Welzheim

Zwölf Jahre Thomas Bernlöhr in Welzheim: eine Zwischenbilanz

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Thomas Bernlöhr ist seit zwölf Jahren Bürgermeister in Welzheim. © Gaby Schneider

Gefühlt ist er schon eine Ewigkeit in Welzheim als Schultes im Amt. Thomas Bernlöhr feierte in diesen Tagen jedoch erst Halbzeit, zumindest wenn man nur die zweite Amtsperiode betrachtet. Seit zwölf Jahren ist er Bürgermeister in Welzheim. Weitere vier Jahre folgen noch, ehe wieder gewählt wird. Geht er dann in seine dritte Amtszeit? „Aktuell kann ich mir das gut vorstellen“, sagt Bernlöhr im Gespräch mit Welzheims Redakteur Jörg Hinderberger.

Zwei Krisen stehen über der zwölfjährigen Amtszeit von Thomas Bernlöhr

147 Monate, also etwas mehr als zwölf Jahre, hat Thomas Bernlöhr als Chef der Welzheimer Stadtverwaltung das Sagen. Doch er alleine stellt sich nur selten in den Mittelpunkt: „Ich habe von Beginn an ein gutes Rathausteam vorgefunden und heute kann ich sagen, dass wir im Gemeinderat außerordentlich konstruktiv und zielorientiert an den Themen arbeiten und außerdem eine schlanke, aber leistungsfähige Verwaltungsmannschaft sind“, so Bernlöhr, dessen bisherige Amtszeit auch von großen Krisen überlagert wurde: erst die Flüchtlingskrise und dann die Corona-Pandemie, aktuell die Unterbringung von insgesamt über 150 Menschen aus der Ukraine. „In der Bewältigung von Krisen und Herausforderungen kommt es drauf an, dass alle zusammenarbeiten. Wir sind an den Aufgaben der letzten Jahre aber auch gewachsen“, ist der Welzheimer Schultes stolz auf sein Team.

Dabei unterscheidet Bernlöhr jedoch beim Wort "Krise sehr genau: „Die Flüchtlingskrise war für uns eine organisatorische Herausforderung, nicht vergleichbar mit der Corona-Pandemie. Denn erst die Pandemie hat den Alltag und das Leben aller Bürger konkret eingeschränkt und geprägt. Viele Rädchen, an denen wir sonst vorsichtig und einzeln gedreht haben, mussten gleichzeitig und umfassend ineinandergreifen. Etwa der Betrieb von Schulen und Kindergärten, Belegung von Hallen, Information und Regelungen für Gastronomie, Einzelhandel, alles ist ja auf einen Schlag auf nahezu null zurückgefahren worden und danach Zug um Zug zurück in die Normalität.“

Umso erfreulicher sei es, dass trotz dieser Krisen auch das Alltagsgeschäft innerhalb der Verwaltung im Blick behalten wurde, was „wir als Dienstleister auch tun müssen“, sagt der Welzheimer Schultes. Und aus diesen Krisen schöpft Thomas Bernlöhr vor allem Mut: „Wir haben das Handwerk der Bewältigung von plötzlichen neuen Herausforderungen durch die Krisen ein Stück weit neu erlernt und sind dadurch auch für die Zukunft besser eingespielt. Ob die Zeiten wieder ruhiger werden oder ob sie rau und unsicher bleiben, kann von Welzheim aus ja nur sehr eingeschränkt beeinflusst werden. Vor Ort war die Aufgabe schon immer, für die Menschen und für die Gemeinschaft das Beste draus zu machen.“ Besonders mit einer Aussage hat Bernlöhr während der Corona-Krise für Aufmerksamkeit gesorgt: „Wenn wir wieder mit 2500 Menschen im Festzelt sitzen, dann ist Corona überstanden.“ Nun hat dieses Festzelt-Fest in Welzheim noch nicht stattgefunden, dafür aber gibt es auf dem Oktoberfest in München aktuell keine Corona-Beschränkungen mehr. „Wenn wir dieses Jahr ein Festzelt aufgestellt hätten, dann wäre das ja in Welzheim genauso gegangen. Die Alternativen waren ja aber groß, Außengastronomie, Stadt- und Vereinsfeste, Biergarten, Strandbar und Treff an der Treppe. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch ohne größere Einschränkungen durch den nächsten Winter kommen“, äußert sich Thomas Bernlöhr.

