Welzheim

Totes Baby in Welzheim: Rechtsmedizinisches Gutachten liegt vor

Totes Baby
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben, dass es sich um eine Totgeburt und keine Straftat durch die Mutter handelte. © Jörg Hinderberger

Nach dem Fund einer Babyleiche Anfang März dieses Jahres auf einer Wiese am Ortsrand von Welzheim ist die Mutter des Kindes relativ zügig identifiziert worden. Nach Polizeiangaben wurde sie vernommen und danach auf freien Fuß gesetzt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelte seither, ob es sich um eine Totgeburt handelte oder die Babyleiche lebend auf der Wiese abgelegt wurde.

Ein Spaziergänger mit seinem Hund hatte die Leiche ihres Jungen am 5. März entdeckt. Eine Obduktion konnte nicht klären, ob das Kind bei der Geburt am Leben war oder nicht. Nach Angaben des Polizeisprechers ist deshalb auch unklar, ob wegen eines möglichen Tötungsdelikts ermittelt werde. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen haben nun ergeben, dass kein Tötungsdelikt vorliege. „Das rechtsmedizinische Gutachten konnte nicht beweisen, dass das Kind lebend auf der Wiese abgelegt wurde. Daher ist davon auszugehen, dass es sich um eine Totgeburt handelt und somit nicht weiter ermittelt wird“, bestätigt Heiner Römhild, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart, dass es sich um ein tragisches Schicksal handelt und nicht um eine grausame Straftat.

Was geschah am 5. März?

Auf einem Feld am Ortsrand von Welzheim ist am Donnerstagabend ein totes Baby gefunden worden. Laut Staatsanwaltschaft hatte ein Spaziergänger das Neugeborene gegen 18.15 Uhr unweit der Friedrich-Bauer-Straße beim Kreisverkehr entdeckt. Offenbar hatte sein Hund angeschlagen. Die Kriminalpolizei hatte die Ermittlungen übernommen und sicherte Spuren vor Ort, hieß es in einer aktuellen Pressemitteilung. Die Hintergründe des Fundes waren damals noch unklar. Weder sei die Mutter bekannt, noch wer das Neugeborene wann auf dem Acker abgelegt habe, so die Staatsanwaltschaft in den ersten Tagen nach dem Fund. Nach ersten Erkenntnissen hätte der Kinderkörper auch schon ein oder zwei Tage vorher in der Wiese abgelegt worden sein können.

Das Feld war am Donnerstagabend, 5. März, für die Spurensicherung großflächig abgesperrt worden. Aus ermittlungstaktischen Gründen hatte die Polizei in der Nacht zunächst keine Angaben zu den Einsatzgründen gemacht. Der Regen erleichterte den Polizisten die Suche nach Spuren definitiv nicht. Auch eine Drohne wurde zur Spurensicherung eingesetzt. Die Welzheimer Feuerwehr war mit vier Fahrzeugen und 14 Einsatzkräften vor Ort, um den Acker auszuleuchten und der Kriminalpolizei die Arbeit zu erleichtern.

Ein tragisches Schicksal

Der Fundort befand sich hinter einem großen Erdwall und weit entfernt zur Friedrich-Bauer-Straße. Spaziergänger laufen hier nicht täglich über die Wiese. Welzheims Bürgermeister Thomas Bernlöhr erklärte damals: „Wir wurden gestern Abend während des Sucheinsatzes vom Sachverhalt informiert. Die Nachricht hat mich tief betroffen gemacht. Es bleibt zu hoffen, dass ein tragisches Schicksal hinter dem Sachverhalt steht und kein Verbrechen. Dafür müssen wir aber die polizeilichen Ermittlungen abwarten. Wichtig ist deshalb, dass jeder sich bei der Polizei meldet, der zur Sache etwas Konkretes beitragen kann, also entweder am betreffenden Ort oder zur betreffenden Zeit etwas wahrgenommen hat. Für die Polizei sowie für die Feuerwehr sind solche Einsätze besonders belastend, weshalb ich allen Einsatzkräften herzlich für das umsichtige und sorgfältige Vorgehen meinen Dank ausspreche.“

Nun ist nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart klar: Es handelt sich um ein tragisches Schicksal einer Welzheimerin, die ihr Kind als Totgeburt auf die Welt brachte und sich in ihrer verzweifelten Situation wohl nicht anders zu helfen wusste. Die Mutter machte auch Angaben bei der Polizei. Ermittlungen wegen einer Straftat in Zusammenhang mit einem Tötungsdelikt wurden nun eingestellt: „Wir gehen von einer Totgeburt aus, da das rechtsmedizinische Gutachten nicht beweisen konnte, dass das Neugeborene lebend auf der Wiese abgelegt wurde“, so Staatsanwalt Römhild.

„Es ist schwierig nachvollziehbar“

Bürgermeister Thomas Bernlöhr: „Die damals geäußerte Hoffnung, dass ein tragisches Schicksal hinter dem Sachverhalt steht und kein Verbrechen, wurde jetzt bestätigt. Es ist bedauerlich und schwierig nachvollziehbar, was die Mutter zu diesem Schritt bewogen hat.“

Nach dem Fund einer Babyleiche Anfang März dieses Jahres auf einer Wiese am Ortsrand von Welzheim ist die Mutter des Kindes relativ zügig identifiziert worden. Nach Polizeiangaben wurde sie vernommen und danach auf freien Fuß gesetzt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelte seither, ob es sich um eine Totgeburt handelte oder die Babyleiche lebend auf der Wiese abgelegt wurde.

Ein Spaziergänger mit seinem Hund hatte die Leiche ihres Jungen am 5. März entdeckt. Eine Obduktion konnte

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