Rems-Murr-Kreis

Rems-Murr-Kreis zieht die Notbremse: Diese Einschränkungen gelten ab Dienstag (30. März)

Symbolfotocoronalockdown
Symbolfoto. © Gaby Schneider

Nachdem der Rems-Murr-Kreis am Donnerstag, Freitag und Samstag beim Inzidenzwert der Corona-Fallzahlen jeweils über 100 lag, muss gemäß den Vorgaben des Landes die Notbremse gezogen werden. Das teilte das Landratsamt am Sonntagmittag (28. März) mit. Dazu stellt der Rems-Murr-Kreis per Allgemeinverfügung offiziell fest, dass die Schwelle überschritten wurde. Dieses Dokument ist auf der Internetseite des Rems-Murr-Kreises zu finden. Dadurch gelten ab Dienstag, 30. März, die verschärften Regelungen für Landkreise mit einer 7-Tagesinzidenz von über 100. Als Grundlage dient die aktuelle Corona-Verordnung des Landes von Montag, 29. März.

Ab Dienstag (30. März) greift im Rems-Murr-Kreis die Notbremse. Was dann gilt:

  • Museen, Galerien, Zoos und Gedenkstätten müssen geschlossen bleiben.
  • Der Betrieb von Sportanlagen für den Freizeit- und Amateursport ist untersagt. Ausnahme: weitläufige Außensportanlagen wie zum Beispiel Golfplätze.
  • Dem Einzelhandel ist „click & meet“ untersagt und nur „click & collect“ erlaubt. Keine Notbremse gibt es beim Einzelhandel mit Produkten des täglichen Bedarfs: Supermärkte, Bau- und Gartenmärkte, Bäckereien, Tankstellen, Drogerien und so weiter bleiben offen.
  • Betriebe „zur Erbringung körpernaher Dienstleistungen“ - Kosmetik-, Nagel-, Massage-, Tattoo- und Piercingstudios, kosmetische Fußpflegeeinrichtungen – müssen geschlossen bleiben. Ausnahme: medizinisch notwendige Behandlungen, insbesondere Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Podologie und Fußpflege.
  • Nur Friseurbetriebe und Barbershops, die in der Handwerksrolle eingetragen sind, dürfen noch offen bleiben.
  • Sonnenstudios bleiben geschlossen.
  • Musik-, Kunst- und Jugendkunstschulen dürfen nur Onlineunterricht abhalten.

Erst wenn der Inzidenzwert an fünf aufeinander folgenden Tagen unter 100 liegt, können die Einschränkungen wieder gelockert werden.

Auch Ausgangsbeschränkungen werden wieder wahrscheinlich

Der erweiterte Krisenstab des Rems-Murr-Kreis, zu dem neben den Kommunen auch das Staatliche Schulamt, der Pandemiebeauftragte der Kreisärzteschaften, ein Vertreter der Justiz und das Polizeipräsidium Aalen gehören, hatte sich bewusst entschieden, keine über die Corona-Verordnung des Landes hinausgehenden Einschränkungen zu erlassen. Sollten die nun ergriffenen Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen, sind in einem zweiten Schritt auch Ausgangsbeschränkungen wieder wahrscheinlich. Die Landesregierung weist Landräte und Gesundheitsämter an, diese zu verhängen, wenn alle Maßnahmen versagt haben.

Der Rems-Murr-Kreis ist auch in engem Austausch mit dem Nachbarlandkreis Schwäbisch Hall, der neben dem ebenfalls nahen Hohenlohekreis die höchste Inzidenz aller Landkreise in Baden-Württemberg aufweist. "Inwiefern die hohen Fallzahlen in direkter Nachbarschaft zu steigenden Zahlen im Rems-Murr-Kreis beigetragen lässt sich nicht belegen, allerdings muss dies weiterhin sehr genau beobachtet und notfalls reagiert werden", teilt die Pressestelle des Landrats mit.

Landrat Sigel fordert Transparenz bei der Impfquote im Land

Landrat Dr. Richard Sigel sagt: „Nun hat die dritte Welle auch den Rems-Murr-Kreis erfasst, obwohl wir funktionierende Strukturen haben und uns gemeinsam mit aller Kraft gegen die Pandemie stemmen. Daher schmerzt es umso mehr, dass wir bei der Impfquote auf Landkreisebene nach wie vor keine Transparenz haben. Gerade mit Blick auf die geplante Impfung in Arztpraxen nach Ostern benötigen wir auf Landkreisebene Klarheit: Wir brauchen vom Land einen Überblick, wie viele ältere Bürgerinnen und Bürger in den Land- und Stadtkreisen in Baden-Württemberg bereits geimpft sind. Es darf nicht wie bei der Verteilung der Kreisimpfzentren der Fehler gemacht werden, dass Impfstoff ohne einen Blick auf die Bevölkerungsdichte verteilt wird. Der Impfstoff muss dorthin und in die Arztpraxen gelenkt werden, wo die Impfquote noch besonders niedrig ist“, so der Landrat.

Bestärkt fühlt sich Sigel bei der Forderung nach Transparenz durch den Chef des Robert-KochInstituts Prof. Dr. Lothar Wieler. Er hatte jüngst auf Anfrage des Deutschen Landkreistages bestätigt, dass detaillierte Angaben zum Impfgeschehen zum Beispiel nach Landkreis und Alter für die Einschätzung des geimpften Anteils der Bevölkerung vor Ort dringend notwendig sind und gleichzeitig kritisch angemerkt, dass diese Daten bisher nur aus sieben Bundesländern vorliegen würden.

„Schnelltests bieten zumindest für den Moment ein Stück mehr Sicherheit und Klarheit“

Angesichts der angespannten Corona-Lage appelliert der Landrat an die Bürgerinnen und Bürger: „Wir müssen jetzt gemeinsam weiter durchhalten. Denken Sie bitte weiterhin an Abstand, Lüften, Masken und Hygiene. Einem kurzen Beisammensein kann eine lange Quarantäne folgen. Gerade auch mit Blick auf Ostern bittet der Landrat die Bürgerinnen und Bürger, die kostenlosen Schnelltests zu nutzen: „Schnelltests bieten zumindest für den Moment ein Stück mehr Sicherheit und Klarheit. Im Rems-Murr-Kreis haben wir inzwischen ein flächendeckendes Netz an Testzentren geknüpft. Helfen Sie mit, nur gemeinsam können wir es schaffen, die dritte Welle zu brechen“, so Sigel weiter.

Im Schnelltestportal des Landkreises unter www.rems-murr-kreis.de/schnelltest stehen mehr als 120 Testzentren für kostenlose Schnelltests bereit.