am Rhein bis zum Kastell Eining an der Donau.

Viele Höhepunkte auch abseits der römischen Geschichte

Auf dem Rundweg durch den Römerwald kommt man an den Überresten des Göckeler-Wachturms vorbei. Die Mauerreste rufen förmlich danach, beklettert zu werden oder auf ihnen zu sitzen, die Beine baumeln zu lassen und in den Wald zu schauen. Als die Römer auf dem ehemals zehn Meter hohen Turm Wache hielten, standen vermutlich kaum Bäume hier, weil sie die Sicht behindert hätten. Heute spenden die Bäume jedoch angenehmen Schatten.

Die Wanderung beginnt am Ortsrand von Welzheim im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald am Wanderparkplatz Tannwald. Welzheim war im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. einer der wichtigsten Standorte für die römischen Truppen am Limes. Die Rundwanderung hat aber noch viele andere Highlights abseits der römischen Geschichte zu bieten. Nach wenigen Hundert Metern durch den Stadtpark erreicht man die eindrucksvollen Mammutbäume, auch Wellingtonien genannt. Diese Riesenbäume stammen eigentlich aus den USA, doch der württembergische König Wilhelm I. hörte so viele beeindruckende Berichte von Reisenden, dass er im Jahr 1864 Samen der Mammutbäume aus den USA bestellte. Neun der riesigen Bäume stehen heute noch bei Welzheim. Auf schönen Waldwegen geht es leicht bergab und nach insgesamt einem Kilometer über die Gleise der Schwäbischen Waldbahn. Seit 1911 fährt sie von Schorndorf nach Welzheim mitten durch den Wald, steil bergauf und über drei Viadukte, knapp 23 Kilometer, und zurück. Wer mag, kann sich einen Spaß machen und vor der Wanderung den Fahrplan prüfen.

Luchsbande
Die Kinder haben auf dem Wanderrundweg mit den Feenspuren viel Spaß. © Dr. Gerhard Strobel

Kurz hinter den Gleisen liegt der friedliche Ropbachsee von Wald umgeben. Direkt am Ufer kann man eine Pause machen. Danach überquert man den Ropbach und es geht zur Hagmühle. Sie ist eine von vielen Mühlen im Schwäbischen Wald, aber auch eine der schönsten. Am südlichsten Zipfel des Rundweges, nach insgesamt 2,3 Kilometern, ist es nur ein kleiner Abstecher zu dieser liebevoll restaurierten Mühle mit verträumtem Garten. Die Gastwirtschaft der Hagmühle ist von Mai bis September immer sonntags geöffnet.

Die Feenspur Römerwald teilt sich einen Abschnitt mit dem Limesweg

Die Feenspur Römerwald teilt sich einen Wegabschnitt mit dem Limesweg, einem 734 Kilometer langen Weitwanderweg entlang des ehemaligen Grenzwalls, und führt uns nun auch zur Ruine des bereits erwähnten Göckelerturms. Anschließend geht es weiter durch den Mischwald, erneut über den Ropbach und dann über die fröhlich plätschernde Lein.

Zum Schluss ist ein Abstecher ins Ostkastell empfehlenswert

Bevor man den letzten Kilometer in Angriff nimmt, gibt es noch die Möglichkeit, einen weiteren Abstecher, ca. 300 Meter, zum archäologischen Park Ostkastell zu machen. Die römischen Kastelle waren Truppenstützpunkte, um die sich kleine Siedlungen bildeten. Wer möchte, kommt hier der römischen Geschichte und dem Alltagsleben im Kastell auf einer Zeitreise noch einmal näher. Der Wanderweg verläuft mit leichter Steigung auf die Hochfläche von Welzheim und zurück zum Ausgangspunkt.

Auf der Feenspur Römerwald kann dank vieler verschiedener Highlights auf kurzweiliger Strecke keine Langeweile aufkommen. Der Premium-Spazierwanderweg empfiehlt sich für alle, die ruhige Waldmomente und abenteuerliche Geschichte miteinander verbinden wollen. Es empfiehlt sich ausnahmsweise, die Tour an einem Sonn- oder Feiertag zu machen, da an diesen Tagen die Hagmühle geöffnet und die Schwäbische Waldbahn in Betrieb ist (Quelle: www.feenspuren.de/roemerwald, Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald).