Welzheim

Welzheim hilft tatkräftig mit: Lebensmittel und Geld für Ukraine-Kriegsflüchtlinge

Breitenfürst hilft
In Breitenfürst werden Lebensmittel gesammelt und nach Polen transportiert. © Privat

Die Hilfsbereitschaft in Welzheim für die Menschen, die aus der Ukraine aufgrund des Krieges fliehen müssen, ist sehr groß. So gibt es unter anderem in Breitenfürst eine private Gemeinschaftsaktion unter der Leitung der Familie Staib. Hier werden Nahrungsmittel gesammelt, die dann mit dem Lkw nach Polen gebracht werden. Für die nächste Fahrt nach Polen gibt es noch Platz im Lkw.

Wer also Nahrungsmittel spenden möchte, kann dies am Donnerstag, 10. März, tun und seine Lebensmittel (bevorzugt große Gebinde) in Breitenfürst in den Schwabäcker 30 abgeben, am besten in der Zeit von 18 bis 19 Uhr. Am Freitag startet dann der nächste Lkw-Transport aus Breitenfürst nach Polen.

Lebensmittel können am Donnerstag in Breitenfürst abgegeben werden

„Hauptinitiatorin für diese Aktion ist Magda Kunze, Inhaberin der Firma Ridendity in Remshalden. Sie hat die Kontakte nach Polen. Denn die Ukrainer, die nun hauptsächlich in Polen angekommen sind, müssen zunächst mit Essen und Trinken versorgt werden. Daher fahren wir diese Lebensmittel nach Polen, da Lebensmittel hier nun knapp werden“, berichtet Karin Staib. Auch die Stadt Welzheim mit Bürgermeister Thomas Bernlöhr an der Spitze ist froh über diese und viele andere Unterstützungstätigkeiten, wie am Dienstag in der Gemeinderatssitzung in der Eugen-Hohly-Halle berichtet wurde.

Sollten die ersten Kriegsflüchtlinge nach Welzheim kommen, gibt es Wohnungen

„Die Städte und Gemeinden bereiten sich intensiv auf die möglichen lokalen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine vor. Das betrifft insbesondere die Ankunft und Unterbringung von Frauen und Kindern auf der Flucht vor dem Krieg. Unvorstellbare 1,4 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Wichtig werden auch schlanke juristische Regelungen sein, um den Aufenthalt der Ukrainer so angenehm wie möglich zu machen“, so Bernlöhr.

Bis dato werden laut Bernlöhr die Erstaufnahmestellen des Landes nicht gezielt angesteuert, sondern die Menschen steuern Adressen an, wo sie jemanden kennen, Arbeitskräfte mit ukrainischem Hintergrund etwa.

„So hat der Freundeskreis Asyl am Wochenende eine erste Hilfslieferung mit Essen, Kleidung, Decken und Verbandszeug zusammengestellt, der auf dem Weg ins Kriegsgebiet ist. Der Aufruf, privaten Wohnraum bei der Stadt zu melden, hat bereits Früchte getragen, herzlichen Dank dafür“, erklärt der Welzheimer Schultes.

Es gibt in Welzheim 17 Menschen, die in der Ukraine geboren sind, Menschen mit ukrainischen Wurzeln oder Staatsangehörigkeit. „Hier hoffen wir auf Mithilfe in sprachlicher Hinsicht, erste Namen stehen auch diesbezüglich auf unserer Liste. Auch Menschen mit Russisch-Kenntnissen können bei der Sprache helfen, da es sprachlich eine enge Verwandtschaft ist“, sagt Thomas Bernlöhr.

