Feuerwehr-Einsatz beim Hauptbahnhof Stuttgart: Gefährliches Säure-Graffiti
Am Donnerstagnachmittag (25.01.) kommt es zu einem größeren Einsatz von Feuerwehr und Polizei in der Nähe des Hauptbahnhofs in Stuttgart. Grund dafür sind mehrere Graffitis aus Flusssäure. Flusssäure, auch Fluorwasserstoffsäure genannt, kann bei Kontakt oder beim Einatmen starke Verätzungen auf der Haut sowie in den Schleimhäuten verursachen. "Außerhalb der Absperrungen besteht keine Gefahr für die Bevölkerung", heißt es von der Feuerwehr. Der genaue Einsatzort ist laut einem Feuerwehr-Pressesprecher der Abgang zum Hauptbahnhof in der Kronenstraße.
Ähnlicher Vorfall vor wenigen Wochen am Marienplatz
Aktuell entfernen Feuerwehrleute in Schutzanzügen das Graffiti (Stand 16.30 Uhr). In etwa 30 Minuten dürfte der Einsatz laut dem Feuerwehr-Sprecher auch schon wieder vorbei sein, der Bahnverkehr wird durch die Maßnahmen nicht beeinträchtigt. Von der Bundespolizei heißt es auf Nachfrage unserer Redaktion, dass niemand zu Schaden gekommen sei. Die Passage sei dennoch vorsorglich abgesperrt worden. „Wir sichern Spuren und werden ermitteln, es handelt sich um eine Sachbeschädigung“, so der Sprecher weiter.
Einen ähnlichen Vorfall hatte es vor wenigen Wochen am Marienplatz im Stuttgarter Süden gegeben. Daraufhin wurden kaum lesbare eingeätzte Schriftzüge an mehreren Haltestellen des Nahverkehrs entdeckt. Oft waren sie großflächig an den Metallflächen der Wände in den Stationen und an den Rolltreppenverkleidungen angebracht worden. Alle betroffenen Haltestellen waren nach einer Reinigungen wieder freigegeben worden.
Graffiti-Art "Etching": Farblose Substanz, aber gefährlich
Ein Graffiti auf diese Art anzubringen, wird "Etching" genannt. Die eigentlich farblose Substanz frisst sich in Metalle und Glas und wird auf diese Weise sichtbar. Da der Kontakt mit der Flusssäure jedoch einen Krankenhausaufenthalt nach sich ziehen, im schlimmsten Fall sogar tödlich enden kann, gilt das Verwenden der Substanz im öffentlichen Raum in Deutschland als Straftatbestand.


