Stuttgart & Region

Katzen-Verbot im Katzen-Café: Hat das Happy Cats in Stuttgart noch eine Chance?

Katzencafé Stuttgart
Eine der Katzen im Katzen-Café. © ZVW/Gülay Alparslan

Steht das „Happy Cats Café“ in Stuttgart vor dem Aus? Seit Ende Dezember 2022 hat die Stadt Stuttgart dem Betreiber des ersten Katzen-Cafés in Stuttgart, Daniel Di Stefano, die Genehmigung entzogen, Katzen im Café gewerblich zu halten. Was war geschehen? Und hat das Café noch eine Chance? Die Pressestelle der Stadt Stuttgart hat sich zu den Umständen geäußert.

Warum sind im Café keine Katzen mehr erlaubt?

„Tatsächlich ist es so, dass es von Seiten der Bevölkerung Beschwerden gab“, erklärt Marie Kraft von der Pressestelle der Stadt Stuttgart. Aus diesem Grund habe das Ordnungsamt das Café kontrolliert. Welche Art von Beschwerden vorlagen, „unterliegt einem gewissen Schutz“, so Marie Kraft. Daher könne die Stadt sich nicht dazu äußern.

Im Übrigen habe nicht das Veterinäramt kontrolliert, sondern das Ordnungsamt. Bei der Stadt Stuttgart gebe es kein Veterinäramt, sondern das Amt für Öffentliche Ordnung. Diesem unterliegen die Lebensmittelüberwachung, der Verbraucherschutz und das Veterinärwesen mit Tierärzten.

Gegen welche Auflagen wurde nun konkret verstoßen?

Bei der Kontrolle des Katzen-Cafés stellten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes fest, dass die Anzahl der erlaubten Tiere überschritten worden war. Es sei von Anfang an mit dem Betreiber abgesprochen worden, dass sich maximal zwei Katzen im Café aufhalten dürfen. Diese müssten „untereinander erträglich“ und „ausgeprägt menschenbezogen“ sein. Dieser Vorgabe habe Daniel Di Stefano zugestimmt.

Vor Ort trafen die Kontrolleure aber teilweise auf bis zu sechs Katzen. „Das ist ein klarer Verstoß gegen die Auflage“, so Marie Kraft. Daniel Di Stefano hätte nicht von sich aus die Anzahl erhöhen dürfen.

Café-Katzen dürfen nicht mit nach Hause – und umgekehrt

Eine weitere Auflage sei, dass die Katzen im Café nicht mit nach Hause genommen werden dürfen. Anders herum dürfen auch keine anderen Katzen von zu Hause ins Café mitgenommen werden. Auch daran habe sich Daniel Di Stefano nach Angaben der Pressestelle nicht gehalten. „Die Betriebskatzen müssen dauerhaft im Café sein und dürfen nicht ausgewechselt werden“, erklärt Marie Kraft.

Darüber hinaus muss pro Katze mindestens eine Trinkgelegenheit und eine Futterstelle eingerichtet sein. Diese müssen einmal täglich gereinigt und dauerhaft sauber gehalten werden. Auch hier stellten die Kontrolleure einen Verstoß fest.

Stuttgart bei Kontrollen strenger als Karlsruhe?

Nach Angaben des Café-Betreibers sind die Auflagen in Karlsruhe nicht so strikt, wie in Stuttgart. Warum ist das so? Sollte es nicht zumindest für Baden-Württemberg einheitliche Auflagen geben? „Die Kolleginnen und Kollegen haben sich erkundigt und sich an die generellen Richtlinien gehalten“, erklärt Marie Kraft. Die Richtlinien stammen von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT). Auf Grundlage dieser Richtlinien sollen die Katzen geschützt werden. Darunter fällt auch, dass die Räumlichkeiten einen bestimmten Rückzugsbereich bereitstellen.

Was bedeutet das für die Zukunft des Happy Cats Café?

Hat das Happy Cats Café noch eine Chance, dass der Betrieb wieder mit Katzen geführt wird? Nach Angaben der Pressesprecherin hat der Betreiber des Cafés Einspruch eingelegt. Damit laufe ein verwaltungsrechtliches Verfahren, weshalb die Stadt sich nicht weiter zu dem Fall äußern kann. „Wir sind aber jederzeit bereit, mit dem Antragsteller selbst die Hintergründe des Widerrufs zu besprechen“.