Schwere Unwetter, extremer Starkregen: Rems-Murr-Kreis weiter im Risikogebiet
Die Unwetter-Warnlage für den Rems-Murr-Kreis gibt leider weiter keinen Grund zur Entwarnung. Noch immer liegt die Region im potenziellen Starkregen-Risikogebiet. Ab Mittwochnachmittag (26.06.) drohen schwere Gewitter und heftiger bis extremer Starkregen. Auch vor einer mäßigen Hochwasser-Gefährdung wird gewarnt. Über die aktuelle Entwicklung berichten wir in unserem Liveblog.
Starkegen-Gefahr: Was ist laut DWD zu erwarten?
Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sind am Mittwochnachmittag und -abend gebietsweise schwere, unwetterartige Gewitter mit heftigem Starkregen möglich. Mit Regenmengen von um die 40 Liten pro Quadratmeter in einer Stunde müsse man "auf jeden Fall" rechnen, sagt Meteorologe Kai-Uwe Nerding. Auf einzelne Ortschaften bezogen sei "extrem heftiger Starkregen" mit Regenmengen um die 60 Liter, vereinzelt auch 80 Liter in kürzester Zeit wahrscheinlich. "Das ist einfach heftig."
Zum Regen könnten sich vereinzelt Hagel-Ansammlungen gesellen – kleine Hagelkörner, die lokal über eine halbe Stunde herunterprasseln, sagt der Experte. "Dann kann der Winterdienst anrücken." Die Hauptgefahr liege aber weiterhin bei den riesigen Regenmengen. Wie der DWD bereits am Montag mitteilte könnten sich Sturzbäche bilden, Nebenflüsse könnten über- und Keller wie Kanäle volllaufen. Für einzelne Orte, so war es in den letzten Tagen immer wieder aus Stuttgart zu hören, könnten die Auswirkungen "katastrophal" sein. Und aus vergangenen Gesprächen mit dem DWD wissen wir: Solche Worte nehmen die Experten nicht leichtfertig in den Mund.
Unwetter drohen: Wie wahrscheinlich trifft es den Rems-Murr-Kreis?
Im Rems-Murr-Kreis stellt sich seit Tagen die Frage: Trifft es uns? "Tatsächlich" liege der Kreis leider weiter im Risikogebiet, sagt Meteorologe Nerding. Ab 14 Uhr könnte es losgehen. "Im Grunde kann man sagen, je bergiger umso wahrscheinlicher sind extreme Ereignisse", so der Experte. Er nennt als Beispiel den Welzheimer Wald. "Wenn es dann mehr in die Niederungen geht, ist die Gefahr auf keinen Fall gebannt." Auch beispielsweise Waiblingen oder Backnang könnten die schweren Unwetter treffen. Starkregen sei überall möglich.
Weil die Lage weiter so schwer vorherzusagen ist, wird der DWD laut Nerding keine "Vorabinformationen" herausgeben. Damit weist der DWD in anderen Fällen bereits Stunden vorher konkret betroffene Landkreise auf die drohende Gefahr hin. Das habe damit zu tun, dass die extremen Ereignisse eher lokal als gebietsweise auftreten sollen. Bereits am Vormittag seien Unwetter im Bodensee-Raum, später im Bereich der Schwäbischen Alb zu erwarten. "Aus diesen Gewittern bilden sich sogenannte outflow boundaries", so der Meteorologe. Das seien "kalte Luftströme", die sich "in alle Richtungen" verteilen werden. "Dort, wo sich diese kalten Luftmassen unter die sehr schwülen Luftmassen schieben, können sich überall Gewitter bilden." Deshalb könne es nahezu überall zu extremen Unwetter-Ereignissen kommen – und das ohne große Vorankündigung.
Mäßige Hochwasser-Gefährdung: NINA-App warnt
Am Mittwochmorgen schlug um 9 Uhr auch die "NINA"-Warnapp des Bundes an. "Im Einzugsgebiet der Neckarzuflüsse Rems, Murr und Sulm besteht gemäß Modellberechnung eine mäßige Hochwassergefährdung", heißt es. Es könnte stellenweise zu kleineren Ausuferungen und vereinzelten Überflutungen land- und forstwirtschaftlicher Flächen kommen.
Auch hier hatte der DWD bereits am Montag eine Prognose abgegeben: Die Rems sahen die Meteorologen eher als nicht sonderlich gefährdet durch den Starkregen. Kleinere Nebenflüsse könnten aber zum Problem werden. Insgesamt, so hieß es, sei die Situation nicht mit der während des Hochwassers Anfang Juni zu vergleichen. Damals sei ein lange anhaltender Dauerregen Auslöser gewesen. Ein Grund für Entwarnung sei aber auch das keineswegs.
Die Unsicherheit, ob und wie schwer der Rems-Murr-Kreis von der Unwetter-Lage betroffen sein wird, lässt sich also auch am Mittwoch nicht auflösen. Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden.