Die ersten Welzheimer Vereine hätten sich ebenfalls gemeldet mit Angeboten, die von den geflüchteten Menschen wahrgenommen werden können. „Ein weiteres Welzheimer Unternehmen mit Mitarbeitern aus der Ukraine organisiert gerade den Transport von Familien nach Welzheim, in der Größenordnung von zehn Familien“, so Bernlöhr. Die Stadt Welzheim hat die Notunterkünfte soweit auf ihre Aufnahmefähigkeit überprüft. Nachdem diese Unterkünfte teils keine Wohnungszuschnitte haben, sondern Gemeinschaftsunterkünfte sind, „ist die Unterbringung dort alles andere als ideal“, sagt der Schultes. „Aber auch hier sind wir im Rahmen der Möglichkeiten auf alles vorbereitet. Die Abstimmung mit dem Landkreis als untere Aufnahmebehörde läuft ebenfalls eingespielt und auf Hochtouren. Die Städte und Gemeinden stimmen sich im Laufe der Woche ab über die Aufnahme und Verteilmechanismen hinsichtlich vorläufiger Unterbringung und Anschlussunterbringung.“

Welzheimer Partnerschaft mit der Landesuni Moskau ist auf Eis gelegt

Thomas Bernlöhr berichtete im Gemeinderat noch über die Partnerschaft mit der Landesuni Moskau, die pandemiebedingt seit zwei Jahren ruhe. „In der aktuellen Lage müssen wir aber in Abstimmung mit dem Limes-Gymnasium die freundschaftlichen Beziehungen einfrieren und aussetzen“, äußert sich Bernlöhr.

Mit der Partnerstadt in Polen, Milanowek, etwa 40 km entfernt von Warschau, habe man ebenfalls regelmäßig Kontakt. „Ich habe heute mit Kollege Bürgermeister Remiszewski telefoniert. Es sind aktuell in der 14 000 Menschen großen Stadt bereits etwa 500 Menschen angekommen und untergebracht, nahezu alle in privaten Wohnungen und Zimmern. Der Zustrom ist weiterhin ungebrochen. Die Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidung und Waren des täglichen Bedarfs ist gesichert. Die Organisation vor Ort erfolgt haupt- und ehrenamtlich über Sozialarbeiter, Feuerwehr, Ortspolizeibehörde. Busse kommen zentral in Warschau an und werden von dort in die Städte und Gemeinden weitergeleitet. Die Hilfsbereitschaft der Bürgerschaft ist ungebrochen“, äußerte sich Bernlöhr. Auch dank der Hilfe der Breitenfürster und Welzheimer, die Lebensmittel nach Polen fahren, ist die Versorgung mit Lebensmitteln erst einmal gesichert.

Das größte Problem werde auf Dauer die finanzielle Belastung sein, nachdem die Pauschalen der öffentlichen Hand für Wohnung und Essen nicht kostendeckend seien. „Ich schlage deshalb vor, dass wir die städtischen Mittel, die wir in den vergangenen zwei Jahren der Pandemie für die Partnerschaftsaktivitäten nicht verwendet haben, zugunsten dieses Zwecks in einer Sofortmaßnahme als Spende für Milanowek zur Verfügung stellen. Wenn wir den Betrag erhoben haben, würden wir eine kurzfristige Abstimmung mit dem Gemeinderat herbeiführen“, sagt Thomas Bernlöhr.

Der Welzheimer Schulcampus plant für kommenden Freitag, 11. März, eine Gedenkminute für die Opfer des Krieges. Von 8.55 bis 9 Uhr werden alle Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums in Stille gedenken. „Wir schließen uns von Seiten der Stadtverwaltung dieser Initiative gerne an. Es werden die Kirchenglocken läuten und wir werden am Rathaus eine ukrainische Fahne hissen. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich in stillem Gedenken ebenfalls zu beteiligen“, so der Schultes.

Die Hilfsbereitschaft in Welzheim für die Menschen, die aus der Ukraine aufgrund des Krieges fliehen müssen, ist sehr groß. So gibt es unter anderem in Breitenfürst eine private Gemeinschaftsaktion unter der Leitung der Familie Staib. Hier werden Nahrungsmittel gesammelt, die dann mit dem Lkw nach Polen gebracht werden. Für die nächste Fahrt nach Polen gibt es noch Platz im Lkw.

Wer also Nahrungsmittel spenden möchte, kann dies am Donnerstag, 10. März, tun und seine Lebensmittel

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper