Winter, Frost, Blitzeis im Rems-Murr-Kreis: Was Autofahrer jetzt immer dabei haben sollten
Gefrierender Regen kann die Straßen im Rems-Murr-Kreis am vierten Adventswochenende teilweise in gefährliche Rutschbahnen verwandeln. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt aktuell vor strengem Frost, der schon am Freitag (16.12.) auftreten kann. Wie reagiere ich, wenn ich im Auto von Blitzeis überrascht werde?
Wie entsteht das sogenannte Blitzeis?
Wenn Regen oder Nebel auf gefrorene Straßen treffen, entsteht das sogenannte Blitzeis. Das Wasser gefriert augenblicklich und bildet eine gefährliche Eisschicht. „Besonders groß ist die Gefahr von Blitzeis an schattigen Orten, etwa in Wäldern oder auf Brücken, wo die Straße der Witterung besonders stark ausgesetzt ist“, warnt der ADAC.
Vorsicht: Nicht überall weisen Schilder auf die Gefahr hin. Die Eisschicht ist zudem oftmals nur schlecht zu erkennen und kann plötzlich auftreten.
Was empfehlen die Experten?
Zunächst einmal empfiehlt der ADAC, sich rechtzeitig vor Fahrtantritt über die aktuellen Straßenverhältnisse zu informieren. Kritisch seien dabei Tage mit schwankenden Temperaturen um den Gefrierpunkt: „Durch das wechselnde Tauen und Frieren ändert sich die Fahrbahnbeschaffenheit ständig.“
Die große Gefahr: Wird die Straße wegen Blitzeis zur Rutschbahn, helfen auch Winterreifen, Antiblockiersystem (ABS), Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) oder Ketten nicht mehr weiter. „Wird im Radio vor Blitzeis oder Eisregen gewarnt, ist es besser, das Auto stehen zu lassen und die Fahrt zu verschieben“, empfehlen die Experten.
Wie fahre ich am besten bei Blitzeis?
Generell gebe es für das Fahren bei Eis, Schnee und winterlicher Nässe kein Patentrezept. Vorausschauend und umsichtig fahren sei hier das A und O. „Die Devise lautet: größeren Abstand zum Vordermann halten, sanft bremsen und gefühlvoll lenken“. Wer unterwegs vom Eisregen überrascht wird, sollte lieber eine Pause einlegen und im Zweifel auf den Streudienst warten.
Was sollte ich im Auto haben?
Im Winter ist es immer ratsam, Eiskratzer, Handbesen und Abdeckfolie für die Windschutzscheibe im Auto zu haben. Auch die Scheibenwischanlage muss stets mit ausreichend Frostschutzmittel aufgefüllt sein.
Was sollte ich vor Fahrtantritt machen?
„Die Scheiben müssen komplett von Eis befreit werden, denn wer nur mit einem ‚Guckloch‘ unterwegs ist, riskiert einen Unfall - im Falle eines Crashs droht Mithaftung“, schreibt der ADAC. Tipps für eine freie Sicht finden Sie hier.
Den Motor sollte man allerdings nicht warmlaufen lassen. „Denn nicht nur der Spritverbrauch steigt enorm an“, so der ADAC, „es belastet auch die Umwelt - und der Motorverschleiß steigt erheblich. Eine weitere Folge kann ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro sein.“
Was muss ich zum Thema Winterreifen wissen?
Allgemein gilt: Bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf nicht mit Sommerreifen gefahren werden. Erlaubt sind laut ADAC nur wintertaugliche Reifen, die gemäß der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) mit dem Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) gekennzeichnet sind. Sogenannte M+S-Reifen (Ganzjahresreifen/ Die Abkürzung M+S steht für Matsch und Schnee) können jedoch mit sehr langen Übergangsfristen weiterverwendet werden.
„Bis 30. September 2024 gelten Reifen mit M+S Kennzeichnung als wintertauglich, wenn sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt worden sind“, so der ADAC. Die Regel sei nicht an eine bestimmte Jahreszeit oder an bestimmte Monate gebunden, sondern gelte situativ. Ein Verstoß wird mit einer Geldbuße in Höhe von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet.
Bei einer Behinderung des Verkehrs aufgrund falscher Reifen bei winterlichen Wetterverhältnissen erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro und einen Punkt. Kommt es zu einem Unfall, droht die Kürzung der Versicherungsleistungen.