Thomas Bernlöhr war auch in Waiblingen und Schorndorf ein Thema

Wie gut die Arbeit von Thomas Bernlöhr in Welzheim zusammen mit Verwaltung und Gemeinderat funktioniert, zeigten auch zuletzt die Oberbürgermeisterwahlen in Schorndorf und Waiblingen im Rems-Murr-Kreis. Zumindest im Vorfeld, denn in beiden Städten gab es einige Menschen, die Thomas Bernlöhr gerne als Verwaltungsoberhaupt aus dem Welzheimer Wald abwerben wollten. „Es ist ein Kompliment, wenn es Leute gibt, die einem den Job als Oberbürgermeister zutrauen. Wenn einem diese Frage ernsthaft gestellt wird, dann ist es nur verantwortlich, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen, jedes Mal neu. Aber ich bin mit der Familie zum Entschluss gekommen, dass wir uns in Welzheim und auf dem Wald sehr wohlfühlen, und es gibt aktuell auch so viele Themen und Projekte, bei denen wir mittendrin stecken und in denen viel Herzblut steckt“, so Thomas Bernlöhr. Und er betont: „Ich bin hier in Welzheim richtig, es war also eine bewusste Entscheidung für Welzheim.“

Ob er sich schon Gedanken mache zu einer dritten Amtszeit in vier Jahren? „Nein, dafür gibt es einfach zu viele andere Themen und Aufgaben, die es jetzt zu bewältigen gilt. Und es wird dann die Zeit kommen, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Aber natürlich ist es vorstellbar, ich gehe jeden Tag gerne ins Rathaus und die Aufgaben bereiten mir trotz der schwierigen Randbedingungen weiterhin viel Freude“, antwortet Bernlöhr. 

Neben der Vorbereitung auf mögliche weitere Krisen stehen natürlich Welzheimer Themen im Mittelpunkt der Arbeit. Kindergärten, Schulen, neue Wohngebiete, mehr Gewerbeunternehmen und vieles mehr stehen weiter fast täglich auf der Agenda. „Wir stehen finanziell zwar in Welzheim noch sehr gut da, aber wir werden uns in nächster Zeit wieder mehr auf die Pflichtaufgaben konzentrieren müssen“, so Bernlöhr, der weiß, dass nicht immer sofort alles auf Anhieb funktioniere und es auch gelte, Rückschläge zu verdauen und aufzuarbeiten. „Das Schulhaus in Aichstrut hätten wir uns sicher alle anders vorgestellt, was Zeitplan und Kosten betrifft, aber wir sind auch hier kurz vor dem positiven Ende“, so Bernlöhr.

Rund 170 Beschäftigte arbeiten bei und für die Stadt Welzheim, daneben Hunderte Ehrenamtliche. Bei 11.200 Einwohnern eine kleine Mannschaft, „denn es gibt so viele Aufgaben, die eigentlich mehr Personal erfordern. Aber es ist nicht immer einfach, Personal zu finden. Hier müssen wir neue Wege finden“, sagt Bernlöhr.

Gefühlt ist er schon eine Ewigkeit in Welzheim als Schultes im Amt. Thomas Bernlöhr feierte in diesen Tagen jedoch erst Halbzeit, zumindest wenn man nur die zweite Amtsperiode betrachtet. Seit zwölf Jahren ist er Bürgermeister in Welzheim. Weitere vier Jahre folgen noch, ehe wieder gewählt wird. Geht er dann in seine dritte Amtszeit? „Aktuell kann ich mir das gut vorstellen“, sagt Bernlöhr im Gespräch mit Welzheims Redakteur Jörg Hinderberger.

Zwei Krisen stehen über der

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