Rems-Murr-Kreis

Starkregen-Gefahr im Rems-Murr-Kreis: Was ab Mittwoch (26.06.) droht

Wetter
Symbolfoto. © ZVW/Gabriel Habermann

Die Hochwasser-Katastrophe Anfang Juni hat im Rems-Murr-Kreis massive Schäden hinterlassen. Noch immer kämpfen die betroffenen Gemeinden mit den Auswirkungen. Und spürbar ist: Die Menschen in der Region sind für die Gefahr, die von Starkregen ausgeht, sensibilisiert. Nun drohen ab Mittwoch (26.06.) laut Deutschem Wetterdienst (DWD) weitere Unwetter mit Starkregen. Wie schlimm könnte es werden? Die Einschätzung des DWD fällt ungewohnt deutlich aus. Wir ordnen ein.

Anmerkung der Redaktion: Den aktuellsten Artikel zur Warnlage finden Sie hier.

Lage nicht mit Hochwasser vergleichbar – aber potenziell "katastrophal"

Was unsere Redaktion aufhorchen ließ: Der Deutsche Wetterdienst hat in seiner "Wochenvorhersage Wettergefahren" am Montag (24.06.) auf die Gefahr von Unwettern, heftigem Starkregen, einer "Schwergewitterlage" und Ähnlichem im Süden Deutschlands ab Mitte der Woche hingewiesen. Wir haben uns daraufhin erkundigt, inwiefern der Rems-Murr-Kreis davon betroffen sein könnte. 

Gleich vorneweg: Die Wetter-Lage lässt sich nicht mit der von Anfang Juni vergleichen, sagt Meteorologe Thomas Schuster vom DWD in Stuttgart. Damals hatte ein lange anhaltender Dauerregen landesweit für Hochwasser-Lagen gesorgt. "Jetzt sind es eher einzelne Orte, die es richtig stark trifft", so der Experte. Die Auswirkungen könnten dort dennoch katastrophal sein.

Gewitterzellen: "Starkregen ist Gefahr Nummer eins"

Ab Mittwoch werden laut Schuster stehende Gewitterzellen erwartet, die durch die "superschwüle Luft" stark mit Feuchtigkeit aufgeladen sein werden. Bei wenig Wind werden sich diese Zellen voraussichtlich kaum bewegen, sondern lokal für heftigen Starkregen sorgen – möglicherweise über Stunden. "Starkregen ist Gefahr Nummer eins bei dieser Wetterlage", sagt der Experte. Es könnten 30 bis 40 Liter in kurzer Zeit herunterkommen, punktuell vielleicht auch mehr, in einigen Regionen sei die höchste Warnstufe möglich. 

Eingrenzen lasse sich die erwartete Starkregen-Lage dem Experten zufolge bislang nur schwer. Zeitlich wie räumlich. "Am Mittwoch und am Freitag ist die Wahrscheinlichkeit für Gewitter am höchsten, am Mittwoch werden sie vermutlich am schwersten ausfallen", so Schuster. Auch am Donnerstag könne die Lage aber "punktuell katastrophal" sein.

Gefahrenlage schwer zu verorten: Rems-Murr-Kreis im Schwerpunkt-Gebiet

Laut dem Meteorologen zählt der Großraum Stuttgart über Waiblingen bis nach Aalen zu den Schwerpunkten der erwarteten Gefahrenlage. Genauere Angaben seien zurzeit nicht möglich, auch weil die Gewitter mit Starkregen-Potenzial lokal begrenzt auftreten sollen. "Durch die einzelnen Zellen ist möglicherweise am einen Ort quasi Weltuntergang – und zehn Kilometer weiter passiert gar nichts", so Schuster.

Ein Grund für Entwarnung ist das mitnichten: Für die Orte, wo die Wassermassen herunterkommen, "wird es katastrophal", prognostiziert der Experte. Es seien Sturzbäche zu erwarten, Keller können volllaufen. Durch den punktuellen Starkregen sei die Situation für die Hauptflüsse der Region wie Rems und Neckar zwar vermutlich weniger problematisch – "aber für die Zuflüsse schon". 

Trifft der Starkregen den Rems-Murr-Kreis? Ungewissheit bleibt

Halten wir fest: Es droht eine offenbar schwere Starkregen-Lage zwischen Mittwoch und Freitag. Ob der Rems-Murr-Kreis betroffen sein wird, lässt sich zurzeit nur schwer sagen. Solche Gewitter örtlich zu bestimmen ist extrem kompliziert und in der Regel nur sehr kurzfristig möglich. Laut DWD liegt der Kreis in einer Schwerpunktregion, die aber von Stuttgart bis Aalen reicht. Durch die lokal begrenzten Auswirkungen könnten die Rems-Murr-Gemeinden auch verschont bleiben. Die Ungewissheit lässt sich nicht auflösen.

Ob der DWD Mittwochfrüh erste Vorabinformationen für die potenziell betroffenen Landkreise herausgeben wird, ist aktuell unklar. Wenn, werden wir unsere Leserinnen und Leser umgehend darüber informieren. Die amtlichen Warnungen des DWD, die präziser ausfallen, folgen in der Regel dann erst kurz vor Eintritt des Starkregen-Ereignisses. Auch diese werden wir auf zvw.de selbstverständlich an Sie weitergeben. 

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