Rems-Murr-Kreis

RS-Virus: Ungewöhnlich viele Babys und Kleinkinder in den Rems-Murr-Kliniken

Baby Säugling Füße Babyfüße Symbolfoto
Symbolbild. © pixabay

Hohes Fieber, Husten, Halsweh, manchmal sogar Lungenentzündung - die Symptome ähneln denen des Coronavirus, doch der Auslöser ist ein anderer: das sogenannte Respiratorische Synzytial-Virus (RS-Virus oder RSV). Ungewöhnlich viele Babys und Kleinkinder stecken sich derzeit mit dem RS-Virus an und müssen stationär betreut werden, auch in Winnenden:

„Derzeit kommen etwa 40 stationäre Kinder pro Woche mehr als in derselben Zeit des Vorjahres“, berichtet Prof. Ralf Rauch, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin der Rems-Murr-Klinik in Winnenden. Es käme vor, dass ein frei werdendes Bett sofort wieder belegt werde. „Größtenteils (sind es) Kinder mit dem RS-Virus, zumeist unter vier Jahren, die Sauerstoff, Inhalationen und Cortison brauchen. Ganz ähnlich wie bei den Covid-19-infizierten Kindern.“

Kinderklinik in Stuttgart an der Kapazitätsgrenze

Diese Erfahrung deckt sich mit den Erfahrungen aus anderen Kliniken im Umkreis. „Wir sind bis unters Dach voll mit Atemwegserkrankungen“, berichtet eine Kinderärztin aus Stuttgart. Jan Jürgensen, Vorstand des Olgahospitals in Stuttgart, berichtet in verschiedenen Medieninterviews, man sei bereits an der „Kapazitätsgrenze“.

Auch Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) belegen, dass seit September doppelt so viele Babys und Kleinkinder mit schweren Atemwegsinfektionen ins Krankenhaus kommen wie zur selben Zeit vor der Pandemie. Zwei Drittel der Fälle gehen auf das RSV zurück.  

Das RS-Virus ist nichts Ungewöhnliches. Grundsätzlich machen fast alle Kinder bis zum zweiten Geburtstag eine Infektion damit durch. Meist verläuft sie wie eine Erkältung glimpflich und vergeht nach wenigen Tagen. Doch dieses Jahr gibt es mehr und schwerere Fälle. 

Immunschuld: Nach dem Lockdown "schlägt das Pendel zurück"

„Die meisten Patienten haben größere Geschwisterkinder, die sich in Kita oder Schule infiziert haben. Wir stimmen uns eng mit den niedergelassenen Ärzten ab, um die bestmögliche Versorgung der betroffenen Kinder sicherzustellen“, berichtet Rauch. „Als Schutzmaßnahmen empfehlen wir wie bei dem Coronavirus die AHA-Regeln.“

Doch gerade die strikte Einhaltung der AHA-Regeln und weitere Corona-Schutzmaßnahmen im vergangenen Jahr haben nicht nur Corona-Infektionen verhindert, sondern auch die Ausbreitung anderer Krankheiten wie RSV. Diese treffen auf Babys und Kleinkinder, deren Abwehrkräfte auch aufgrund geschlossener Kitas und strikter Hygieneregeln nahezu untrainiert sind. Das RS-Virus hat leichtes Spiel und schlägt heftiger zu als sonst.

„Man spricht dabei auch von Immunschuld“, berichtet Dr. Ralf Brügel, Sprecher der Kinderärzte im Rems-Murr-Kreis. „2020 ist die RS-Saison ausgefallen, und dieses Jahr schlägt das Pendel daher umso stärker zurück.“  

Babys gefährdet: Was Eltern beachten sollten

Seiner Erfahrung nach sei das RS-Virus für Kinder über 2,5 Jahren in der Regel kein Problem. „Die Infektion verläuft bei älteren Kindern fast immer wie ein ganz normaler Schnupfen“, sagt er. „Sorgen machen muss man sich da eher bei Babys, vor allem bei Frühgeborenen oder Babys mit Vorerkrankungen an Herz oder Lunge.  Wichtig sei es, die Anzeichen für einen schweren Verlauf zu erkennen: Wenn ein erkältetes Baby etwas höheres Fieber habe oder häufiger huste, sei das in der Regel kein Problem. Es gehe vielmehr um die Sauerstoffversorgung, die sehr plötzlich „kippen“ und schlechter werden könne. „Wenn die Lunge betroffen ist, geht der Körper als Erstes in den Energiesparmodus. Wenn ein Baby also nicht richtig trinkt oder deutlich schlapper und weniger agil ist als sonst, sollte man es unbedingt einem Arzt vorstellen“, sagt Brügel. Ärzte könnten das Virus dann durch spezifische Abhörgeräusche erkennen. Klarheit verschafft am Ende ein Test.

Hohes Fieber, Husten, Halsweh, manchmal sogar Lungenentzündung - die Symptome ähneln denen des Coronavirus, doch der Auslöser ist ein anderer: das sogenannte Respiratorische Synzytial-Virus (RS-Virus oder RSV). Ungewöhnlich viele Babys und Kleinkinder stecken sich derzeit mit dem RS-Virus an und müssen stationär betreut werden, auch in Winnenden:

„Derzeit kommen etwa 40 stationäre Kinder pro Woche mehr als in derselben Zeit des Vorjahres“, berichtet Prof. Ralf Rauch, Chefarzt der

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