VfB Stuttgart

Sven Mislintat verlängert beim VfB: Warum der Baumeister an Bord bleibt und was der Sportdirektor jetzt mit dem Kader plant

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Hat seinen Vertrag beim VfB Stuttgart vorzeitig verlängert: Sportdirektor Sven Mislintat. © Pressefoto Baumann

Am Donnerstag (17.12.) hat Sven Mislintat seinen Vertrag beim VfB Stuttgart vorzeitig verlängert. Das neue Arbeitspapier des Westfalen läuft nun bis 2023 und beinhaltet keine Ausstiegsklausel. Der Baumeister des Stuttgarter Kaders bleibt also an Bord und will den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Sein Credo ist klar: Er will die junge Mannschaft weiter wachsen sehen. Dafür blockte er sogar Anfragen anderer Clubs ab.

Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen

Sven Mislintat mag Herausforderungen. Unter anderem aus diesem Grund hat der heute 48-Jährige im Mai 2019 seine Stelle als Sportdirektor in Stuttgart angetreten. Der Verein war gerade in die 2. Liga abgestiegen und der Kader brauchte eine Generalsanierung. Also genau die richtige Challenge für den ehemaligen Chefscout des BVB.

Heute, knapp 20 Monate später, mischen die neuen „Jungen Wilden“ mit mutigem und erfrischendem Fußball die Bundesliga auf. Sehr zur Freude der Fans - und auch des Sportdirektors: „Das, was wir Woche für Woche sehen, macht Spaß. Und es hätte keinen Spaß gemacht, hier jetzt wegzugehen.“

Die Aufbauarbeit im Schwabenland ist für ihn noch nicht abgeschlossen, die Mission noch nicht beendet. „In diesem Club wächst was, in diesem Club ist Spirit“, sagt Sven Mislintat, der die Mannschaft jetzt weiterentwickeln und weiter wachsen sehen möchte. 

„Wir wollen weiter stärker werden“

Das Ziel ist klar formuliert: „Wir wollen weiter stärker werden“, so Mislintat. Der Tabellenplatz soll dabei allerdings keine Rolle spielen: „Wie schnell das zu Verbesserungen in der Tabelle führt, ist unwichtig.“ Fast schon philosophisch fügt Mislintat an: „Wir sind nicht zufrieden, mit dem was wir heute können, sondern wir wollen morgen besser sein.“

Und für all diejenigen, die nach dem jüngsten 5:1-Fabelsieg gegen Borussia Dortmund im Hinterkopf schon die Champions-League-Hymne hören, hat der Transfer-Spezialist eine klare Ansage parat: „Als Aufsteiger musst du zwei Jahre in der Bundesliga überleben, um dir über ein drittes überhaupt erst Gedanken machen zu dürfen.“

Warum die Vertragsverlängerung ihre Zeit brauchte

Bis Sven Mislintat seine Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier setzte, gingen einige Wochen ins Land. Für Vorstandsboss und Sportvorstand Thomas Hitzlsperger ein ganz normaler, gleichzeitig aber auch interessanter Prozess: „Wir mussten auch Dinge klären, die wir im ersten Vertrag noch nicht geklärt hatten.“

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Sportvorstand Thomas Hitzlsperger (li.) und Sportdirektor Sven Mislintat.

Mit Blick auf die intensiven Verhandlungsrunden fügt Sven Mislintat mit einem Augenzwinkern an: „Ich habe Thomas einfach nochmal zeigen müssen, dass ich das kann.“

„Es gab Anrufe - aber die habe ich geblockt“

An der grundsätzlichen Bereitschaft beider Parteien, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, gab es allerdings zu keinem Zeitpunkt ernsthafte Zweifel. „Er hat seine Qualitäten unter Beweis gestellt. Ich sehe das Ergebnis und Sven hat daran einen immensen Anteil“, sagt Thomas Hitzlsperger.

Letztlich wollte der Baumeister des VfB-Gebildes seine Kompetenzen im sportlichen Bereich auch in seinem neuen Vertrag fixiert haben. Anfragen anderer Clubs für den als „Diamanten-Auge“ gerühmten Kaderplaner gab es in dieser Zeit durchaus. „Es gab Anrufe - aber die habe ich geblockt“, sagt Mislintat. „Ich habe hier etwas angefangen und das ist noch nicht zu Ende.“

Was Mislintat in den nächsten Transferperioden plant

Mit Blick auf die Winter-Transferperiode sieht der Sportdirektor der Schwaben keinerlei Handlungsbedarf: „Wir haben keine Zugänge geplant. Mit dem, was wir haben, sind wir maximal zufrieden.“ Im kommenden Sommer soll der Kader lediglich „moderat weiterentwickelt“ werden. Feinjustierung nennt man das im Fachjargon. Große Veränderungen sind - wie schon in diesem Sommer - nicht geplant. Mislintat: „Es ist nicht notwendig, den Kader von links auf rechts zu ziehen.“