Welzheim

Gemeinsamer Klimaschutz im Welzheimer Wald: So stehen die Kommunen dazu

Extremes Unwetter in Waiblingen Land unter Überschwemmung foto: Habermann
Wie wichtig ist den Kommunen der Klimaschutz? © Habermann

Die Fraktion der Piraten im Welzheimer Gemeinderat hatte beantragt, gemeinsam mit den Nachbarkommunen Alfdorf und Kaisersbach zusätzlich zu der bereits im Stellenplan aufgenommenen Stelle einer Verstärkung im kaufmännischen Gebäudebereich zum Thema Energie und Klima die Stelle eines/einer Klimaschutzbeauftragten zu schaffen und einen entsprechenden Förderantrag beim Landesprogramm „Klimaschutz Plus“ zu stellen.

Die Stadtverwaltung Welzheim wird dieses Thema am Dienstagabend, 13. Dezember, ab 17 Uhr in der Eugen-Hohly-Halle mit dem Gemeinderat besprechen. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung lautet: „Die zusätzliche Stelle eines bzw. einer interkommunalen Klimaschutzbeauftragten wird derzeit zurückgestellt.“ Zur Begründung heißt es: „Die Verwaltung hat Kontakt mit den Nachbarkommunen aufgenommen und deren Sicht zu diesem Antrag abgefragt. Beide Kommunen haben im Grundsatz Interesse an einer solchen Stelle. Ähnlich aber wie in Welzheim wird derzeit der Schwerpunkt der Aktivitäten bei den eigenen Gebäuden und deren energetischer Betrachtung gesehen. Deshalb haben beide Nachbargemeinden eine solche Stelle zum aktuellen Zeitpunkt nicht für sinnvoll erachtet.“

In Welzheim sei die Stelle eines Energie- bzw. Klimabeauftragten im Bereich der Liegenschaftsverwaltung seit dem Jahr 2022 im Stellenplan enthalten. „Die Stelle ist bis heute noch nicht ausgeschrieben, weil schlichtweg bisher die räumlichen Gegebenheiten nicht vorhanden waren, um einen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Mit der Einrichtung weiterer Büros für die Verwaltung im Gebäude Postweg 2 kann diese Voraussetzung aber Anfang des Jahres 2023 geschaffen werden. Es ist deshalb beabsichtigt, diese Stelle auszuschreiben und zeitnah zu besetzen“, so Welzheims Verwaltung.

Was sagen Alfdorf und Kaisersbach zum gemeinsamen Klimaschutz?

Die Welzheimer Zeitung fragte bei den Nachbarkommunen ebenfalls nach: Alfdorfs Bürgermeister Ronald Krötz erklärt: „Der Gedanke eines gemeinsamen Klimaschutzmanagers kann für die Zukunft durchaus ein Thema sein. Hierzu stellt sich aber zunächst die Frage, welche Aufgaben diese Stelle umfassen würde und wie die Ziele erreicht werden könnten. In Alfdorf müssen wir im ersten Schritt verwaltungsintern den Schwerpunkt auf ein nachhaltiges Energiemanagement setzen. Durch ein richtiges Energiemanagement können Kosten eingespart und der CO2 Ausstoß verringert werden. Hierzu soll im neuen Jahr eine Stelle geschaffen werden, die darüber hinaus themenverwandte Bereiche abdecken soll.“

Für Krötz sei ein weiterer wichtiger Punkt im Klimaschutz die Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung der Bevölkerung für Klimaschutzthemen. Die Bevölkerung soll ermutigt werden Energie einzusparen bzw. Strom CO2-neutral zu erzeugen. „Hierzu wird künftig das bürgerschaftliche Engagement Klimaneutrales Alfdorf eine wichtige Rolle spielen, das sich jüngst formiert hat und sich dieses Themas annehmen möchte. Die Schaffung einer interkommunalen Stelle eines Klimamanagers ist daher derzeit noch nicht geplant, könnte aber zu einem späteren Zeitpunkt ein Baustein im Klimaschutz werden“, so Krötz.

So äußert sich der Kaisersbacher Bürgermeister Michael Clauss

Der Kaisersbacher Schultes, Michael Clauss, äußerte sich zur möglichen Zusammenarbeit beim Klimaschutz wie folgt: „Die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden funktioniert im Schwäbischen Wald hervorragend und vertrauensvoll. Beispielhaft machen ja Alfdorf, Welzheim und Kaisersbach gemeinsame Sache bei Themen wie Gemeindevollzugsdienst, Starkregen-Untersuchung, Wasserzweckverband Menzlesmühle und vielem mehr. Grundsätzlich ist auch beim Thema Klimaschutz eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit denkbar, womöglich sogar sinnvoll, da die Klimaprobleme an den Gemeindegrenzen nicht haltmachen.“

In Kaisersbach benötige man aber zunächst Personen, die bei den gemeindeeigenen Gebäuden die Umsetzung von anstehenden Projekten vorantreiben, steuern und begleiten: Sanierungen, Neubauten, etc. „Dabei wird sicherlich klimaschützend gearbeitet, da durch Sanierungen und weniger Energieverbrauch auch das Klima geschützt wird. Über die sowieso anstehenden Projekte hinaus wäre es perspektivisch sicherlich vorstellbar, gemeinsam mit den Nachbarkommunen weitere Ansätze für Klimaschutz anzugehen. Wichtig erscheint mir dabei, dass eine Klimaschutz-Stelle vor allem die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen im Sinne der Gemeinden vorantreibt“, sagt Clauss.

Philip Köngeter, Gemeinderat in Welzheim, macht noch einmal Werbung: „Eine interkommunale Stelle mit den Gemeinden Kaisersbach und Alfdorf wäre optimal, um einen interkommunalen Antrag auf Förderung für eine Vollzeitstelle für alle drei Kommunen zu stellen. Der Vorteil liegt darin, dass Synergieeffekte bei der operativen Arbeit entstehen und die Personalgewinnung deutlich zielführender wäre, als wenn jede Kommune für sich eine 50-Prozent-Arbeitskraft gewinnen müsste.“

Die Fraktion der Piraten im Welzheimer Gemeinderat hatte beantragt, gemeinsam mit den Nachbarkommunen Alfdorf und Kaisersbach zusätzlich zu der bereits im Stellenplan aufgenommenen Stelle einer Verstärkung im kaufmännischen Gebäudebereich zum Thema Energie und Klima die Stelle eines/einer Klimaschutzbeauftragten zu schaffen und einen entsprechenden Förderantrag beim Landesprogramm „Klimaschutz Plus“ zu stellen.

Die Stadtverwaltung Welzheim wird dieses Thema am Dienstagabend, 13.

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